Formel 1

Sie existieren, um zu gewinnen - Stewart: Mercedes ist ein Titelkandidat

Jackie Stewart traut Mercedes zu, in diesem Jahr um die WM-Krone zu kämpfen. Im teaminternen Duell sieht er Lewis Hamilton vorne - wenn auch nur knapp.
von Olaf Mehlhose

Motorsport-Magazin.com - Der Aufschwung ist unverkennbar. In den ersten beiden Saisonrennen präsentierte sich das runderneuerte Mercedes-Team in Schlagdistanz zur Weltspitze - und das sowohl im Qualifying als auch im Rennen. Der dreimalige Weltmeister Sir Jackie Stewart ist davon überzeugt, dass der gute Saisonstart von Dauer ist. Mehr noch: Anders als im Vorjahr sei der Silber-Rennstall fähig, im gesamten Saisonverlauf um Rennsiege zu kämpfen - und vielleicht sogar um den Titel. Insbesondere Neuzugang Lewis Hamilton traut der Schotte einiges zu.

Sie können um den Titel kämpfen, aber sie müssen bei der Entwicklung des Autos mit Ferrari und Mercedes mithalten.
Sir Jackie Stewart

"Mercedes ist in der Lage, Rennen zu gewinnen, und Lewis wird aus jedem Auto überragende Leistungen herausholen", sagte er der BBC. "Sie können um den Titel kämpfen, aber sie müssen bei der Entwicklung des Autos mit Ferrari und Red Bull mithalten." Die beiden stärksten Teams des vergangenen Jahres seien allerdings auch 2013 in der Favoritenrolle. "Wenn der Red Bull so gut ist, wie er sein kann, ist das Team der größte Konkurrent. Man darf aber nicht vergessen, dass Ferrari sehr viel konkurrenzfähiger ist, als zu Beginn des vergangenen Jahres."

Nach Meinung von Stewart darf sich Mercedes jedoch keineswegs nur auf die beiden Top-Rennställe der Königsklasse konzentrieren. Wie der bisherige Saisonverlauf gezeigt habe, seien auch andere Teams in der Lage, bei den Rennen ganz vorne zu landen. "Lotus macht bisher einen starken Eindruck, und auch McLaren wird zurückkommen", sagte der 63-Jährige. Über kurz oder lang werde die Truppe aus Brackley die angestrebten Erfolge einfahren - davon ist Stewart überzeugt. "Mercedes existiert, um zu gewinnen - und sie haben die Ressourcen dazu", sagte er. "Und Ross Brawn ist ein unglaublich talentierter Mann."

Lewis hat die Oberhand, keine Frage, er hatte in seiner bisherigen Karriere größere Erfolge.
Sir Jackie Stewart

Die Kritik, die der Teamchef wegen des Nichtangriffspakts im letzten Drittel des Rennens in Malaysia einstecken musste, kann Stewart deshalb nicht nachvollziehen. Dass Hamilton derzeit im teaminternen Duell die Nase vorne habe, käme keineswegs überraschend. "Lewis hat die Oberhand, keine Frage, er hatte in seiner bisherigen Karriere größere Erfolge - er hat mehr Rennsiege und mehr Titel auf dem Konto. Und er ist in diesem Jahr gut in die Saison gestartet", erklärte er. "Mercedes hat einen sehr teuren Fahrer verpflichtet, und alle im Team wollen, dass er Erfolg hat."

Die hohe Meinung, die er vom Weltmeister von 2008 hat, ist aber keinesfalls mit Geringschätzung für dessen Teamkollegen Nico Rosberg gleichzusetzen - im Gegenteil: "Nico ist ein gut ausgebildeter und talentierter Fahrer, in der Handhabung der Reifen dürfte er sogar etwas besser sein", analysierte Stewart die Qualitäten des Deutschen." Gespannt ist er darauf, ob Rosberg in den kommenden Rennen aggressiver zu Werke gehen wird. "In Malaysia wird er gelernt haben, dass er sich nicht bis zur letzten Minute warten darf, bis er die Initiative ergreift. Es wird interessant sein, wie er darauf reagiert."


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