Seit zwei Jahren klammert sich Mercedes an eine Aussage: Sobald der Silberpfeil schnell und gut genug ist, um Rennen gewinnen zu können, dann werden es Michael Schumacher und Nico Rosberg auch unter Beweis stellen. "Heute haben wir gesehen, wozu Michael noch fähig ist", betont Teamchef Ross Brawn. Mit Startplatz drei startet der Rekordweltmeister so weit vorne wie seit seinem Abschiedsjahr 2006 nicht mehr.

Zum Sieg dürfte es unter normalen Umständen allerdings noch nicht reichen. "Wir wollen Rennen gewinnen, das ist unser Ziel", sagt Brawn. "Ich weiß nicht, ob es dieses Jahr soweit sein wird, aber ich bin überzeugt, dass wir es schaffen werden. Wenn man sieht, wie eng es heute zuging, gibt es noch viel zu tun, was wir am Auto verbessern müssen. Aber deswegen sind wir hier. Ich bin optimistisch, dass es eines Tages soweit sein wird."

Die Reifenprobleme von Melbourne erwartet Brawn in Malaysia nicht noch einmal – obwohl die Temperaturen und die Streckenbedingungen am Sonntag anders als am bisherigen Wochenende sein können. Reifenhersteller Pirelli rechnet mit drei Stopps. "Der harte Reifen ist interessant", spielt Ross Brawn auf die Reifenwahl von Sebastian Vettel an, der als einziger Fahrer mit den harten Reifen ins Rennen geht.

"Wenn man ihn in das richtige Fenster bekommt, ist er tatsächlich richtig gut", so Brawn. Fraglich sei jedoch, wie lange der Reifen halte. "Er ist etwas haltbarer im Rennen, aber nicht sehr viel." Mercedes beugte den Schwierigkeiten aus Australien mit einem Kompromiss vor: "Wir müssen immer den Kompromiss finden zwischen einem Auto, das über 50, 60 Runden im Rennen gut ist und einem, das auf einer Runde im Qualifying gut ist."

Die meisten Teams konzentrieren sich auf das Rennsetup. In Australien war Mercedes möglicherweise zu sehr aufs Qualifying ausgerichtet, was sich in den Reifenschwierigkeiten niederschlug. "Wir haben die Ernsthaftigkeit des Hinterreifenproblems etwas unterschätzt."