Rennstarts sind in der Formel 1 2026 eine der großen Achillesfersen von Red Bull Racing. Während sich die anderen Teams und Motorhersteller im Spitzenfeld inzwischen in der neuen Regelgeneration auf einem hohen Niveau nivelliert haben, gibt es beim Team aus Milton Keynes immer noch in hoher Regelmäßigkeit Totalausfälle auf den ersten Metern.

Eine Woche nachdem Max Verstappen aufgrund eines Motorproblems in Monaco nicht von der Linie wegkam, war es in Barcelona Isack Hadjar, der einen grottenschlechten Start erwischte. Der Franzose verlor auf den ersten Metern insgesamt acht Positionen und eine weitere zwischenzeitlich im Laufe der ersten Runde.

Anstatt von Startplatz 6 musste er sich deshalb von P15 durcharbeiten. Mit den Mittelfeld-Fahrern machte Hadjar kurzen Prozess, aber sobald er diese alle hinter sich gelassen hatte, war der Zug zum Spitzenfeld schon abgefahren. Die Unzufriedenheit mit dem verpatzten Start überwog bei ihm deshalb nach der Zielankunft.

Schmales Red-Bull-Fenster treibt Hadjar zur Verzweiflung: "Würgte zweimal ab"

"Ich denke von sechs Probestarts, die ich das ganze Wochenende hatte, war das der schlechteste und er passierte auf dem Grid. Ich würgte zweimal ab, was mir die ganze Saison nicht passiert ist", ärgerte er sich. Zunächst war er schon vor der Einführungsrunde nicht weggekommen, was sein Renningenieur Richard Wood auf zu viel Gaspedal-Einsatz und einen etwas kälteren Motor zurückführte. Dann nochmal das gleiche Spiel beim Rennstart. Es ist nicht bekannt, ob bei diesem die Drehzahl zu hoch oder zu niedrig war.

Der Red-Bull-Motor verfügt nur über ein sehr schmales Drehzahlfenster, in welchem er gut von der Linie wegkommt. Sowohl Hadjar als auch Teamchef Laurent Mekies sind sich einig, dass das nicht so bleiben darf. "Wir müssen diese Probleme lösen", forderte Hadjar die Red-Bull-Techniker auf. "Der Ablauf ist viel zu kompliziert und ich bin kein Computer, ich bin keine Maschine. Ich kann nicht bis auf 0,001 Prozent präzise sein."

Nachdem er bis Runde 21 alle Mittelfeld-Piloten abgearbeitet hatte, wurden die restlichen zwei Drittel des Rennens für Hadjar zu einer langweiligen Veranstaltung, bei der er nur noch von den Ausfällen von Antonelli und Leclerc profitierte. Dass der RB22 in Barcelona offenbar nur die viertschnellste Kraft war, half natürlich auch nicht. Aus Hadjars Blickwinkel ist das Glas trotzdem halbvoll: "Um ehrlich zu sein, lief es besser als wir auf einer Strecke wie dieser bei diesen Bedingungen erwartet hätten."

Max Verstappen fährt einsam auf P4

Der Kurs in Montmelo war die erste klassische Rennstrecke seit den Red-Bull-Upgrades von Miami, und sie zeichnet sich durch eine breit gefächerte Kombination aus vorwiegend mittelschnellen und schnellen Kurven aus und vor allem in diesen schnellen Kurven macht sich beim RB22 eine klare Schwäche bemerkbar. Max Verstappen glaubt, dass das aber nur das sekundäre Problem gewesen sei, und in erster Linie hoher Reifenverschleiß an sich den Red Bull stärker schwächt als andere Autos.

Der vierfache Weltmeister erlebte seine eigene Version eines ereignisarmen Rennens. Das einzige 'Highlight' des auf P5 gestarteten Dreistopp-Fahrers: Ein Überholmanöver gegen einen wehrlosen Arvid Lindblad auf alten Reifen, der noch dazu auf einer anderen Strategie unterwegs war. Ansonsten gab es für Verstappen keinen einzigen Positionswechsel auf der Strecke zu verzeichnen, der nicht durch Ausfälle begründet war. Mercedes, Lewis Hamilton und Lando Norris waren zu schnell, Charles Leclerc, Oscar Piastri und den Rest des Feldes hatte er über die gesamte Distanz im Griff.

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