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MotoGP

Schlachtfeld Portimao: Schon vier verletzte MotoGP-Fahrer

Das MotoGP-Wochenende in Portimao wird zum Härtetest für die Körper der Piloten. Knapp ein Drittel des Feldes wurde bislang unsanft abgeworfen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Es ist gerade einmal dritte Rennwochenende der MotoGP-Saison 2021 und schon weisen die Körper mehrerer Fahrer massive Verschleißerscheinungen auf. In Portimao ereigneten sich am Freitag und Samstag zahlreiche heftige Abflüge, von denen nicht alle glimpflich ausgingen. Die Zusammenfassung:

MotoGP-Stürze, Strafen, Rote Flaggen: Chaos-Samstag in Portimao: (09:02 Min.)

Jorge Martin: Den spanischen Rookie, der die MotoGP mit Pole Position und Rang drei im zweiten Katar-Rennen noch begeistert hatte, erwischte es bislang am schlimmsten. Er flog am Samstag im FP3 auf einer Outlap mit hohem Tempo in Kurve sieben ab. Zusammen mit seiner Ducati schlitterte er in die Auslaufzone, am Übergang von Asphalt zu Kies wurde er in die Luft und dann weiter durch das Kiesbett geschleudert. Martin wurde an der Unfallstelle erstversorgt und mit dem Krankenwagen ins Medical Center an der Strecke gebracht. Von dort aus ging es weiter in das Krankenhaus von Faro, wo die ernüchternde Diagnose folgte: Frakturen im Knöchel und Mittelhandknochen. Martin muss operiert werden und kann nicht am Rennen teilnehmen.

Takaaki Nakagami: Der LCR-Honda-Pilot war das erste Opfer des Autodromo Internacional do Algarve an diesem Wochenende. Ihn erwischte es zu Beginn von FP2 beim Anbremsen zur Kurve eins. Ihm unterlief auf der Kuppe ein Fehler, Nakagami wurde mit 260 km/h über den Lenker seiner RC213V geschleudert und schlag hart mit der Schulter auf dem Asphalt auf. Am Samstag fuhr der Japaner nur wenige Runden im 3. Training, FP4 und das Qualifying ließ er wegen zu großer Schmerzen aus. Am Sonntag will es Nakagami noch einmal probieren, die Erfolgschancen scheinen aber sehr gering.

Pol Espargaro: Einen üblen Highsider legte der Repsol-Honda-Pilot hin. Er wurde im FP4 beim Durchfahren der Zielkurve in hohem Bogen abgeworfen. Anschließend klagte er über starke Schmerzen im Gesäß und im rechten Bein. "Gebrochen ist nichts, aber der Einschlag war gewaltig", sagte Espargaro. "Ich war in dieser Runde etwas zu schnell und das Hinterrad ist leicht gerutscht. Als ich dann ans Gas gegangen bin, war das einfach zu viel und ich bin abgeflogen."

Miguel Oliveira: Schmerzhaft endete der Qualifying-Samstag auch für den Lokalmatador und Vorjahressieger. Er crashte bei hohem Tempo in Kurve neun und verspielte damit auch die Chance auf einen guten Startplatz, musste sich mit P10 zufriedengeben. "Ich habe einfach das Vorderrad verloren", analysierte der KTM-Pilot. "100 Prozent fit bin ich nach dem Sturz nicht. Ich habe Prellungen an den Armen und Händen sowie am linken Unterschenkel. Dagegen können wir jetzt eh nicht viel tun, außer mit Eis kühlen und die Entzündung so gering wie möglich halten."

Alex Marquez, Luca Marini, Johann Zarco: Immerhin drei Fahrer kamen am Samstag bei ihren Stürzen ohne Blessuren davon. Im Fall von Alex Marquez war das durchaus überraschend, denn er legte in Kurve drei einen heftigen Highsider hin. "Das war wirklich ein furchteinflößender Sturz", sagte Bruder Marc, der direkt hinter ihm fuhr. "Das war einer der Gründe, warum ich mich in FP3 nicht mehr verbessert habe. So ein Crash, egal von wem, ist erschreckend." Luca Marini erwischte es in FP4 in der schnellen Kurve neun. Außer einer schwer beschädigten Lederkombi und einer etwas mitgenommenen Ducati hatte er aber keinen Schaden zu beklagen. Johann Zarco rutschte im Qualifying harmlos weg und konnte mit seinem Motorrad sogar an die Box zurückkehren.


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