Christian Danner hat eine klare Meinung: "Das hätte Sebastian vielleicht geschickter lösen können." Gemeint ist der Angriff des Deutschen auf seinen Teamkollegen Mark Webber in Runde 40 des Türkei GP. "Der Überholversuch ist in die Hose gegangen. Er hat sich quer gestellt beim Anbremsen und deswegen ist er Mark Webber reingefahren", analysiert Danner.

"Wenn man erwartet, dass ihn der Führende vorbeilässt, dann sieht es anders aus. Aber ich verstehe Webber: Wenn ich vorne bin, möchte ich auch vorne bleiben." Da Teamorder verboten ist, war das also ganz normales Racing. "Er hat nichts falsch gemacht. Es war eine ganz normale Rennsituation."

Den Unfall empfindet Danner nicht als schlimm. "Es ist menschlich und emotional, das ist Motorsport", sagt er. "In den 80er Jahren sind sie sich alle reingefahren. Das ist Racing. Wo gehobelt wird, da fallen Späne."

Im Titelkampf war die Aktion für Red Bull allerdings kein Vorteil. "McLaren ist für Red Bull der Hauptgegner", bestätigt Danner. "Sie sind die einzigen, die das Auto sukzessive verbessern. Alle anderen bleiben im Prinzip im gleichen Abstand stecken. McLaren legt zu. Das muss man ihnen hoch anrechnen."