Formel 1

Kein Vergleich zu 2006 - Schumacher: Ich gehe es nicht locker an

Michael Schumacher will seine letzten Rennen in der Formel 1 nochmals voll motiviert angehen und blickt dabei immer ein wenig auf die Situation in der WM.
von Marion Rott

Motorsport-Magazin.com - Genau sieben Tage ist es nun her, dass Michael Schumacher in einer Pressekonferenz in Japan seinen endgültigen Rücktritt aus der Formel 1 erklärt hat. Seitdem prasselten tausende Meinungen und Nachrichten auf den siebenmaligen Weltmeister ein, der insgesamt ein positives Fazit zog. "So wie ich das sehe, findet es die Mehrheit schade, dass ich gehe. Darüber bin ich froh, denn es wäre schade, wenn es so wäre, dass ich gehen müsste", erklärte Schumacher, der seine Entscheidung bisher noch nicht bereut hat.

So wie ich das sehe, findet es die Mehrheit schade, dass ich gehe. Darüber bin ich froh, denn es wäre schade, wenn es so wäre, dass ich gehen müsste
Michael Schumacher

Nun gilt seine Konzentration den verbliebenen fünf Rennen in der Formel 1 und möglicherweise einem letzten Ausrufezeichen. "Die Gefahr, dass ich es zu locker angehe, gibt es nicht, dafür bin ich viel zu sehr Profi", zeigte der Mercedes-Pilot nochmals seinen unbedingten Ehrgeiz. "Natürlich möchte ich auch noch etwas erreichen, denn das ist uns in den letzten Jahren weniger gelungen." Ob seine zweite Karriere einen positiven Abschluss findet, hängt auch maßgeblich mit den Entwicklungen am W03 zusammen, die keineswegs beendet sind. "Wir arbeiten weiterhin an diesem Auto und hoffen es zu verbessern, denn all die Fortschritte können wir auch auf das Auto für 2013 übertragen."

Vettel mit Vorteil im WM-Kampf

Insgesamt sei die Entscheidung, das kommende Auto nicht mehr zu pilotieren, für ihn aber perfekt und er fühle sich in dieser Situation sehr wohl - ein Vergleich mit seinem letzten Abschied im Jahr 2006 sei aber kaum möglich. "Damals kämpfte ich immer noch um die WM", spielte Schumacher auf seinen WM-Kampf gegen Fernando Alonso an, der erst in Suzuka durch einen Motorschaden am Ferrari ein jähes Ende fand.

Jetzt sehe ich den Vorteil eher bei Sebastian, da er das bessere Paket in Sachen Auto hat und jetzt Druck macht
Michael Schumacher

2012 ist es erneut Alonso, der einen deutschen Piloten in der WM fordert, die besseren Chancen sieht der Mercedes-Pilot aber eindeutig bei seinem Freund Sebastian Vettel. "Die Situation ist sehr spannend. Ich dachte eigentlich, dass die Situation nach dem Punktestand, mit dem Fernando in die letzten neun Rennen ging, schon fast gelaufen ist. Es sah nach einem Homerun aus", erläuterte Schumacher. "Jetzt sehe ich den Vorteil eher bei Sebastian, da er das bessere Paket in Sachen Auto hat und jetzt Druck macht."

Red Bull hat nach der Meinung des Mercedes-Piloten in den letzten Rennen aufgeholt und McLaren damit überholt, die zuvor die Oberhand hatten. Nun gelte es aber abzuwarten, wie sich das Kräfteverhältnis in Korea entwickelt, denn Schumacher beschrieb Japan als Paradestrecke des Red Bulls. "Wenn man auf die kommenden Strecken blickt, sehe ich sie bis Indien voraus", machte Schumacher den Vettel-Fans Hoffnung. "Gleichzeitig haben sie, wie alle anderen, ja auch die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Es wird nun entscheidend, ob es Ferrari gelingt, nochmals einiges draufzulegen", fiel Schumachers WM-Prognose analytisch aus.


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