Fernando Alonso kehrt zu McLaren zurück - kein Einzelfall in der Formel-1-Historie, denn der Spanier entschloss sich vor einigen Jahren selbst schon einmal, zur Renault zurückzugehen. Motorsport-Magazin.com stellt weitere Piloten vor, die es zu einem früheren Team zurückzog.

Juan Manuel Fangio - Maserati (1953/54, 1957):

Juan Manuel Fangio gewann fünf WM-Titel -
Juan Manuel Fangio gewann fünf WM-Titel -Foto: Sutton

Nach einer Vizemeisterschaft und seinem ersten Weltmeistertitel wechselte Fangio 1953 zu Maserati, wo er erneut Vize-Champion wurde. Für die Saison 1954 wurde der Argentinier von Mercedes-Benz verpflichtet. Da die Boliden jedoch erst zum Frankreich GP fertig werden sollten, bestritt Fangio die ersten beiden Rennen noch für Maserati. Weltmeister wurde er dann jedoch auf Mercedes. Nach seinem zweiten Erfolg mit den Silberpfeilen zog sich Mercedes 1955 aus dem Motorsport zurück und Fangio heuerte bei Ferrari-Lancia an. Nach einem weiteren Titelgewinn kehrte er zur Saison 1957 zu Maserati zurück und wurde zum fünften und letzten Mal in seiner Karriere Weltmeister.

Alain Prost - McLaren (1980, 1984-89):

Alain Prost feierte mit McLaren seine größten Erfolge -
Alain Prost feierte mit McLaren seine größten Erfolge -Foto: Sutton

Prost begann seine Formel-1-Karriere bei McLaren und erzielte gleich in seinem ersten Rennen, dem Argentinien GP 1980, seinen ersten WM-Zähler. Nach einer Saison, bei der er zwei Rennen nach Unfällen aussetzen musste, verließ er McLaren trotz laufenden Vertrags mit der Begründung, es habe zu viele technische Defekte gegeben. Nach drei Jahren bei Renault und einem verpassten Titelgewinn 1983 verließ er nach zahlreichen Differenzen das Team und kehrte zu McLaren zurück. Mit dem britischen Team feierte er in sechs weiteren gemeinsamen Jahren drei Weltmeistertitel.

Pierluigi Martini - Minardi (1985, 1988-1991, 1993-95):

Pierluigi Martini verbrachte den Großteil seiner Karriere bei Minardi -
Pierluigi Martini verbrachte den Großteil seiner Karriere bei Minardi -Foto: Sutton

Der Italiener stieg 1985 mit Minardi in die Formel 1 ein, kehrte am Ende der Saison der Königsklasse jedoch wieder den Rücken und fuhr in der Formel 3000. 1988 kehrte er in die Formel 1 und zu Minardi zurück und blieb dem Team von Giancarlo Minardi bis 1991 treu. Nach einem Intermezzo bei der Scuderia Italia heuerte er 1993 erneut bei Minardi an, wo er 1995 seine Formel-1-Karriere beendete. Martini bestritt 103 seiner insgesamt 119 Grands Prix für Minardi.

Gerhard Berger - Benetton (1986, 1996/97), Ferrari (1987-89, 1993-95):

Gerhard Berger beendete seine Karriere bei Benetton -
Gerhard Berger beendete seine Karriere bei Benetton -Foto: Sutton

Berger feierte 1986 mit dem neu gegründeten Benetton-Team beim Mexiko GP seinen ersten Sieg und wurde in der laufenden Saison von Enzo Ferrari für 1987 verpflichtet. Bei der Scuderia fand er jedoch in den folgenden drei Jahren kein Material vor, mit dem er gegen McLaren eine Chance gehabt hätte. Zudem setzte ihn ein schwerer Unfall in Imola einige Zeit außer Gefecht. Nach der Saison 1989 beschloss der Österreicher, den zu Ferrari wechselnden Alain Prost bei McLaren zu ersetzen. Dort sah er allerdings gegen Ayrton Senna kaum Land, nur 1992 lag er als Fünfter der Meisterschaft lediglich einen Punkt hinter seinem übermächtigen Teamkollegen. Zur Saison 1993 kehrte er zu Ferrari zurück, doch er und Jean Alesi taten sich mit den roten Rennern schwer. Als Teamchef Jean Todt die Verpflichtung von Michael Schumacher für die Saison 1996 bekannt gab, folgte Berger seinem Teamkollegen Alesi zu Benetton, wo er seine Karriere ausklingen ließ.

