Die MotoGP-Stewards um Simon Crafar erlebten am Samstag in Barcelona einen arbeitsintensiven Tag. Nachdem sie bereits im Qualifying der Königsklasse zwei Zwischenfälle prüfen mussten und dabei in einem der beiden Fälle eine Strafe für Joan Mir aussprachen, waren sie wenige Stunden später im Sprint gleich wieder gefordert. In Runde sieben hatte zunächst Franco Morbidelli Jorge Martin ins Kiesbett befördert und einen Umlauf später bugsierte dann noch Fermin Aldeguer den zweiten Aprilia-Werkspiloten Marco Bezzecchi ins Aus.
Wie bei solchen Zwischenfällen, bei denen alle beteiligten Fahrer vorzeitig ausscheiden, inzwischen üblich, begannen die Stewards am Samstagnachmittag erst nach Sprintende mit der Untersuchung beider Kollisionen, um sämtliche Fahrer vor der Urteilsfindung auch anhören zu können. Wie das Ergebnis der beiden Untersuchungen ausgehen würde, war diesmal aber schon früh abzusehen. Die beiden Aprilia-Werkspiloten traf keinerlei Schuld, die lag lediglich bei Franco Morbidelli und Fermin Aldeguer.
Fermin Aldeguer und Franco Morbidelli kassieren Strafen für Katalonien-GP
Das wurde nach gewisser Zeit wohl auch den Stewards klar, denn knapp zweieinhalb Stunden nach Sprintende standen dann beide Urteile fest. Morbidelli und Aldeguer wurden als Unfallauslöser erkannt und folgerichtig bestraft. Beide Piloten müssen im nächsten Grand Prix, an dem sie teilnehmen - voraussichtlich also am Sonntag im Katalonien-GP - einmal durch die Longlap-Penalty fahren. Speziell für Aldeguer wohl keine erfreulichen Nachrichten, war er im Vorjahr in Barcelona im Moto2-Rennen doch führend in eben jener Longlap zu Sturz gekommen.
Als Wiederholungstäter - Aldeguer hatte dieses Jahr schon in Termas de Rio Hondo Miguel Oliveira in einer ähnlichen Situation zu Fall gebracht und Morbidelli krachte in Mugello in nahezu identischer Konstellation in Maverick Vinales - waren beide Piloten mit einer einfachen Longlap-Penalty wohl noch gut bedient, hätten sich auch über einen doppelten Abstecher in die Strafrunde nicht beschweren können. Das erkannte zumindest auch Aldeguer, der die Kollision direkt auf die eigene Kappe nahm und sich öffentlich bei Unfallgegner Marco Bezzecchi entschuldigte. "Diese ist Kurve ist nicht ganz einfach, man stürzt dort schnell", beschrieb Aldeguer und meinte: "Ich war nicht am Limit, habe aber die Front verloren. Das ist unglücklich gelaufen für Marco."
Der Aprilia-Pilot hatte am Samstag übrigens Glück im Unglück. Nach der Kollision blieb er zunächst schmerzverzerrt im Kiesbett liegen und musste anschließend zu genaueren Untersuchungen ins Medical Center. Wenig später gab Aprilia jedoch Entwarnung, die Nummer 72 zog sich 'nur' Prellungen am linken Unterarm und an der linken Hüfte zu, aber keine Knochenbrüche.

Unfallgegner einig: Solche Zwischenfälle können in Barcelona passieren
Hatte ihm die Strafe in Mugello noch deutlich saurer aufgestoßen, zeigte sich auch Morbidelli am späten Samstagabend diesmal deutlich schuldbewusster. "Ich habe versucht, Jorge zu überholen. Als ich innen war, habe ich die Front verloren und bin in ihn gerutscht. Das tut mir leid, das war mein Fehler", gestand er und meinte, nun daraus "lernen" und es beim nächsten Mal besser machen zu wollen. Unfallgegner Martin akzeptierte die Entschulding der Nummer 21, kommentierte ohne ihr einen Vorwurf zu machen: "Letztlich ist das Racing, morgen wartet eine neue Chance auf uns. Diese Strecke bietet nur wenig Grip, da kannst du leicht stürzen."
Ebenfalls im Kiesbett landete am Samstag Polesitter Alex Marquez, allerdings komplett selbstverschuldet. Wie der Gresini-Pilot seinen kapitalen Bock analysierte, erfahrt ihr in diesem Artikel:



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