Motorsport-Magzain.com Plus
MotoGP

MotoGP Misano 2020: Die Reaktionen zum Rennsonntag

Franco Morbidelli zeigt ein meisterliches Rennen in Misano. Valentino Rossi verpasst das Podium beim Heimrennen. Die Reaktionen zum Rennsonntag.
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

1. Franco Morbidelli (Petronas Yamaha): "Ich kann gar nicht beschreiben, wie ich mich fühle. Ich muss das alles erst verarbeiten. Es ist einfach nur ein tolles Gefühl und ich bin sehr glücklich. Ich genieße den Moment. Das Einzige, was ich sagen kann, ist ein großer Dank an mein Team und alle Leute, die mich jemals unterstützt haben. Ich habe in den letzten Runden viel nachgedacht. Ich musste an das Rennen in der Italienischen Superstock-Meisterschaft hier vor sieben Jahren denken, dass ich auch gewonnen habe. Es hat sich angefühlt wie jetzt, nur dass die Emotionen heute noch einmal viel größer sind. Ich bin überwältigt. Ich kann nur Danke sagen!"

2. Francesco Bagnaia (Pramac Ducati): "Es fühlt sich so gut an. In den letzten fünf Wochen zuhause war es wirklich schwierig, positiv zu bleiben. Dieser Frust hat mir aber den Antrieb gegeben, um hier so konkurrenzfähig zu sein. Ich muss meinem Trainer, meinem Physio, dem Arzt der mich operiert hat, meiner Familie, meiner wunderschönen Freundin und all meinen Freunden Danke sagen. Sie haben mich jeden Tag angetrieben, so dass ich gut vorbereitet hier hergekommen bin. Ich bin so glücklich. In Jerez war ich schon so nah dran am Podium, heute habe ich es endlich geschafft. Dieses Podium schmeckt wirklich gut, wie eine Pasta all'Amatriciana!"

3. Joan Mir (Suzuki): "Ich bin sehr glücklich. Ich habe in diesem Rennen wirklich alles gegeben. Alle Fahrer hatten eine sehr ähnliche Pace. Ich bin mit dem Medium-Hinterreifen gestartet und hatte Probleme, ihn auf Temperatur zu bringen. Dann konnte ich aber die Fahrer vor mir einholen. Am Ende haben sie nachgelassen, aber ich konnte meine Pace halten. Wir waren hier nicht so stark wie in Spielberg, aber es hat dennoch für das Podium gereicht. So müssen wir weitermachen."

4. Valentino Rossi (Yamaha): "Dieses Podium wäre etwas ganz Besonderes gewesen, daher ist es schade, dass es sich hier in Misano nicht ausgegangen ist. Wäre ich mit Franco und Pecco auf dem Podest gestanden, wäre das wie auf der Ranch gewesen. Leider habe ich am Ende einen kleinen Fehler gemacht und Mir war in diesem Moment sehr stark. Leider hat er mich damit zwei Kilometer vor dem Ziel ausgestochen. Aber es hat mir auch ohne Podestplatz Spaß gemacht. Denn wir waren an diesem Wochenende immer konkurrenzfähig."

5. Alex Rins (Suzuki): "Das heutige Rennen war hart für mich. Im ersten und mittleren Teil des Rennens habe ich mich gut gefühlt. Als das Podest immer näher rückte, habe ich noch mehr gegeben und dann plötzlich Probleme mit meinem rechten Arm bekommen. Das dürfte eine Folge meiner Schulterverletzung sein. Danach war es schwierig, noch zu kämpfen. Am Ende wollte ich nur noch ins Ziel kommen, daher bin ich glücklich, dass es zum fünften Platz gereicht hat."

6. Maverick Vinales (Yamaha): "Ich weiß nicht, was heute passiert ist. Ich bin sehr enttäuscht. Ich weiß nicht, wieso ich im Rennen keinen Grip hatte. Ich habe alles versucht, aber die Reifen haben mir kein Feedback gegeben. Wir müssen daran arbeiten und gelassen bleiben. Für das nächste Wochenende muss ich aber meinen Kopf reseten."

Yamaha-Pilot Maverick Vinales konnte seine Pole Position in Misano nicht in ein Podium verwandeln - Foto: MotoGP.com

7. Andrea Dovizioso (Ducati): "Es war ein hartes Rennen. Da ich so weit hinten starten musste, fand ich lange Zeit keinen Rhythmus. Mit diesen Reifen kann ich nicht so konkurrenzfähig sein, wie ich das gerne wäre. Zum Glück haben wir am Dienstag einen Test und ich hoffe, dass wir da einige Probleme lösen können. Die WM ist in diesem Jahr verrückt, denn jetzt liege ich plötzlich voran. Wir müssen unsere ganzen Anstrengungen darauf konzentrieren, dass wir in den nächsten Rennen besser da stehen."

8. Jack Miller (Pramac Ducati): "Es war ein schwieriges Rennen. Ich habe mein Bestes gegeben und bin gut gestartet, aber dann bekam ich Probleme und am Ende war meine Pace nicht gut. Wir haben jede Menge Arbeit für nächste Woche, aber wir werden im nächsten Rennen wieder da sein."

9. Takaaki Nakagami (LCR Honda): "Das Rennen war für uns definitiv positiv, denn gestern und am Freitag haben wir sehr viel Zeit verloren. Startplatz 14 ist nicht gut für das Rennen, aber durch das neue Holeshot-Device konnten wir unsere Starts klar verbessern. Im Endeffekt ist es ein weiterer Top-10-Platz, aber wir müssen schauen, wie wir uns für das nächste Rennen verbessern können, sodass wir wieder um das Podest kämpfen können."

10. Pol Espargaro (KTM): "ich kann heute gar nicht viel sagen. Ich konnte ab der ersten Runde das Heck meines Motorrads nicht stoppen und hing lange hinter Zarco fest. Es war nicht sehr sicher, hier ein sauberes Manöver zu setzen, deshalb musste ich das Rennen managen, als die Pace nach unten ging und andere Fahrer aufholen konnten. Wir haben auch heute noch für unsere Fehler vom Samstag bezahlt. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir im nächsten Rennen besser sind."

11. Miguel Oliveira (Tech3 KTM): "Es war ein hartes Rennen. Es war nicht einfach, Positionen gut zu machen, vor allem zu Beginn des Rennens. Wir waren viele Fahrer mit unterschiedlichen Reifenmischungen, was es nicht einfachgemacht hat. Wir hatten aber eine gute Pace, waren nur zu weit zurück. Jetzt konzentrieren wir uns auf den Test am Dienstag. Wir haben ein paar Dinge, die wir testen können, um das Rennen am nächsten Wochenende besser machen zu können."

12. Brad Binder (KTM): "Ich bin nicht gut gestartet und musste mich auf die Rückgewinnung von Positionen konzentrieren. Ich hatte kein gutes Gefühl, daber mit Fortdauer des Rennens wurde es besser. Ich kann mich aber nicht beklagen. Wir müssen allerdings den Test am Dienstag nutzen, denn wir KTM-Fahrer haben alle die gleichen Probleme."

Stellte seine KTM im ersten Rennen von Misano auf Rang zwölf: Brad Binder - Foto: MotoGP.com

13. Aleix Espargaro (Aprilia): "Unser Ergebnis spiegelt nicht die Realität wieder. Wir schlagen uns sehr gut und mein Gefühl für die neue Aprilia ist klasse. Ich hatte viel Spaß und die Zahlen zeigen unsere Verbesserungen. Das einzige Problem für uns ist immer noch das Überholen. Uns fehlt es an Beschleunigung, um an unseren Rivalen vorbeizugehen und das zwingt und dazu, zurückzubleiben, auch wenn unsere Pace besser ist."

14. Iker Lecuona (Tech3 KTM): "Ich wusste, dass meine Grid-Position im Rennen nicht ideal sein würde, um um einen Platz in den Top-10 zu kämpfen. Aber ich habe noch vor dem Rennen einen Fehler auf der Aufwärmrunde gemacht. Ich habe den Motor ausgemacht und habe dafür eine Long-Lap-Penalty kassiert. Ich war nervös, weil ich um mein Potenzial wusste. Am Ende konnte ich mit der Situation gut umgehen und habe mich Runde um Runde verbessert."

