George Russell macht in Spielberg dort weiter, wo er in Montreal aufgehört hat: Der Mercedes-Pilot fuhr im 1. Freien Training zum Österreich GP Bestzeit. 1:05,542 Minuten benötigte er auf dem 4,326 Kilometer kurzen Red Bull Ring. In Abwesenheit von Lando Norris und Charles Leclerc (beide setzten für Rookies aus) landeten Max Verstappen und Oscar Piastri hinter Russell.

Das Ergebnis: Alle Top-Zeiten wurden auf den Soft-Reifen erzielt. Darauf war Russell 0,065 Sekunden schneller als Verstappen. Der Weltmeister muss an diesem Wochenende auf Renningenieur Gianpiero Lambiase, der aus persönlichen Gründen fehlt, verzichten. Stattdessen hat Verstappen Simon Rennie im Ohr. Mit anderthalb Zehntel Rückstand sortierte sich WM-Leader Oscar Piastri auf Rang drei ein.

Einen starken Eindruck machte Alex Dunne, der im McLaren-Cockpit von Norris sein Formel-1-Debüt gab. Der Ire landete nicht einmal eine Zehntel hinter Piastri auf Rang vier. Dunne führt die Gesamtwertung der Formel 2 an und ist McLaren-Junior. Im 2. Training wird Norris wieder im Auto sitzen.

Dahinter zeigte sich das Feld bunt gemischt: Pierre Gasly wurde im Alpine Fünfter vor Gabriel Bortoleto im wieder einmal überarbeiteten Sauber (siehe Abschnitt Technik). Das Williams-Duo Alexander Albon und Carlos Sainz (einziger Pilot mit Bestzeit auf Medium) reihte sich auf den Plätzen sieben und acht ein, Lewis Hamilton wurde im Ferrari nur Neunter. Ihm fehlte mehr als eine halbe Sekunde auf die Bestzeit.

Der letzte Platz in den Top-10 ging an Isack Hadjar vor Kimi Antonelli und Nico Hülkenberg. Yuki Tsunoda landete im zweiten Red Bull nur auf Rang 17, Leclerc-Ersatz Dino Beganovic direkt dahinter. Das Haas-Duo Esteban Ocon und Oliver Bearman machte geschlossen den Abschluss.

Die Zwischenfälle: Fernando Alonso sorgte für einen kurzen Schreckmoment. Der Routinier drehte sich auf seiner Outlap in der Zielkurve. Beim Herausbeschleunigen verlor er das Heck und drehte sich aufs Gras. Nur knapp konnte er einen Einschlag in den Reifenstapel verhindern. "Das war die schlechteste Outlap überhaupt. Gut, dass es im 1. Training war", klagte Alonso am Funk. Offenbar fuhr er so langsam, dass die Reifen zu kalt waren.

Esteban Ocon sorgte für die zweite kurze Gelb-Phase. Er verbremste sich in Kurve 1 heftig und musste in den Notausgang. Dabei zog er sich einen Bremsplatten zu. Wie Alonso konnte aber auch er aus eigener Kraft weiterfahren.

Die Technik: Bei der Rückkehr nach Europa hatten viele Teams Updates im Gepäck. Bei Ferrari wurden die neuen Teile mit Spannung erwartet, die Scuderia bringt nach Bahrain zum zweiten Mal in dieser Saison einen komplett neuen Unterboden. Lewis Hamilton fuhr deshalb zu Beginn der Session mit Aero-Messgeräten. Weitere Trainingsminuten verlor der Rekordsieger der Formel 1 durch ein Getriebe-Problem.

Aero-Rakes sah man auch am McLaren von Alex Dunne. Die Briten testen eine neue Verkleidung der Vorderachse, die mit dem überarbeiteten Frontflügel korrespondiert. Dazu gibt es auch noch eine neue Hinterachse, dort wurde aber auch an den Geometrie Hand angelegt.

Auch Red Bull (Unterbodenkante), Mercedes (Bremsbelüftung vorne/Motorabdeckung), die Racing Bulls (Frontflügel-Flap/Heckflügel) und Sauber (Unterboden/Heckflügel) haben Updates. Bei Sauber testete nur Gabriel Bortoleto im 1. Freien Training die neuen Teile.

Das Wetter: Nach extremer Hitze und schweren Unwettern am Donnerstag zeigte sich das Wetter am Trainingstag versöhnlich. Bei 24 Grad Umgebungstemperatur war es für Fahrer und Fans angenehm warm, auf dem Asphalt wurden knapp 40 Grad Celsius gemessen. Am Ende des Trainings beschwerten sich vereinzelt Fahrer über Regentropfen. Auf das Geschehen auf der Strecke hatte das aber keinen Einfluss. Für Qualifying und Rennen werden wieder höhere Temperaturen erwartet, am Sonntag soll die 30-Grad-Marke wieder erreicht werden. Regen ist nicht mehr vorhergesagt.

Am Donnerstag wurde zwar noch nicht gefahren, im Fahrerlager war dennoch eine ganze Menge los. Christian bringt euch im Video auf den aktuellen Stand.

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