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MotoGP Valencia - Nakagami nach Crash: Ich wollte den Sieg

Taka Nakagami avancierte in Valencia zum tragischen Helden der MotoGP. Erneut ließ er eine Chance auf seinen ersten Podestplatz aus.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Taka Nakagami hat erneut eine Chance auf das erste MotoGP-Podium seiner Karriere ausgelassen. In Valencia war er gegen Ende der 19. Runde drauf und dran, Pol Espargaro den dritten Platz wegzuschnappen, als ihm während des Überholmanövers das Vorderrad einklappte und Nakagami abflog. Beinahe hätte er dabei Espargaro gleich mit abgeräumt.

"Als er mich überholt hat, wollte ich mich auf den Kampf einlassen. Ich habe aber zum Glück ein wenig Platz gelassen, da er später gebremst hat. Dann wollte er die Linie zumachen und ist gestürzt. Er wollte mich in dieser Situation überholen, da er wusste, dass er das Rennen gewinnen konnte. Er hatte wirklich die Chance dazu", war Espargaro nach dem Rennen von Nakagamis Fähigkeiten in Valencia überzeugt.

Auch der sonst so bescheidene Japaner trauerte der Chance auf den möglichen Sieg nach: "Ich dachte in dieser Situation nicht an einen Podestplatz, sondern an den Sieg", gab Nakagami offen zu. Kapp über zwei Sekunden lag er zu diesem Zeitpunkt hinter Leader Franco Morbidelli, dem er in den drei Runden zuvor eine halbe Sekunde abgenommen hatte. Doch anstatt eines möglichen ersten Sieges, wurde es am Ende nicht einmal der erste Podestplatz.

Nakagami: Eigentlich alles unter Kontrolle

"Ich hatte eigentlich alles unter Kontrolle und konnte auf Pol aufholen", schilderte Nakagami die Situation. "Ich Sektor vier und vor allem in Kurve 13 war ich mit Abstand der Schnellste. Ich dachte, es wäre dort einfach, Pol zu überholen. Ich habe mich bereits auf das Beschleunigen aus der Kurve vorbereitet, als ich plötzlich die Kontrolle über die Front verloren habe."

Für Nakagami war es bereits die dritte verpasste Chance auf den ersten Podestplatz: Im zweiten Spielberg-Rennen lag er zum Zeitpuntk der Roten Flagge auf dem 2. Platz, im zweiten der beiden Aragon-Rennen warf er seine Honda in Führung liegend auf der ersten Runde weg. "In Österreich hatte ich einfach Pech, in Aragon war es klar mein Fehler. Diesmal war eigentlich alles vorbereitet: Die Strategie und die Reifen-Performance, sodass ich wirklich an den Sieg denken konnte. Es ist enttäuschend, dass ich nun schon drei Chancen verstreichen lassen habe."

Durch die Ausfälle der letzten Wochen ist Nakagami, der lange Zeit von seinen soliden Top-8-Resultaten profitierte, in der WM-Wertung mittlerweile auf den 9. Rang abgerutscht. Damit ist er zwar immerhin bestplatzierter Honda-Pilot, doch ohne Podestplatz wäre die MotoGP-Saison 2020 für Nakagami wohl kaum als Erfolg zu werten. Seine letzte Chance auf einen Achtungserfolg erhält der Japaner am kommenden Sonntag in Portimao.


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