Mit den Plätzen 23 und 21 erlebte Francesco Bagnaia bereits am Freitag in Barcelona ein weiteres MotoGP-Debakel und musste sich daraufhin auch noch vielsagende Kritik von Ducati-Teammanager Davide Tardozzi gefalllen lassen. Doch wer dachte, dass 'Pecco' damit endlich am Tiefpunkt seiner aktuellen MotoGP-Krise angekommen wäre, der wurde am Samstag (mal wieder) eines Besseren belehrt. Im Qualifying reichte es nur zu Startplatz 21 und im Sprint ging es - trotz zahlreicher Stürze vor ihm - nicht über P14 hinaus.
Eine weitere schallende Ohrfeige für den zweimaligen MotoGP-Weltmeister, der die letzten beiden Grands Prix in Barcelona noch gewonnen hatte. Nun fehlten ihm sagenhafte 14,463 Sekunden auf Teamkollege Marc Marquez, der den Sprint mit identischem Material gewonnen hatte. "Schrecklich ist noch ein mildes Wort, um den heutigen Tag zu beschreiben", nahm Bagnaia daher am Samstagabend auch kein Blatt vor den Mund. Sichtlich betroffen und emotional kommentierte er: "Ich hatte geträumt, in Balaton eine Lösung für meine Probleme gefunden zu haben, aber das ist offensichtlich nicht gelungen."
Francesco Bagnaia verzweifelt mehr und mehr, will aber nicht aufgeben
Anstatt Fortschritte zu machen, scheint es aktuell mit jedem Rennwochenende und jeder Session für Bagnaia nur schlimmer zu werden. Egal, welche Lösungsansätze probiert werden, sie schlagen nicht an. "Ich verwende das gleiche Setup wie letztes Jahr, aber ich bin viel langsamer. Ich pushe bis ans Limit und habe das Gefühl, dass ich in sieben oder acht Kurven jederzeit stürzen könnte. Und trotzdem bin ich einfach nur langsam", seufzte der 28-Jährige aus Turin ratlos.
Maximal bedient zeigte sich am Samstagnachmittag auch Alex Marquez nach seinem folgenschweren Sturz in Kurve zehn. Wie er seinen verhängnisvollen Patzer analysierte, erfahrt ihr hier:
"Ich höre mich wahrscheinlich wie eine kaputte Schallplatte an", fuhr Bagnaia fort. Und das große Problem: Besserung ist nicht in Sicht. Eine Zielankunft innerhalb der Top-Zehn am Sonntag im Katalonien-GP [Rennstart: 14 Uhr] bezeichnete der Ducati-Star bereits als "gutes Ergebnis". Eigentlich eine vernichtende Aussage für einen dreimaligen Motorradweltmeister. Doch Bagnaia will sich immerhin nicht unterkriegen lassen: "Ich werde diese Situation nicht akzeptieren, solange sich das Blatt noch wenden lässt und noch Rennen zu fahren sind. Wir müssen geschlossen weiterkämpfen."

Francesco Bagnaia fordert Geschlossenheit: Ducati-Boss reagiert
Eine klare Botschaft also auch in Richtung der Ducati-Führungsebene - und die reagierte am Samstagabend prompt. Gerade den Gewinn der sechsten Konstrukteurs-WM in Folge gefeiert, sicherte Teamchef Gigi Dall'Igna seinem einstigen Goldjungen vollste Unterstützung zu. "Wir werden nicht das Handtuch werfen. Wir hatten bis jetzt vielleicht noch keinen Erfolg und haben uns im Vergleich zum Saisonbeginn vielleicht sogar verschlechtert, aber ich werde weiterhin mit aller Kraft dafür kämpfen, dass Pecco sein Gefühl für das Motorrad wiederfindet und wieder der Champion werden kann, der er ist", verkündete der Ziegenbart im Interview mit 'Sky Italia'. Eine magische Formel gebe es zwar nicht, denn die hätte Ducati sonst schon gefunden, aber Dall'Igna sei sich zumindest sicher, "dass wir früher oder später eine Lösung finden werden."
Was Bagnaia am Sonntag zu Gute kommen dürfte: Franco Morbidelli und Fermin Aldeguer gehen nach ihren Kollisionen mit den Aprilia-Werkspiloten am Sonntag mit einem Handicap in den Katalonien-GP. Mehr dazu hier:



diese MotoGP Nachricht