Die Achterbahnfahrt von Ferrari geht weiter. In Deutschland und Ungarn zeigten sich die Roten stark verbessert, in Belgien drückte der Schuh gleich an mehreren Stellen. Zum einen hatte Fernando Alonso im Rennen Pech, wurde erst von Rubens Barrichello abgeschossen und schied dann nach einem Fahrfehler aus. Zum anderen war der F10 nicht so konkurrenzfähig wie vor der Sommerpause.

"Es war kein positives Wochenende für uns", stimmt Teamchef Stefano Domenicali zu. "Aus Punktesicht haben wir an Boden verloren. Dadurch ist es für uns in der WM schwieriger geworden, aber nicht unmöglich." Noch immer sieht Domenicali Alonso in Titelreichweite. Nach 13 Rennen hat der Spanier 41 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Lewis Hamilton.

"Ich erinnere mich an 2007, da hatten wir [unter dem alten Punktesystem] 17 Punkte Rückstand und wurden noch Weltmeister", gibt sich Domenicali nicht geschlagen. "Wir werden weiter pushen und vielleicht passiert den anderen Teams bei den nächsten Rennen das, was uns hier passiert ist. Dann müssen wir da sein und dürfen nicht aufgeben."

Trotzdem gesteht Domenicali: "Wir hatten nicht die Performance, die wir erwartet haben." Ferrari habe am Freitag in den Freien Trainings konkurrenzfähiger ausgesehen. "Jetzt müssen wir verstehen, warum?" Ob es an den regnerischen Bedingungen oder doch einer falschen Setuprichtung gelegen habe. Dabei verfällt Domenicali nicht in Panik: "Vor zwei Rennen hatte McLaren Probleme. Jetzt sind sie sehr stark. Es kann sich alles von Rennen zu Rennen schnell verändern. Diese Schwankungen betreffen alle Teams, nur Red Bull scheint immer sehr stark zu sein."

Ausgerechnet für das Ferrari-Heimrennen in Monza sagt Red Bull aber voraus, dass es für sie das schlechteste Wochenende werden wird. Domenicali nimmt das nicht ganz ernst. "Ich wäre gerne in deren Position", sagt er mit einem Lächeln. "Sie haben ein sehr gutes Auto. Warten wir ab, ob die Vorhersagen nur Taktik sind."