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MotoGP

MotoGP-Test in Misano: Bestzeit für Aleix Espargaro

Die Testfahrten der MotoGP in Misano enden mit einer Bestzeit für Aprilia. Viele Werke testeten bereits die Prototypen für 2022.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Der zweitägige MotoGP-Test in Misano endet mit einer Tagesbestzeit von Aleix Espargaro. Der Aprilia-Pilot setzt sich am Mittwoch mit einer Zeit von 1:31,584 Minuten an die Spitze des Klassements vor Francesco Bagnaia, der am Dienstag die Bestzeit erzielt hatte. Die Werksteams haben erneut Teile oder ganze Prototypen für die nächste Saison am Start. So lief der Testtag:

Das Ergebnis: Viele Fahrer erzielten ihre Bestzeit bereits am Vormittag. Aleix Espargaro allerdings fuhr seine schnellste Runde kurz vor Ende der vorletzten Teststunde in Misano. Der Aprilia-Pilot setzte sich um nur 0,080 Sekunden vor Bagnaia und 0,123 Sekunden vor Joan Mir durch. Dahinter reihten sich Taka Nakagami, Jack Miller, Pol Espargaro, Fabio Quartararo, Maverick Vinales und Miguel Oliveira ein. Marc Marquez komplettierte mit 0,567 Sekunden Rückstand die Top-10.

Zum ersten Mal auf einem MotoGP-Bike waren die beiden Moto2-Dominatoren Remy Garnder und Raul Fernandez unterwegs. Das Duo hatte die KTM-Bikes von Danilo Petrucci und Iker Lecuona übernommen, jener Fahrer, die sie im nächsten Jahr bei Tech3 ersetzen werden. Fernandez verlor als 22. rund 2,4 Sekunden auf die Spitze, Gardner büßte als 25. etwas mehr als drei Sekunden ein.

Valentino Rossi beendete den letzten Testtag seiner Karriere als 19. mit 1,2 Sekunden Rückstand und sagte danach in seine Videocall: "Nein, ich werde das Testen nicht vermissen. Diese Aufgabe zählt sowohl physisch als auch mental zu den anstrengendsten in unseren Job. Mir war das Rennfahren immer deutlich lieber als Tests."

Stefan Bradl fehlte am Mittwoch in Misano, da er bereits wieder in Deutschland weilt, wo er am Donnerstag in Hockenheim einen DTM-Test im Lamborghini Huracan GT3 absolvieren wird.

Die Rundenbilanz: Aktivster Fahrer am Mittwoch war Maverick Vinales, der 109 Runden auf seiner Aprilia drehte. Auf den weiteren Plätzen folgten Alex Marquez (90), Pol Espargaro (89), Brad Binder (83), Aleix Espargaro (82) und Jack Miller (81). Am unteren Ende der Skala landeten Enea Bastianini (10), Suzuki-Testfahrer Sylvain Guintoli (33), Jorge Martin (34), Franco Morbidelli (38) und Francesco Bagnaia (39). Fernandez saß für 51 Runden auf der KTM, Gardner für 47 Laps.

Crashes & Defekte: Am Vormittag ging Enea Bastianini als erster MotoGP-Fahrer zu Boden. Bereits auf seiner 11. Runde erwischte es den Italiener, der bereits am Vortag nach zehn vollen Runden gestürzt war. Franco Morbidelli erwischte es vor der Mittagspause gleich zweimal: Zunächst stürzte er in Turn 15, bevor er auf seiner Outlap ein weiteres Mal zu Boden ging. Die Crashes blieben ohne Folgen für die Fahrer.

Einen Defekt musste Dani Pedrosa hinnehmen, als er bereits in der zweiten Teststunde in Kurve 10 mit seiner KTM ausrollte. Eine halbe Stunde vor Schluss musste auch Pol Espargaro seine Honda mit einem technischen Gebrechen in der ersten Kurve abstellen.

Die Technik: Suzuki hatte einen Prototypen am Start, in dem sowohl ein neuer Motor, als auch ein neues Chassis und neue Verkleidungsteile verbaut waren. Das Feedback der beiden Piloten, die sich in der Mittagspause der Presse stellten, war durchgehend positiv. Auch an der erst vor kurzem gebrachten Lösung für das Ride-Height-Device wurde weiter getüftelt.

KTM brachte eine neue Verkleidungsvariante, bei der auch der Lufteinlass vom bisher eingesetzten abweicht. Honda ließ bereits gestern die Hosen runter, als Stefan Bradl den 2022er-Prototypen für Marc Marquez und Pol Espargaro vorbereitete. Heute tauchte in Misano aber eine weitere Variante des Lufteinlasses auf.

Bei Yamaha war das neue Motorrad zwar im Einsatz, Teamchef Massimo Meregalli gab im Interview mit der offiziellen Webseite der MotoGP aber zu, dass sein Team diesen Test in erster Linie für weitere Feinabstimmung im Hinblick auf das zweite Misano-Rennen Ende Oktober nutzt. Fabio Quartararos WM-Führung soll dadurch unbedingt ins Ziel gebracht werden. Ducati arbeitete ebenfalls an Verbesserungen für die laufende Saison, um vor allem Francesco Bagnaia bei seiner Aufholjagd auf Quartararo zu unterstützen. Darüber hinaus war aber auch bereits eine mögliche Aero-Variante für 2022 mit dabei.

Das Wetter: Im Gegensatz zum Dienstag blieb die Strecke in Misano den gesamten Tag trocken.


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