Am Freitag noch euphorisch ins Wochenende gestartet, erlebte Francesco Bagnaia im MotoGP-Sprint in Spielberg einen kompletten Albtraum. Nach einem katastrophalen Start gab der chancenlose Italiener letztlich nach neun Runden auf. Was war da los? Seine Erläuterungen erinnern stark an Ereignisse der letzten Jahre.

Bagnaia schon in der Aufwärmrunde klar: Da läuft was schief

"Ich warte einfach darauf, dass mir die Ingenieure erklären können, was da passiert ist. Es ist ehrlicherweise sehr merkwürdig", begann der Ducati-Pilot ratlos. Am Start stand er mit durchdrehendem Hinterrad sofort quer und wurde von Startpatz 3 auf Position 14 durchgereicht. Doch das Debakel deutete sich bereits vorher an: "Mein Start war furchtbar, aber schon in der Aufwärmrunde hat sich der Grip am Heck sehr eigenartig angefühlt. Dann begann das Rennen und ich rutschte nur herum."

Anstatt eine Aufholjagd zu starten, ging der Albtraum weiter. Sein alter Rivale Jorge Martin überholte ihn nach einem ebenfalls schlechten Start und es wurde nur noch schlimmer für den Turiner. "Nach drei Runden war der Hinterreifen hinüber. Das Bike rüttelte mich auf den Geraden durch. Dann kam ich in Kurve 1 ohne Bremsen an", beschrieb Bagnaia. Aus Sicherheitsgründen fuhr er dann an die Box: "Irgendwann habe ich dann beschlossen, dass es das war."

"Es ist sehr merkwürdig. Ich hatte erwartet, die Pace für einen Kampf um das Podium zu haben, aber nichts hat funktioniert. Aber bevor ich noch weiter etwas sage, will ich erstmal eine Erklärung haben", hielt sich der zweifache MotoGP-Champion aber mit Wuttiraden zurück.

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Wie Barcelona 2023: Bagnaia gibt indirekt Michelin-Defekt an

Der Ursprung des Debakels kam dann letztlich doch noch ans Licht. Es geht um einen alten Intimfeind des Italieners: Michelin. Über defekte Reifen hatte er sich schon mehrfach beschwert, aber nie eine Antwort der Franzosen erhalten. Seit diesem Streit gab es aber wohl einen Rüffel für die Piloten, sodass sie sich in der Öffentlichkeit nurmehr sehr vorsichtig zu diesem Thema äußern. "Schon aus Kurve 3 heraus auf der Aufwärmrunde war etwas faul. Ich bekam ein stark durchdrehendes Rad auf der Geraden. Es kann auf einen defekten Gummi hinweisen, aber manchmal auch etwas anderes sein", näherte sich 'Pecco' dem Thema an.

Francesco Bagnaia nach seinem Horrorunfall in Barcelona
2023 in Barcelona hatte Bagnaia einen Horrorunfall, Foto: IMAGO / Sergio Ros

Letztlich fragte dann ein Journalisten-Kollege, ob er so etwas wie in diesem Sprint schon einmal gespürt hatte. Die Antwort: "Ja, in Barcelona 2023 und in Katar im Sprint-Rennen 2024." Ohne den Namen Michelin zu erwähnen, verriet Bagnaia also was Sache war. Genau nach diesen beiden Rennen flammte der Streit mit dem Reifenlieferanten hoch. In Barcelona hatte er bei einem Horrorunfall am Start Glück gehabt, nicht schwerer verletzt worden zu sein. Wohl auch aus dieser Erfahrung heraus traf er dann am Samstag in Österreich die Entscheidung, es gut sein zu lassen.

Was abgesehen von Bagnaias Debakel sonst noch so im Sprint von Spielberg passierte, das lest ihr in unserem Rennbereicht: