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Jorge Lorenzo bestätigt MotoGP-Verhandlungen mit Aprilia

Jorge Lorenzo steht bei Yamaha vor dem Rauswurf als MotoGP-Testfahrer. Er könnte diese Position aber zukünftig bei Aprilia bekleiden.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Seit seinem Rücktritt als Stammpilot im November 2019 sorgt Jorge Lorenzo für beinahe gleich viele Schlagzeilen wie zu einer aktiven Zeit in der MotoGP. Im Winter wurde er als neuer Testfahrer bei Yamaha präsentiert, später liebäugelte er mit einem Vollzeit-Comeback bei Ducati und nun wird er mit Aprilia in Verbindung gebracht.

Was zunächst nach einem wilden Gerücht klang, entspricht tatsächlich der Wahrheit. Auch wenn ein Wechsel Lorenzos noch lange nicht in trockenen Tüchern ist. "Ich würde gerne als Testfahrer weitermachen und meine erste Wahl ist immer noch Yamaha, denn ich habe mit diesem Hersteller viel gewonnen und fühle mich auf dem Motorrad sehr wohl", erklärte er gegenüber 'As'. "Wenn unsere Zusammenarbeit enden würde, wäre das meiner Meinung nach für beide Seiten sehr schade. Ich glaube dass es für Yamaha unmöglich wäre, einen Fahrer zu finden, der sich so natürlich an den nötigen Fahrstil anpassen kann und die Feinfühligkeit hat, um die Entwicklung aller Teile in die korrekte Richtung zu lenken."

Sollte es mit Yamaha aber für 2021 nicht klappen, was zunehmend wahrscheinlicher wirkt, dann soll es für Lorenzo zum erfolglosesten MotoGP-Hersteller der letzten Jahr geht. "Es gibt mit Aprilia eine andere interessante Option für mich", bestätigt er die Gerüchte. "Ich habe in der Weltmeisterschaft mit dem Piaggio-Konzern begonnen, als ich für Derbi gefahren bin. Dann bin ich zu Aprilia gegangen und habe dort meine ersten beiden WM-Titel geholt. Wir haben also eine erfolgreiche Geschichte und es wäre schön, den Kreis mit ihnen zu schließen."

Auf Aprilia wurde Lorenzo zwei Mal 250ccm-Weltmeister - Foto: Milagro

Die Aufgabe, Aprilia nach sechs schwachen Saisons seit der MotoGP-Rückkehr 2015 an die Spitze zu führen, reizt Lorenzo: "Die Aprilia zu verbessern wäre eine attraktive Herausforderung, so wie es Dani (Pedrosa, Anm.) bei KTM geschafft hat. Dort wurde auf ihn gehört und das zeigt sich nun in den Ergebnissen. Ich glaube auch, dass ich Andrea (Iannone, Anm.) sehr helfen könnte, wenn er nächstes Jahr fahren darf. Wir leben beide in Lugano und ich könnte als sein Coach agieren." Im Mai ließ Lorenzo aufhorchen, als er auf seinen Social-Media-Kanälen den Doping-gesperrten Iannone verteidigte.

Nun heißt es für den 33-jährigen Spanier aber erst einmal geduldig sein. Yamaha will sich demnächst entscheiden, ob man mit ihm 2021 weitermachen will. Andrea Dovizioso zeigt ja Interesse an Lorenzos Job und soll der Wunschkandidat beim japanischen Hersteller sein. Ist Lorenzos Abschied bei Yamaha erst einmal beschlossene Sache, hält er eine Einigung mit Aprilia in wenigen Wochen für möglich.


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