15. Johann Zarco (Avintia Ducati): "Mit P15 und 20 Sekunden Rückstand war ich weit hinter der Spitze. Vom Start kann ich aber sehr viele positive Dinge mitnehmen. Im Warm-Up haben wir noch etwas gefunden, was mir geholfen hat, lange an Dovizioso und Bagnaia dran zu bleiben. Mein Start war gut, aber dann bekam ich Probleme mit dem Hinterreifen - besonders in den letzten sieben Runden."

16. Danilo Petrucci (Ducati): "Ich hatte heute im Rennen große Probleme. Zu Beginn bin ich mit einigen Fahrern aneinandergeraten und konnte mich nicht an die Führungsgruppe hängen. Als das Motorrad gegen Ende leichter wurde, fand ich eine bessere Pace, aber da lag ich schon zu weit hinten um Plätze aufholen zu können. Ich bin sehr enttäuscht, dass ich heute keine Punkte holen konnte."

17. Alex Marquez (Repsol Honda): "Unsere Pace war gut, besonders gegen Ende des Rennens, als ich das Tempo der Spitzenreiter gehen konnte. Meine schnellste Rennrunde gelang mit im letzten Umlauf. Im Vergleich zu gestern ist uns ein großer Sprung gelungen. Daher war es ein gutes Rennen. Allerdings müssen wir über das gesamte Wochenende noch konstanter werden."

18. Stefan Bradl (Repsol Honda): "Es war ein frustrierendes Rennen. Ich hatte ein Problem mit einem Nerv in meinem rechten Ellenbogen. Die Sache begann bereits gestern, aber im Rennen wurde es schlimmer. Es hat nichts mit dem oft vorkommenden Armpump-Syndrom zu tun, trotzdem wurden meine beiden kleinen Finger taub. Aus diesem Grund war ich etwa eine Sekunde von meinem normalen Speed entfernt. Da es von vornherein nicht geplant war, dass ich am Dienstag hier teste, werde ich also die Zeit nutzen, um den Arm eine Ruhepause zu gönnen."

Stefan Bradl beendete seinen Renneinsatz in Misano als 18. - Foto: MotoGP.com

19. Bradley Smith (Aprilia): "Leider hat der Crash im FP3 uns das Wochenende versaut. Das Gefühl am Freitag war gut, aber als ich auf das zweite Bike wechseln musste, war das Gefühl nicht mehr so gut wie im Qualifying oder dem Rennen. Im Rennen bin ich auf einer Bodenwelle gestürzt und obwohl das Bike kaputt war, konnte ich wieder ins Rennen einsteigen und es beenden."

DNF Tito Rabat (Avintia Ducati): "Ich habe Schritte nach vorne gemacht - sowohl bei der schnellsten Runde, als auch bei der Pace und den ersten Runden des Rennens. Meine schnellste Rundenzeit lag in etwa auf dem Niveau meines Teamkollegen."

DNF Fabio Quartararo (Petronas Yamaha): "Ich habe heute viele Fehler gemacht. Mein Start war schon nicht großartig, dann hatte ich auch eine Berührung mit Jack. Später konnte ich dann Maverick überholen und wollte anschließend voll pushen um die Fahrer vor mir einzuholen. Ich habe gepusht, als wäre es die letzte Runde, aber es waren noch 19 Runden zu fahren. Das war meine Schuld. Ich habe es einfach übertrieben. Hinter Maverick konnte ich ganz locker fahren, hätte wohl eine halbe Sekunde schneller sein können. Ich bin aber nicht an ihm vorbeigekommen und das hat mich frustriert. Als es mir dann endlich gelungen ist dachte ich, dass ich jetzt frei bin, früher Gas geben und später Bremsen kann. Weil ich zuvor knapp hinter Maverick gefahren bin ist der Vorderreifen aber zu heiß geworden, der Luftdruck ist gestiegen, ich bin etwas gerutscht, weit gegangen und dann gestürzt."


Tissot
Motorsport-Magzain.com Plus