Ferrari nimmt für das erste Formel-1-Training in Österreich eine Änderung vor. Charles Leclerc muss sein Cockpit bei der ersten Session am Freitag an einen Rookie abgeben, wie die Scuderia am Montag mitteilte. Nur kurze Zeit später gab McLaren bekannt, dass auch Lando Norris FP1 verpassen wird.

In beiden Fällen erhalten Piloten aus der Nachwuchsakademie der Formel-1-Mannschaften eine Chance, Königsklassen-Luft zu schnappen. In beiden Fällen sind es Formel-2-Fahrer. Im Falle von Ferrari übernimmt Dino Beganovic das Steuer des SF-25 am Red Bull Ring. Der MCL39 wird von Alex Dunne gesteuert.

Dino Beganovic und Alex Dunne: Diese Fahrer fahren in Spielberg

Für den Iren ist es eine Premiere, denn zuvor hatte er noch nie die Möglichkeit bekommen, an einem Formel-1-Wochenende das Steuer des McLarens zu übernehmen. Nicht so Beganovic. Für ihn ist es der zweite FP1-Einsatz in der Königsklasse, nachdem er bereits beim Bahrain-GP ins Lenkrad greifen durfte. Auch damals war es Leclerc, der für ihn zur Seite trat.

Ansonsten gibt es aber eine Reihe von Parallelen zwischen dem Duo. Beide fahren im Moment ihre erste Saison in der Formel 2, nachdem das Vorjahr in der Formel 3 nicht ganz nach Wunsch verlaufen ist. Vor allem Dunne zeigte sich in 2025 bisher in Top-Verfassung. Er führt die Meisterschaft nach zwei Siegen (jeweils im Hauptrennen), zwei weiteren Podien und einer Pole Position an. Bei seinen F2-Fahrerkollegen machte er sich durch seine aggressive Fahrweise aber nicht immer beliebt.

Beganovic konnte bisher mit einer Pole in Imola und zwei Podien punktuell überzeugen, er ließ jedoch Konstanz vermissen und sammelte in elf Rennen erst dreimal Punkte. Der Red Bull Ring ist eine gute Strecke für Rookie-Einsätze. Sie bietet große Auslaufflächen und die Rookies kennen den 4,318-Kilometer langen Kurs gut aus den Nachwuchsserien.

Ferrari-Testfahrer Dino Beganovic in der Box
Dino Beganovic bei seinem ersten FP1-Einsatz in Bahrain, Foto: IMAGO / DeFodi Images

Die verpflichtenden Rookie-Einsätze in der Formel 1 gibt es seit 2022. In diesem Jahr muss jedes Formel-1-Team erstmals viermal in einem ersten Training einen Fahrer im Einsatz haben, der maximal zwei Grands Prix auf dem Buckel hat. Somit müssen beide Stammfahrer je zwei FP1-Sessions aussetzen, sofern sie nicht selbst nach dieser Definition Rookies sind.

Charles Leclerc hat mit Bahrain und nun Österreich seine Quote schon erreicht, während sein Ferrari-Teamkollege Lewis Hamilton noch nie pausierte. Dem Neuzugang will man wohl die Eingewöhnung an den SF-25 erleichtern, indem er erst später in der Saison FP1-Sessions aussetzen muss.

Bei McLaren ist der Tausch in Spielberg der erste Rookie-Einsatz des Jahres. Es wurde allerdings bereits im Mai bekanntgegeben, dass Indycar-Pilot Pato O'Ward beim Mexiko-GP im Oktober das erste Training fahren wird. Es ist noch nicht bekannt, ob Lando Norris oder Oscar Piastri dann Platz machen muss.