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Formel 1

Schneller als Räikkönen - Ferrari: Marciello überzeugt beim Testdebüt

Raffaele Marciello beendete den finalen Testtag der Formel 1 in Abu Dhabi als Zweiter. Er sammelte fleißig Kilometer und staunte über den Unterschied zur GP2.
von Samy Abdel Aal

Motorsport-Magazin.com - Erfolgreiches Formel-1-Debüt für GP2-Pilot Raffalele Marciello. Der Italiener drehte am Steuer des F14 T beim finalen Testtag der Formel-1-Saison 2014 auf dem Yas Marina Circuit in Abu Dhabi 91 Runden für 505 Kilometer, belegte mit seiner persönlichen Bestzeit von 1.43.208 Minuten Tagesrang zwei. Somit musste er nur Mercedes-Pilot Pascal Wehrlein den Vortritt lassen, der im überlegenen Mercedes F1W05 über eine halbe Sekunde schneller war.

Als Italiener in einem Ferrari zu fahren ist einfach das Höchste der Gefühle
Raffaele Marciello

Bei Sonnenschein, warmen Temperaturen und besten Bedingungen führte Ferrari-Academy-Pilot Marciello auf den am Vortag von Kimi Räikkönen gesammelten Daten weitere Aerodynamik- und Setup-Tests durch, spulte zudem viele Runden auf den neuen Pirelli-Pneus für die kommende Saison ab. Mit seinem schnellsten Umlauf unterbot er die Zeit des prominenten Finnen schließlich um rund 0,6 Sekunden, zeigte sich insgesamt mit seinem Tagwerk hochzufrieden:

Bianchis Pech ist Marciellos Chance

"Für mich ist heute ein Traum in Erfüllung gegangen, denn als Italiener in einem Ferrari zu fahren ist einfach das Höchste der Gefühle - auch wenn es nur ein Testtag war", strahlte Marciello bis über beide Ohren. "Ich war gut unterwegs, habe keine Fehler begangen, viele wichtige Daten gesammelt und konnte dem Team hoffentlich weiterhelfen." Erstaunt zeigte er sich vom nach wie vor großen Unterschied zu den Boliden der GP2: "Ich weiß nicht, was die Leute immer sagen. Hinsichtlich der Motorleistung und Bremskraft dieser Autos besteht ein riesiger Unterschied zur GP2."

Jules hat mir beigebracht, dass ich immer ans Limit gehen muss
Raffaele Marciello

Dass Marciello zu dieser Gelegenheit kam, hatte er schlussendlich jedoch nur der schweren Verletzung Jules Bianchis zu verdanken, der für Ferrari bei den Tests bereits fest eingeplant war: "Ich weiß genau, dass ich diese große Chance heute wohl nur bekommen habe, da Jules nicht fahren kann. Es war unmöglich, nicht an ihn zu denken, denn wir sind auch gemeinsam zur Ferrari Driver Academy gekommen. Jules hat mir beigebracht, dass ich immer ans Limit gehen muss und wie ich mental an Situationen wie diese herangehe. Heute wollte ich für ihn schnell sein - und es hat geklappt."


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