Marc Marquez ist zurück! Nach seinem Comeback im Misano-Test vergangene Woche wird er in Aragon sein erstes MotoGP-Rennen seit dem Italien-Grand-Prix Ende Mai bestreiten. Eine lange Zwangspause also, aber seine Konkurrenten wollen Marquez auf keinen Fall abschreiben. Er hat im Motorland Aragon bei sieben Starts in der Königsklasse fünf Rennen gewonnen.

Johann Zarco erklärte am Donnerstag, dass er Marquez für den Kampf um die Podiumsplätze auf der Rechnung hat. Francesco Bagnaia ist der Meinung, dass der Repsol-Honda-Pilot an diesem Wochenende um den Sieg kämpfen will. Angesprochen auf die Einschätzungen seiner Rivalen musste Marquez schmunzeln. "Die Chance auf ein Podium liegt unbedingt bei einem Prozent", so Marquez. "Das ist sehr unwahrscheinlich. Ich bin körperlich noch weit von meiner Bestform entfernt. Der Knochen ist zwar verheilt, aber die Muskeln sind noch sehr schwach. Außerdem befindet sich Honda in einer schwierigen Situation und wir liegen weit hinter den anderen Herstellern zurück."

Trotz acht verpasster Rennen ist Marc Marquez bester Honda-Fahrer in der WM, Foto: MotoGP.com
Trotz acht verpasster Rennen ist Marc Marquez bester Honda-Fahrer in der WM, Foto: MotoGP.com

Marquez gesteht aber, dass das Motorland Aragon für ihn der ideale Ort für das Renncomeback ist: "Es ist wichtig, auf einer Strecke zu beginnen, die du magst. Dann weißt du, dass dir das Wochenende Spaß machen wird. Es war mein Traum, in Aragon mein Comeback zu geben und dieser Traum ist wahr geworden. Ich hätte zunächst nicht erwartet, dass ich in Aragon wieder fahren kann. Seit der Operation ist aber alles gut gelaufen. Der Misano-Test war positiv und ich habe mich anschließend körperlich gut gefühlt. Deshalb habe ich mich zusammen mit den Ärzten und meinem Team entschlossen, hier mein Comeback zu geben."

Seine Zielsetzung fällt dennoch bescheiden aus. "Mein Ziel ist, von nun an alle Rennwochenenden in dieser Saison zu Ende zu fahren", erklärte Marquez am Donnerstag. "In Aragon sollte das kein Problem sein, aber wir haben jetzt drei Rennen innerhalb von drei Wochen und da werden gewisse Ermüdungserscheinungen in den Muskeln auftreten. Ich habe Honda auch erklärt, dass ich vielleicht an einzelnen Wochenenden aufgeben muss und sie verstehen das. Wir müssen meinen Zustand immer berücksichtigen. Für mich ist es jetzt wichtig, die Arbeit im Fitnessstudio ideal mit der auf dem Motorrad zu kombinieren."

Marc Marquez arbeitet im Fitnessstudio am Muskelaufbau, Foto: HRC
Marc Marquez arbeitet im Fitnessstudio am Muskelaufbau, Foto: HRC

Marquez Plan' für die letzten sechs Saisonrennen 2022 ist klar. Mit seinem Feedback soll Honda einen Ausweg aus der aktuellen MotoGP-Krise finden und im kommenden Jahr wieder ein konkurrenzfähigeres Bike an den Start bringen. "Es ist wichtig, das Motorrad für 2023 zu entwickeln und auch mich auf das nächste Jahr vorzubereiten", sagt Marquez.