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MotoGP Katar - Ducati scheitert an Favoritenrolle: Die Gründe

Die Topspeed-Raketen von Ducati schienen in Katar fast unschlagbar, am Ende triumphierte aber Maverick Vinales. Die Analyse der Ducatisti.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Für Ducati schien im Katar-Grand-Prix der MotoGP zunächst alles nach Plan zu laufen. Am Start spielte man das überlegene Holeshot-Device an der Desmosedici GP21 ideal aus. Francesco Bagnaia verteidigte seine Pole Position, dahinter reihten sich Jack Miller von Startplatz fünf, Johann Zarco von P6 und Jorge Martin von P14 ein.

Bagnaia legte an der Spitze sofort eine starke Pace vor und schraubte seinen Vorsprung auf den späteren Rennsieger Maverick Vinales in den ersten Runden auf mehr als zwei Sekunden. Doch dann begann die Ducati-Dominanz zu bröckeln. Der überlegene Topspeed aus den Trainings und Qualifyings schien nicht mehr existent, die Yamahas konnten im Windschatten gut mithalten.

"Meiner Meinung nach lag das vor allem am Wind", analysierte Bagnaia nach dem Rennen. Am Sonntag wehte den MotoGP-Piloten auf der Start-Ziel-Geraden des Losail International Circuit eine kräftige Brise entgegen, die die Arbeit für vorausfahrende Piloten natürlich erschwerte. Bagnaia übernahm diese Rolle von Runde 1 bis 14. Als Vinales dann an ihm vorbeizog, konnte er nichts entgegenhalten. Weil die Ducatis aufgrund starkem Reifenverschleiß am Hinterrad in der Schlussphase chancenlos waren.

"Maverick hatte zu diesem Zeitpunkt einfach mehr Traktion als ich. Als wir aus der letzten Kurve rausgekommen sind, war schon drei bis vier Zehntelsekunden vor mir. Zu Beginn habe ich die Drecksarbeit gemacht. Vielleicht hätte ich weniger pushen und einem anderen Fahrer folgen sollen. Nächste Woche werde ich etwas anderes versuchen", zog Bagnaia bereits seine Lehren aus dem Saisonauftakt.

MotoGP-Katar: Ducati vom Winde verweht, Vinales glänzt: (12:22 Min.)

Jack Miller: Gegen die Wand gefahren

Während Bagnaia auf den letzten Metern zumindest noch Joan Mir abfangen und somit Platz drei erobern konnte, ging Teamkollege Jack Miller am Sonntag in Katar völlig baden. Er kam über Rang neun nicht hinaus, mehr als sieben Sekunden fehlten ihm auf Sieger Vinales. "Ich habe mich eigentlich sehr gut gefühlt und war der Meinung, dass ich den Reifen gut verwalte. Aber dann: Bang! Es war, als wäre ich gegen eine Wand gefahren. Ich habe völlig den Grip am Hinterrad verloren", beschrieb er sein Rennen.


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