Nach dem MotoGP-Sprint von Katar liegen die KTM-Piloten Brad Binder, Enea Bastianini, Pedro Acosta und Maverick Vinales auf den Rängen 12, 13, 14 und 18 der Fahrer-Weltmeisterschaft. In der Konstrukteurswertung belegt der österreichische Hersteller den vierten von fünf Rängen. Den Start in die MotoGP-Saison 2025 hatte man sich in Munderfing definitiv anders vorgestellt.
KTM-Boss Beirer fordert Steigerung: Können so nichts erwarten
"Gute Resultate kommen, wenn sich die Fahrer auf dem Motorrad wohlfühlen. Solange das nicht der Fall ist, können wir von ihnen nichts erwarten. So einfach ist das im Rennsport", nimmt KTM-Motorsportchef Pit Beirer sich und seine Mannschaft in die Pflicht. "Wir konnten bislang unser Potenzial noch nicht in zählbare Resultate ummünzen."

Das Unternehmen KTM war ja im Winter in die Insolvenz gerutscht. Immer wieder wird deshalb eine Verbindung zwischen dem sportlichen Tief des MotoGP-Projekts und der wirtschaftlichen Schieflage der Firma hergestellt. Ein Zusammenhang, von dem Beirer nichts wissen möchte: "Es ärgert mich, dass von manchen Leuten alles in einen Topf geschmissen wird - die fehlenden Resultate und die Krise des Unternehmens."
Pit Beirer findet deutliche Worte: Alles Bullshit!
Beirer räumte daher am Samstag im Live-Interview bei MotoGP-Pitlane-Reporter Jack Appleyard mit einigen Spekulationen auf: "Es machen Gerüchte die Runde, dass wir keine Tests mehr fahren können. Die Wahrheit ist aber, dass unser Test in Jerez abgesagt wurde, weil die Strecke nicht genutzt werden konnte (ein schweres Unwetter hatte Aufräumarbeiten nötig gemacht, Anm.). Letzte Woche waren wir dann in Misano, aber leider war dort das Wetter schlecht. Wir arbeiten auch im Windkanal. Angeblich können wir nicht einmal mehr neue Teile einkaufen. Das ist alles Bullshit!"

Für die bislang ernüchternden Resultate sieht Beirer andere Gründe. "Wir sind gut vorbereitet in die neue Saison gegangen, haben auch viele neue Teile gebracht, aber wir haben es bislang nicht geschafft, ein komplettes Paket zu schnüren. Neue Teile sind nicht immer automatisch besser. Deshalb mussten wir auch ein paar Schritte zurück machen, um etwa Pedro sein Gefühl wiederzugegeben. Das sind normale Vorgänge im Rennsport", so Beirer.
Der KTM-Motorsportchef stellt klar, dass die Vorgänge im Unternehmen nicht als Entschuldigung für mangelnde Erfolge dienen dürfe: "Wir wollen die KTM-Krise nicht als Ausrede benutzen. Wir haben alles, um hier zu performen. Es geht jetzt darum, uns wieder zu sammeln und eine solide Basis zu schaffen. Wenn das Projekt stabilisiert ist, können wir wieder nach vorne schauen und werden dann auch noch Rennen in diesem Jahr gewesen. Es ist einfach, für die fehlenden Resultate die KTM-Krise verantwortlich zu machen. Die Wahrheit ist aber, dass wir für die Zukunft bestens aufgestellt sind. Unser Projekt bekommt viel Unterstützung aus dem Unternehmen, um weiterhin auf dem höchsten Niveau Rennsport betreiben zu können. Man muss ja nur in die anderen Disziplinen blicken: Dakar, Motocross, Supercross, Moto3 - wir gewinnen überall. Aber die MotoGP ist einfach brutal."
Abwerbeversuche für Pedro Acosta? Ein Kompliment!
In der aktuell schwierigen sportlichen Situation von KTMs MotoGP-Projekt wächst auch die Unzufriedenheit von Supertalent Pedro Acosta. "Es ist frustrierend", gestand er am Samstagabend. Die Gerüchte um einen Abschied Acostas von KTM, möglicherweise sogar vor Ende des bis inklusive 2026 laufenden Vertrages, halten sich deshalb im Fahrerlager hartnäckig.
Honda soll an einer Verpflichtung Acostas interessiert sein, ebenso das VR46-Team von Valentino Rossi. Der neunfache Weltmeister ist an diesem Wochenende in Katar im Paddock und macht keinen Hehl aus seiner Bewunderung für Acosta: "Ich mag Pedro sehr. Er ist noch sehr jung, aber ein fantastischer Fahrer mit einem herausragenden Talent. Es ist noch sehr früh [um über eine mögliche Verpflichtung zu sprechen]. Wir sind mit Franco und Diggia sehr glücklich. Wir werden sehen."
Worte, die auch Pit Beirer nicht entgangen sind. "Ich nehme das als Kompliment, dass all diese Superstars jetzt auch herausfinden, dass Pedro ein guter Fahrer ist. Wir wissen das nämlich schon seit vielen Jahren. Deshalb unterstützen wir ihn auch seit dem Rookies Cup. Ich verstehe, dass andere Teams Interesse an ihm, aber es liegt an uns, so zu performen, dass er gerne hier bleibt", so Beirer.



diese MotoGP Nachricht