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MotoGP - Rossi-Kritik lässt Binder kalt: Er ist empfindlich

Valentino Rossi klagt über mangelnden Respekt von jungen Fahrern, Auslöser ist Brad Binder. Der antwortet auf die Kritik des MotoGP-Superstars.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Seit 1996 ist Valentino Rossi Teil der Motorrad-Weltmeisterschaft. In zweieinhalb Jahrzehnten hat er viele Fahrer kommen und gehen gesehen. Rossi hat unterschiedlichen Epochen des Sports miterlebt. In den vergangenen Jahren ist die MotoGP etwa durch die Einführung der Einheitselektronik deutlich enger zusammengerückt. Logische Folge: Härteres Racing.

Rossi galt in Zweikämpfen selbst nie als Kind von Traurigkeit. Mit der Herangehensweise einzelner Fahrer in der jüngsten Vergangenheit ist der Altmeister aber nicht einverstanden. Am Donnerstag vor dem zweiten Katar-Wochenende äußerte er etwa deutliche Kritik an Brad Binder: "Viele Piloten fahren sauber und mit Respekt für den Gegner, aber es gibt auch Leute wie Binder, die hart fahren und sich nicht um den Gegner scheren."

Binder und Rossi hatten beim MotoGP-Saisonauftakt am Losail International Circuit gegeneinander gekämpft. Der KTM-Pilot bremste sich in Kurve eins an seinem Rivalen vorbei, der dadurch gezwungen war seine Yamaha aufzurichten. Rossi verlor vier Positionen.

Rossi erklärte seinen Ärger genauer: "Wenn du versuchst, gegen ihn die Linie zuzumachen, löst er die Bremse und wenn du dich dann nicht bewegst, schiebt er dich von der Strecke. So ist das heutzutage nun mal. Als ich jung war, musste man den Alten genug Respekt entgegenbringen. Ich bin mit Sakata oder Ueda gefahren, das waren für mich Helden. Natürlich hat man sich auch in der Vergangenheit im Rennen berührt, aber man hat immer versucht, das zu vermeiden. Jetzt denken viele Fahrer nur an das eigene Rennen und nicht an die anderen Fahrer."

Rossi musste sich im ersten Saisonrennen mit P12 begnügen - Foto: LAT Images

Binder reagierte am Freitag auf die Kritik Rossis. "Es war mein zweiter Moment mit ihm. Beim ersten Mal in Österreich sind wir beide komplett von der Strecke abgekommen. Da ist es normal, dass er beim zweiten Mal etwas verärgert ist", so Binder. Hier endet das Verständnis des Youngsters aber auch schon: "Man muss aber dazu sagen, dass ich ihn dieses Mal nicht berührt habe - gar nicht! Ich finde, er ist da vielleicht etwas empfindlich. Meiner Meinung nach habe ich nichts falsch gemacht. Wir waren nebeneinander, haben zu bremsen begonnen, er hat die Bremse gelöst und wollte die Linie zumachen, ich habe die Bremse auch gelöst. Ende der Geschichte."


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