Zu Beginn der neuen MotoGP-Saison trumpfte Alex Marquez groß auf und führte phasenweise die Weltmeisterschaft an. Der Überraschungsmann schien tatsächlich seinem Bruder Marc Marquez einen Titelkampf liefern zu können. In den letzten Rennen ist dieser aber zum Erliegen gekommen. Während Marc von Erfolg zu Erfolg eilt, erlitt Alex einen Handbruch und beging Fehler. Dennoch sollte da im Fazit zur Sommerpause bei weitem nicht alles schwarzgesehen werden.

Alex Marquez: MotoGP-Titel unmöglich, aber gute Saison

"120 Punkte, das ist unmöglich. Oder es ist zumindest sehr schwer", gab sich der Gresini-Pilot angesichts des Rückstands auf seinen Bruder keinen Illusionen mehr hin. Beim Rennen in Brünn verursachte er gleich zwei Kollisionen, blieb erstmals im Jahr 2025 punktelos und brockte sich eine Longlap für seinen nächsten Grand Prix ein. Mehr dazu in unserem neuesten Video:

Strafe nach Crash! Brünn-Desaster für Alex Marquez (07:44 Min.)

Es war ein Bild, dass eigentlich nicht in die Saison passte. Alex Marquez stellte bisher das Muster an Konstanz dar. Selbst nach erlittenem Handbruch in Assen fuhr er ein Rennen später am Sachsenring zu Platz zwei. Deswegen fällt sein Fazit zur Halbzeit keineswegs schlecht aus: "Ich würde mir eine 8,5 [von 10, Anm. d. Red.] geben, denn abgesehen von den Fehlern hier [in Brünn] und in Assen, ist es eine wirklich gute Saison. Es gibt keinen Grund, jetzt alles für schlecht zu erklären. Wir müssen das Positive sehen."

Alex Marquez schon zur Halbzeit besser als in jeder vorherigen MotoGP-Saison

Das Positive ist offensichtlich. Es handelt sich um die mit Abstand beste Saison seiner MotoGP-Karriere. Schon zur Halbzeit hat der 29-Jährige mit 261 Punkten seinen bisherigen Bestwert von 177 Zählern aus dem Jahr 2023 weit überboten. Außerdem sicherte er sich beim Heimrennen in Jerez den lange überfälligen ersten Sieg in der Königsklasse. Seit er sich im letzten November im Valencia-Test erstmals auf die Ducati GP24 setzte, hat es 'klick' gemacht.

Alex Marquez (BK8 Gresini Racing MotoGP) feiert Palt 2 auf dem Podium
Alex Marquez ist Stammgast auf dem Podium, Foto: IMAGO / Italy Photo Press

"Unser Speed ist fantastisch", hält er daher freudig fest. Die Fakten stützen ihn. Rückschläge erfuhr er aufgrund von Fehlern, aber langsam war er nie. Nicht umsonst belegte der Mann mit der Nummer 73 in den ersten zehn Sprints mit Ausnahme von Silverstone stets Platz zwei. Die Ausnahme bestätigte hier die Regel, denn in Großbritannien hatte er Bruder Marc sogar geschlagen und gewonnen.

Kampf um WM-Platz zwei für Gresini großer Erfolg

Platz zwei ist auch das richtige Stichwort. "Mein Ziel habe ich schon genannt: Für uns ist es sehr gut, Zweiter zu sein", hält er fest. Sowohl für ihn als auch das Privatteam von Gresini wäre die Vizemeisterschaft ein herausragender Erfolg. Bisher war die beste Endplatzierung seiner Vita ein achter Rang aus der Vorsaison. In dieser holte Bruder Marc für Gresini Rang drei, auch das könnte nun also gesteigert werden. Angesichts von immer noch 48 Punkten Vorsprung auf Francesco Bagnaia stehen die Chancen gut, dass Alex dies erreichen kann. "Wir müssen nun so weitermachen, uns von den Rückschlägen erholen und dann gut aus der Sommerpause zurückkehren" lautet daher die Marschroute für die verbleibenden zehn Rennwochenenden.

Die Marquez-Brüder steuern auf einen historischen Erfolg zu. Bei Marc hat da zuletzt ein alter Förderer aus der Jugend geholfen. Mehr dazu hier: