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MotoGP

MotoGP Misano 2020: Quartararo stürzt, Morbidelli holt 1. Sieg

Franco Morbidelli gewinnt in Misano sein erstes MotoGP-Rennen. Fabio Quartararo stürzt gleich zwei Mal und verliert die WM-Führung.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Die MotoGP hat ihren vierten Premierensieger in der Saison 2020. Nach Fabio Quartararo in Jerez, Brad Binder in Brünn und Miguel Oliveira in Spielberg gewinnt Franco Morbidelli in Misano sein erstes Rennen in der Königsklasse.

Francesco Bagnaia wird bei seinem Comeback ausgezeichneter Zweiter. Joan Mir überholt in der letzten Runde Valentino Rossi und schnappt sich Rang drei.

WM-Leader Fabio Quartararo stürzt gleich zwei Mal und schreibt eine Nullnummer. Andrea Dovizioso übernimmt die WM-Führung, sechs Punkte vor Quartararo, 13 vor Miller und 16 vor Mir.

MotoGP Misano 2020: Der Rennfilm

Die Startaufstellung: 1. Vinales, 2. Morbidelli, 3. Quartararo, 4. Rossi, 5. Miller, 6. Bagnaia, 7. Rins, 8. Mir, 9. Bagnaia, 10. Zarco, 11. P. Espargaro, 12. Oliveira, 13. A. Espargaro, 14. Nakagami, 15. Petrucci, 16. Binder, 17. Rabat, 18. Lecuona, 19. Bradl, 20. Smith, 21. A. Marquez, DNS: Cal Crutchlow

Start: Vinales kommt von der Pole Position schlecht weg. Morbidelli schießt in Führung, dahinter reihen sich Rossi, Vinales, Miller und Quartararo ein.

1. Runde: Rossi greift in Kurve acht Morbidelli ein, doch der wirft seinem großen Mentor eiskalt die Tür zu.

In Turn 10 geht Miller an Vinales vorbei und ist neuer Dritter.

3. Runde: Bradley Smith stürzt in Kurve 14 aus dem Rennen.

4. Runde: Iker Lecuona muss auf Platz 17 eine Long-Lap-Penalty fahren. Er hatte seine KTM beim Start in die Aufwärmrunde abgewürgt und hätte deshalb aus der Box starten müssen.

5. Runde: Das Rennen an der Spitze gestaltet sich in der Anfangsphase sehr statisch. Morbidelli und Rossi liegen rund eine halbe Sekunde vor Miller, der seinerseits eine halbe Sekunde Vorsprung auf Vinales, Quartararo und Rins hat.

7. Runde: Quartararo bremst sich in Turn 14 an Vinales vorbei und ist damit Vierter.

8. Runde: Quartararo stürzt in Kurve vier! Er rutscht über das Vorderrad weg. Mit Hilfe der Streckenposten kann er das Rennen fortsetzen, liegt aber auf dem 20. Platz.

9. Runde: Rins drückt sich in Turn 2 an Vinales vorbei - Platz vier für den Suzuki-Mann.1,7 Sekunden fehlen ihm auf den drittplatzierten Miller.

10. Runde: Mir geht in Kurve eins weit und muss Bagnaia im Kampf um Platz sechs vorbeilassen. Auf der Gegengeraden schnappt sich Bagnaia auch Vinales und ist bereits Fünfter.

11. Runde: Miller erhält eine Track-Limits-Warnung. Bei zwei weiteren Vergehen muss er eine Long-Lap-Penalty fahren.

12. Runde: Morbidelli zieht das Tempo an der Spitze an! Sein Vorsprung wächst auf acht Zehntelsekunden an.

14. Runde: Rins geht in Turn 2 an Miller vorbei - P3 für den Spanier, knapp drei Sekunden hinter Morbidelli.

Miller muss auch Bagnaia vorbeilassen. Er fährt damit bei seinem Comeback nach dem Beinbruch auf dem starken vierten Rang.

Morbidellis Vorsprung wächst erstmals auf über eine Sekunde an.

