Land-Motorsport bleibt ein Teil der VW-Familie, wechselt aber aus Ingolstadt nach Zuffenhausen: Der Rennstall um Gründer Wolfgang Land hat bekanntgegeben, ab der Saison 2026 mit GT3-Rennwagen von Porsche an den Start gehen zu wollen. Nach zehn Jahren endet somit die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Audi, die Land-Motorsport unter anderem zu einem Gesamtsieg beim 24h-Rennen Nürburgring (2017), zwei Meisterschaften im ADAC GT Masters (2016, 2021) und zuletzt dem ersten Sieg in der DTM führte.
In welchen Rennserien Land-Motorsport nach dem Markenwechsel an den Start gehen wird mit dem Porsche 911 GT3 R, der für 2026 ein Evo-Update erhält, ist öffentlich noch nicht bekannt. "Porsche gehört zweifelsohne zu den Top-Adressen im GT-Sport und wir sind davon überzeugt, dass der neue Porsche 911 GT3 R von Beginn an konkurrenzfähig sein wird", sagte Teamchef Christian Land. "Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck an unserem Programm für 2026."
Land-Motorsport gelingt Sieg bei DTM-Debüt
Viele Fans würden sich sicherlich freuen, die Land-Mannschaft weiterhin in der DTM zu sehen. Der kurzfristige Einstieg in die deutsche Traditionsserie, auch, um Ricardo Feller dort eine Zukunft zu ermöglichen, hat dem Team viele weitere Sympathiepunkte eingebracht. Feller zahlte das Vertrauen mit drei Podestplätzen inklusive des Sieges am Red Bull Ring zurück - dem voraussichtlich letzten eines Audi R8 LMS GT3 Evo2 in absehbarer Zeit.
Nach dem überraschenden Triumph in Spielberg - traditionell Audis Angst-Strecke - Mitte September hatte Land Junior zu Motorsport-Magazin.com gesagt: "Es ist ganz klar unser Ziel, in der DTM zu bleiben. Wir werden einen Herstellerwechsel vollziehen. Und dann ist es auch das Ziel, mit diesem Hersteller in der DTM zu bleiben."
Kehrt Land-Motorsport mit Porsche in die DTM zurück?
Ob dieses ambitionierte Vorhaben gelingt, wird die endgültige Nennliste für die DTM-Saison 2026 zeigen. Zwar hat Land-Motorsport beim Debüt für reichlich Furore gesorgt, doch ein Engagement in der DTM ist nach der WEC (ca. 4,5 Millionen Euro pro Auto) das kostspieligste im GT3-Sport: Ein Team benötigt rund 1,5 Millionen Euro jährlich für den Einsatz eines einzelnen Fahrzeugs. Die Suche nach geeigneten Sponsoren gestaltete sich für Land-Motorsport - auch wegen des extrem kurzfristigen DTM-Einstieges - als schwierig.
Nach dem Wechsel zu Porsche kann Land-Motorsport die kommende Saison nun mit einem größeren Vorlauf planen. Gelingt dem Rennstall aus Rheinland-Pfalz gar der Coup, nicht nur einen, sondern sogar zwei Porsche 911 GT3 R in der DTM an den Start zu bringen? Aus Teamsicht wäre ein Zwei-Wagen-Programm wohl die favorisierte Variante - und im besten Falle wieder mit Feller, der bei Porsche als Vertragsfahrer angestellt ist und 2025 die Freigabe erhielt, noch einmal in einen Audi zu klettern.
Von Audi zu Porsche: Für Land schließt sich ein Kreis
In der DTM würde Land-Motorsport den markeninternen Kampf mit den zweifachen Fahrer- und Team-Champions von Manthey aufnehmen. Die Meuspather wollen nach dem Triumph mit Ayhancan Güven - dessen DTM-Zukunft ungewiss bleibt - weitermachen und waren zuletzt die einzigen Porsche-Vertreter im Starterfeld.
Für Land-Motorsport schließt sich mit dem Porsche-Deal so oder so ein Kreis: Teamgründer Wolfang Land selbst fuhr von 1990 bis 1997 im Porsche Carrera Cup Deutschland und gewann die Fahrer-Meisterschaft in den Jahren 1993 und 1997. Das Team Land-Motorsport ging bis 2015 durchgängig in Porsche-Markenpokalen an den Start, bevor der Wechsel zu Audi ins ADAC GT Masters und der direkte Titelgewinn (Christopher Mies/Connor De Phillippi) folgten.



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