Nigel Mansell - Williams (1985-88, 1991/92, 1994):

Williams war Nigel Mansells Stammteam -
Williams war Nigel Mansells Stammteam -Foto: Sutton

Mit Williams gelang Mansell 1985 sein erster GP-Sieg, zahlreiche weitere sollten folgen, zum Titel reichte es jedoch nicht. 1986 verlor er die Meisterschaft aufgrund eines Ausfalls nach einem Reifenschaden beim letzten Rennen. Nach einer sieglosen Saison 1988 wechselte er zu Ferrari und gewann das erste Rennen der neuen Saison. Jedoch machte ihm zum einen die Unzuverlässigkeit der roten Göttin als auch die Kritik seines Teamkollegen ab 1990, Alain Prost, zu schaffen. Dieser warf ihm vor, kaum bei Abstimmung und Entwicklung der Boliden behilflich zu sein. Nachdem er zunächst sein Karriereende angekündigt hatte, wechselte Mansell zurück zu Williams, wo er Vize-Champion wurde. 1992 feierte er dann mit neun Siegen und 14 Pole Positions überlegen den Titel. Zu einer Vertragsverlängerung kam es dennoch nicht. Zum einen sollen die Gehaltsforderungen Mansells zu hoch gewesen sein, zum anderen wollte er Prost nicht als Teamkollegen akzeptieren.

Heinz-Harald Frentzen - Sauber (1994-1996, 2002/2003):

Heinz-Harald Frentzen begann und beendete seine Karriere bei Sauber -
Heinz-Harald Frentzen begann und beendete seine Karriere bei Sauber -Foto: Sutton

Bereits in seinem zweiten Rennen für Sauber sammelte Frentzen seine ersten Punkte. Dann setzten ihm jedoch der Tod Sennas und Ratzenbergers sowie der schwere Unfall seines Teamkollegen Wendlinger zu. Geschockt von den Ereignissen und aus Loyalität zu Teamchef Peter Sauber schlug Frentzen das Angebot Frank Williams aus, das verwaiste Cockpit von Senna zu übernehmen. 1997 wechselte er dann doch zu Williams, wo er seine erste Pole und seinen ersten Sieg einfuhr, sowie durch die Bestrafung von Michael Schumacher auch die Vizemeisterschaft feierte. Nach zwei Jahren trennte sich Williams von Frentzen, der bei Jordan anheuerte und dem Team gemeinsam mit Damon Hill die erfolgreichste Saison der Geschichte bescherte. In der Saison 2000 wurde Frentzen vor die Tür gesetzt - aus Kostengründen, wie es hieß. Frentzen beendete die Saison für das Team Prost, das am Jahresende ebenso in Insolvenz ging wie später Arrows, für die er 2002 zwei Mal in die Punkte fuhr. Frentzen erhielt bei Sauber einen Vertrag für 2003, dieser wurde nicht verlängert, da Sauber zwei deutsche Piloten gegenüber seinen Sponsoren nicht rechtfertigen konnte.

Giancarlo Fisichella - Jordan (1997, 2002/2003), Benetton/Renault (1998-2001, 2005-2007):

Giancarlo Fisichella hielt Benetton bzw. Renault lange die Treue -
Giancarlo Fisichella hielt Benetton bzw. Renault lange die Treue -Foto: Sutton

Nachdem Fisichella 1997 bei Jordan überzeugt hatte, entbrannte ein Streit zwischen Jordan und Benetton, wer Fisichella 1998 einsetzen darf. Schließlich bekam Benetton Recht und der Italiener kämpfte zunächst mit unterlegenem Material, mit dem er dennoch Achtungserfolge wie den dritten Platz in Spa 2001 erzielte. Flavio Briatore bot Fisichella eine Vertragsverlängerung an - allerdings ohne Gehaltserhöhung. Dies empfand 'Fisico' als Affront und unterschrieb stattdessen wieder bei Jordan. Highlight der zwei schwierigen Jahre war der Überraschungserfolg beim Brasilien GP 2003. 2004 wechselte Fisichella zu Sauber, wo er seinen ehemaligen Teamchef Briatore derart beeindruckte, dass dieser ihn für die Saison 2005 zurückholte. Benetton, mittlerweile von Renault übernommen, stellte ihm ein Top-Auto, gegen Teamkollege Fernando Alonso hatte er jedoch das Nachsehen. Ende 2007 wurde sein Vertrag nicht verlängert, Fisichella wechselte zu Force India, denen er beim Deutschland GP 2009 die erste Pole bescherte. Wenig später verpflichtete ihn Ferrari als Ersatz für den verletzen Felipe Massa.

Felipe Massa - Sauber (2002, 2004/2005), Ferrari (2006-2013):

Felipe Massas Ferrari-Karriere als Einsatzfahrer begann 2006 -
Felipe Massas Ferrari-Karriere als Einsatzfahrer begann 2006 -Foto: Sutton

Nach seiner von Fahrfehlern geprägten ersten Saison für Sauber absolvierte Felipe Massa ein Lehrjahr als Ersatzfahrer bei Ferrari, wo er von Michael Schumacher lernen sollte. 2004 und 2005 saß Massa dann wieder im Sauber-Cockpit und fuhr mehrmals in die Punkte. Seine besten Ergebnisse waren zwei vierte Plätze. Damit verdiente er sich für die Saison 2006 den Aufstieg zu Ferrari, wo er ja bereits als Ersatzfahrer unter Vertrag gestanden hatte. Massa hielt Ferrari acht Jahre lang die Treue und verabschiedete sich Ende 2013 in Richtung Williams.

