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MotoGP - Takaaki Nakagami erklärt Sturz: Unglaublicher Druck

Takaaki Nakagami dominierte das zweite MotoGP-Wochenende in Aragon, sein Rennen dauerte aber nur fünf Kurven. Er kam mit den großen Erwartungen nicht klar.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Besser vorbereitet als Takaaki Nakagami kann man kaum in ein MotoGP-Rennen gehen. Am zweiten Aragon-Wochenende fuhr der LCR-Honda-Pilot die Trainingsränge 2, 1, 2 und 1 ein, setzte sich auch im Warm-Up durch und stellte seine RC213V auf Pole Position. Kein Wunder, dass ihn praktisch das gesamte MotoGP-Paddock zum Favoriten erklärte.

Genau das wurde Nakagami im Rennen aber zum Verhängnis. Er kam mit der Erwartungshaltung nicht klar. Teamkollege Cal Crutchlow hatte ihm einen Sieg mit elf Sekunden Vorsprung prophezeit. Ein Triumph Nakagamis wäre gleichzeitig Hondas erster Saisonsieg und der erste MotoGP-Erfolg für einen Japaner seit Makoto Tamada in Motegi 2004 gewesen. Doch daraus wurde nichts, stattdessen ging Nakagami schon nach fünf Kurven zu Boden.

"Vor dem Rennen habe ich zum ersten Mal diesen unglaublichen Druck von außen gespürt und konnte damit nicht umgehen", gestand der 28-Jährige. "Ich war nervös und hatte meine Emotionen nicht im Griff. Deshalb ist mir dieser dumme Fehler passiert. Es ist so schade. Ich habe nur einen Fehler gemacht und der hat mir alles gekostet. Ich bin extrem enttäuscht und kann es immer noch nicht glauben. Ich wollte nach dem Start sofort alles geben und habe es übertrieben. Ganz einfach."

Takaaki Nakagami lässt sich in Fehler hetzen

Denn um seine überlegene Pace auszuspielen, benötigte Nakagami freie Fahrt. Und die war nach dem Start in Gefahr, wie er selbst erklärt: "Ich wusste, dass Franco direkt hinter mir war und ich in den ersten Kurven die Tür zumachen musste um die Führung zu halten. Ich bin dabei etwas von der Linie abgekommen und konnte das Motorrad nicht mehr richtig kontrollieren. Das hat mich überrascht, denn in dieser Kurve hatte ich das ganze Wochenende über kein Problem. Dann habe ich einfach zu stark gebremst."

Ein Fehler, den Nakagami nicht mehr wiederholen will. "Daraus muss ich jetzt für die Zukunft lernen", weiß er. "Wenn ich das nächste Mal von der Pole Position starte, wird mir die Erfahrung von heute sehr helfen. Ich muss mit dem Druck klarkommen, dann kann ich sicher viele Rennen gewinnen. Vielleicht sogar noch in dieser Saison, immerhin muss ich nicht an die Weltmeisterschaft denken."

Tatsächlich verabschiedete sich Nakagami, obwohl 2020 noch ohne Podiumsplatzierung, erst mit der Nullnummer am Sonntag aus dem Titelkampf. Drei Rennen vor Ende liegt er nun 45 Punkte hinter WM-Leader Joan Mir auf Gesamtrang sieben.


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