In der Formel 1 hat der Grand Prix von China mittlerweile bereits Tradition. Mit Ausnahme der Pandemie-Jahre steht das Rennwochenende in Schanghai seit 2004 ununterbrochen im Kalender. Die MotoGP wagte nur ein Jahr später den Schritt nach China, zog nach nur vier Besuchen aber 2008 einen vorläufigen Schlussstrich unter das Abenteuer im Reich der Mitte - trotz gültigen Vertrages bis 2011.
MotoGP verpasst Durchbruch in China
Echter Erfolg stellte sich für die MotoGP in Schanghai nämlich nie ein: Bei den vier Ausgaben des China-GP verirrten sich im Schnitt nur gut 35.000 Zuschauer an die gewaltige Anlage. Vor Ort fehlte es völlig an Werbung für das Event. Dass der damalige Streckenchef Yu Zhifei später wegen der Veruntreuung von rund 100.000 Euro für vier Jahre ins Gefängnis musste, passt da ins Bild.

China war daher jahrelang kein Thema für die MotoGP - doch das hat sich geändert. Der Einfluss des wirtschaftlichen Giganten aus Fernost nimmt auch in der Motorrad-Weltmeisterschaft stetig zu. Motorradbauer QJMotor wirbt auf den Moto2-Maschinen des MSI-Rennstalls, das Elektronikunternehmen Lenovo ist Titelsponsor des Ducati-Werksteams. Der mit Abstand größte chinesische Player im Fahrerlager ist allerdings CFMoto.
CFMoto als treibende Kraft hinter MotoGP in China
Eine mögliche Übernahme des KTM-MotoGP-Projekts durch den Hersteller aus Hangzhou ordnete CEO Gottfried Neumeister im Gespräch mit Motorsport-Magzain.com zuletzt zwar als klare Falschmeldung ein, die Präsenz von CFMoto im globalen Zweiradsport ist mittlerweile dennoch beachtlich. In der Moto2 und Moto3 tritt man als Namensgeber des höchst erfolgreichen Aspar-Teams auf und nahm auch an der Ausschreibung für die ab 2028 als Einheitsserie ausgetragene Moto3 teil - die Wahl fiel aber schließlich auf Yamaha. Mit dem vor kurzen auf der Motorradmesse EICMA in Mailand präsentierten Superbike V4 SR-RR soll CFMoto nun aber werksseitig in die Superbike-WM einsteigen wollen. Mit Ex-MotoE-Champion Matteo Ferrari wurde bereits ein prominenter Testfahrer verpflichtet.
Es überrascht daher nicht, dass CFMoto auch beim möglichen Comeback des China-Grand-Prix eine entscheidende Rolle spielen soll. Wie 'Autosport' berichtet, reiste im Oktober zwischen den Rennwochenenden in Australien und Malaysia eine Dorna-Delegation rund um Carmelo Ezpeleta sowie Sohn Carlos nach China und inspizierte dort nicht nur den Shanghai International Circuit, sondern machte auch in einer CFMoto-Fabrik Halt. An Unterstützung für das Event fehlt es also nicht. Mit 'Juss Sports', Promoter des Formel-1-Grand-Prix, soll auch schon ein starker Partner vor Ort gefunden sein und die Fehler der Vergangenheit so keinesfalls wiederholt werden. Ein China-Grand-Prix könnte somit bereits 2027 wieder Realität werden.
Kommt der China-GP zurück, wird ein anderer Grand Prix weichen müssen. Denn mehr als 22 Rennwochenenden pro Saison will die Königsklasse aktuell nicht austragen. Wie lange die diversen Strecken ihren Platz im Kalender noch sicher haben, seht ihr in unserer Übersicht:



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