Nick Heidfeld - Sauber (2001-2003, 2006-2009, 2010):

2001 stellte Sauber Nick Heidfeld zum ersten Mal vor -
2001 stellte Sauber Nick Heidfeld zum ersten Mal vor -Foto: Sutton

Nach seiner Debütsaison bei Prost wechselte Heidfeld zur Saison 2001 zu Sauber. Beim dritten Rennen in Brasilien feierte der Mönchengladbacher sein erstes Podium, insgesamt sammelte er 12 Punkte. Nach zwei enttäuschenden Jahren trennte Sauber sich jedoch von ihm. Heidfeld wechselte zu Jordan, wo er über einen siebten Platz beim Monaco GP nicht hinaus kam. Nachdem er sich bei Testfahrten gegen Williams-Testpilot Antonio Pizzonia durchgesetzt hatte, ging Heidfeld 2005 für das britische Team an den Start. Pizzonia ersetzte ihn jedoch nach einem Trainingsunfall. Mit BMW wechselte Heidfeld zur Saison 2006 wieder zu Sauber, das vom bayerischen Automobilkonzern übernommen wurde. Highlight der vierjährigen Zusammenarbeit war ein zweiter Rang beim Kanada GP 2009, der jedoch vom schweren Unfall seines Teamkollegen Robert Kubica überschattet wurde. Mit dem Ausstieg BMWs Ende 2009 fuhr Heidfeld erneut für Sauber, nachdem er zuvor für Mercedes und Reifenhersteller Pirelli getestet hatte. Für 2011 hatte Heidfeld zunächst kein Cockpit, ersetzte dann den verletzten Kubica bei Renault, ehe er selbst von Bruno Senna ersetzt wurde.

Romain Grosjean - Renault/Lotus (2009, 2012-2014):

Romain Grosjean hat sich bei Lotus etabliert -
Romain Grosjean hat sich bei Lotus etabliert -Foto: Sutton

Während der Saison 2009 stieg Grosjean vom Testfahrer bei Renault zum Einsatzfahrer auf und ersetzte Nelson Piquet Jr. In den letzten sieben Saisonrennen sah der junge Schweizer mit französischer Rennlizenz neben Teamkollege Fernando Alonso jedoch blass aus, weshalb Renault für die folgende Saison lieber auf die Dienste von Vitaly Petrov vertraute. Grosjeans Formel-1-Karriere schien damit bereits beendet, ehe sie richtig begonnen hatte. Doch im Vorfeld der Saison 2012 überraschte das nun Lotus genannte, ehemalige Renault-Team mit dem frischgebackenen GP2-Champion Grosjean und Comebacker Kimi Räikkönen als Fahrerpaarung. In seiner ersten vollen Saison glänzte Grosjean zwar mit einer starken Pace, er beging jedoch zahlreiche Rookie-Fehler, die ihm eine Rennsperre einbrachten und viele Punkte kosteten. Nach einigem Zögern entschloss sich Lotus jedoch dazu, Grosjean auch weiterhin die Chance zu geben, was er mit weniger Zwischenfällen und mehr guten Ergebnissen dankte.

Nico Hülkenberg - Force India (2011/2012, 2014)

Nico Hülkenberg heuerte 2011 als Ersatzfahrer bei Force India an -
Nico Hülkenberg heuerte 2011 als Ersatzfahrer bei Force India an -Foto: Sutton

Obwohl er sich beim Brasilien GP auf der Pole Position qualifizierte, musste der Emmericher Ende 2010 bei Williams seinen Hut nehmen. Bei Force India kam er zunächst als Ersatzfahrer unter, ehe er 2012 zum Stammpiloten befördert wurde. Er erzielte 63 Punkte und drehte in Singapur die schnellste Rennrunde. Zur Saison 2013 wechselte Hülkenberg zum Schweizer Sauber-Team, für das er 51 Zähler einfuhr. Nachdem er lange auf sein Gehalt warten musste, sah er sich nach Alternativen um und wurde bei seinem alten Team Force India fündig. Zuvor war eine Chance bei Lotus am prallen Portemonnaie von Pastor Maldonado zerplatzt.

Kimi Räikkönen - Ferrari (2007-2009, 2014)

Kimi Räikkönen bescherte Ferrari den bis dato letzten WM-Titel -
Kimi Räikkönen bescherte Ferrari den bis dato letzten WM-Titel -Foto: FIA

Besser hätte die erste Karriere des Finnen in Diensten der Scuderia gar nicht beginnen können: Räikkönen triumphierte 2007 prompt in seinem ersten Rennen für Ferrari und legte damit den Grundstein zum Gewinn des Weltmeistertitels. In den beiden folgenden Jahren konnte der Finne an diese Leistungen jedoch nicht mehr anschließen, wurde von Ferrari ausbezahlt und verließ Ende 2009 nicht nur die Scuderia, sondern die gesamte Formel 1, um sich der Rallye-Szene zuzuwenden. 2012 kehrte Räikkönen in die Formel 1 zurück und heuerte zunächst bei Lotus an, ehe er 2014 zu Ferrari zurückkehrte. An seine erste Amtszeit konnte der Finne bislang allerdings nicht annährend anschließen und beendete die Saison ohne eine einzige Podiumsplatzierung.