18. Runde: Mir ist im Kampf um P5 an Miller vorbei.

19. Runde: Quartararo fährt an die Box.

Rossi gerät unterdessen mächtig unter Druck von Rins und Bagnaia, die an seinem Hinterrad kleben.

20. Runde: Bagnaia drückt sich in der superschnellen Kurve 11 innen an Rins vorbei und holt sich so Platz drei.

Quartararo legt in Turn 6 seinen zweiten Sturz des Rennens hin. Er gibt endgültig auf.

21. Runde: Bagnaia wiederholt sein Manöver in Kurve elf und geht so auch an Lehrmeister Rossi vorbei. Platz zwei für den Pramac-Ducati-Mann!

22. Runde: Rins greift in Turn 8 Rossi an, muss aber gerade noch zurückziehen.

24. Runde: Vier Fahrer kämpfen nun um Rang zwei hinter Morbidelli. Bagnaia, Rossi, Rins und Mir sind nur durch wenige Zehntelsekunden getrennt.

26. Runde: Dovizioso ist an Miller vorbei und damit neuer Siebter. Weitere wichtige Punkte in der Weltmeisterschaft für den Italiener.

27. und letzte Runde: Mir ist in Turn 1 an Rins vorbei auf Rang vier. In Kurve zehn drückt er sich mit voller Härte auch an Rossi vorbei auf den dritten Platz.

Ziel: Morbidelli gewinnt mit 2,2 Sekunden Vorsprung auf Bagnaia. Mir holt sich Rang drei. Rossi muss sich mit Platz vier vor Rins begnügen. Vinales wird Sechster, Dovizioso belegt Platz sieben. Es folgen Nakagami und Miller. Die Ränge zehn bis zwölf gehen an das KTM-Trio Pol Espargaro, Oliveira und Binder. Aleix Espargaro, Lecuona und Zarco holen die letzten Punkte.

Stefan Bradl wird 18.

Die Stimmen vom MotoGP-Podium in Misano

Franco Morbidelli (Sieger, Petronas Yamaha): "Ich kann gar nicht beschreiben, wie ich mich fühle. Ich muss das alles erst verarbeiten. Es ist einfach nur ein tolles Gefühl und ich bin sehr glücklich. Ich genieße den Moment. Das Einzige, was ich sagen kann, ist ein großer Dank an mein Team und alle Leute, die mich jemals unterstützt haben. Ich habe in den letzten Runden viel nachgedacht. Ich musste an das Rennen in der Italienischen Superstock-Meisterschaft hier vor sieben Jahren denken, dass ich auch gewonnen habe. Es hat sich angefühlt wie jetzt, nur dass die Emotionen heute noch einmal viel größer sind. Ich bin überwältigt. Ich kann nur Danke sagen!"

Francesco Bagnaia (Zweiter, Pramac Ducati): "Es fühlt sich so gut an. In den letzten fünf Wochen zuhause war es wirklich schwierig, positiv zu bleiben. Dieser Frust hat mir aber den Antrieb gegeben, um hier so konkurrenzfähig zu sein. Ich muss meinem Trainer, meinem Physio, dem Arzt der mich operiert hat, meiner Familie, meiner wunderschönen Freundin und all meinen Freunden Danke sagen. Sie haben mich jeden Tag angetrieben, so dass ich gut vorbereitet hier hergekommen bin. Ich bin so glücklich. In Jerez war ich schon so nah dran am Podium, heute habe ich es endlich geschafft. Dieses Podium schmeckt wirklich gut, wie eine Pasta all'Amatriciana!"

Joan Mir (Dritter, Suzuki): "Ich bin sehr glücklich. Ich habe in diesem Rennen wirklich alles gegeben. Alle Fahrer hatten eine sehr ähnliche Pace. Ich bin mit dem Medium-Hinterreifen gestartet und hatte Probleme, ihn auf Temperatur zu bringen. Dann konnte ich aber die Fahrer vor mir einholen. Am Ende haben sie nachgelassen, aber ich konnte meine Pace halten. Wir waren hier nicht so stark wie in Spielberg, aber es hat dennoch für das Podium gereicht. So müssen wir weitermachen."


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