Nach dem vergangenen MotoGP-Rennwochenende in Ungarn keimte bei Francesco Bagnaia Optimismus auf. Zwar reichte es im Grand Prix nur zu Rang neun, doch Bagnaia glaubte, an der Ducati Desmosedici GP25 etwas gefunden zu haben, dass seine Probleme mit mangelndem Vertrauen zum Vorderrad dauerhaft lösen könnte.
Francesco Bagnaias Optimismus verpufft: Abgeschlagen in Barcelona
Am Freitag in Barcelona war davon aber nichts zu sehen. Das 1. Freie Training beendete er auf Rang 23, im Training am Nachmittag wurde er auch nur 21. und muss am Samstag damit zum zweiten Mal in Serie bereits in Q1 ran. Eine schallende Ohrfeige auf einer Strecke, die Bagnaia im Vorjahr noch zwei Grand-Prix-Siege einbrachte - jenen im traditionellen Katalonien-GP und jenen im kurzfristig als Ersatz für Valencia eingeschobenen Solidaritäts-GP.
"Pecco hat heute erneut über die selben Probleme geklagt, die ihn schon seit Saisonbeginn beschäftigen. Er hat einfach kein Gefühl beim Anbremsen", verriet Teammanager Davide Tardozzi im Gespräch mit den italienischen TV-Berichterstattern von 'Sky Sport'. Tardozzi und die übrige Führungsebene hatten Bagnaia, der Ducati mit zwei WM-Titeln und 30 Grand-Prix-Siegen in den vergangenen Jahren viel Freude bereitet hatte, lange Zeit den Rücken gestärkt.
Ducati-Boss mahnt: Pecco muss seinen Teil beitragen
Mittlerweile scheinen die Bosse in Borgo Panigale aber die Geduld mit ihrem einstigen Erfolgsgaranten zu verlieren. "Es gibt Momente, in denen ein Fahrer Probleme umfahren muss. Dieser Moment ist für Pecco jetzt gekommen. Ich bin mir sicher, dass er das kann - er hat es in der Vergangenheit oft genug gezeigt", sagt Tardozzi. "Pecco muss uns dabei helfen, ihm zu helfen. Wir erwarten von ihm, dass er seinen Teil beiträgt."

Bagnaia selbst widerspricht seinem Vorgesetzten, nachdem er mit dessen Aussagen konfrontiert wurde: "Ich versuche es ja, aber ich liege auf Platz 21 - zwischen zwei Testfahrern. Bei allem Respekt vor ihnen, aber da gehöre ich nicht hin. Das ist also offensichtlich nicht der richtige Weg. Der heutige Tag war ein riesiger Schock für mich. Ich dachte, dass ich hier dasselbe Gefühl haben würde, als beim Rennen in Ungarn. Leider war das nicht der Fall. Ich habe zu kämpfen. Ich bin überall am Limit. Wir schaffen es nicht, auf einer Strecke konkurrenzfähig zu sein, auf der ich immer stark war. Es wäre ein Wunder, wenn ich es in das Q2 schaffe. Am Sonntag würde ich gerne in den Top-Sieben landen, aber das ist aktuell schwer vorstellbar."
Während Francesco Bagnaia in einer Negativspirale feststeckt, fährt Teamkollege Marc Marquez Siege am laufenden Band ein. Muss die MotoGP auf Marquez' Dominanz reagieren? Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta hat hierzu eine klare Meinung:



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