Motorsport-Magazin.com Plus
MotoGP

MotoGP - Lin Jarvis über Marquez-Erfolge: Alles hat ein Ende

Marc Marquez dominierte die MotoGP in den letzten Jahren. Yamaha-Renndirektor Lin Jarvis ist allerdings überzeugt, dass solche Erfolge nicht ewig anhalten.
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - In den letzten Jahren führten Rennsiege und WM-Titel in der MotoGP nur an einem Mann vorbei: Marc Marquez. Seit Eintritt des Spaniers in die Königsklasse zur Saison 2013 stand er in jedem Jahr mit Ausnahme der Saison 2015 ganz oben auf dem Treppchen. Lediglich Ducati-Pilot Andrea Dovizioso war in den letzten drei Jahren in der Lage, sich mit dem amtierenden Weltmeister zu messen. Am Ende versagte aber auch Dovizioso immer wieder gegen die Marquez-Übermacht. Aber auch die Erfolgssträhne eines Marc Marquez hält nicht ewig, davon ist Yamaha-Renndirektor Lin Jarvis überzeugt.

Im offiziellen Podcast der MotoGP sprach der Brite kürzlich über die unglaublichen Erfolge, die Marquez im Honda-Team feiern konnte. "Marc ist der einzige, der die Honda nehmen und das Beste aus ihr herausholen kann", ist sich Jarvis sicher. Das diese Aussagen stimmen, zweifelt niemand an. In den letzten Jahren bissen sich Jorge Lorenzo und Dani Pedrosa als Teamkollegen von Marquez die Zähne an der RC213V aus, während der Mehrfach-Champion selbst Glanzleistungen ablieferte. Auch die Markenkollegen im LCR-Team hatten weniger Erfolge mit den Honda-Bikes der letzten Jahre vorzuweisen, lediglich Cal Crutchlow konnte das Bike ab und an gebändigt kriegen, wenn auch nicht in einem Maße wie Marquez.

Das der Spanier solche Leistungen mit dieser schwierigen Maschine erbringen kann, schreibt Jarvis einigen Eigenschaften Marquez' zu. "Er hat unheimlich viel Talent, aber er ist auch sehr fit und unglaublich motiviert. Im Moment stehen alle Sterne für ihn richtig und er befindet sich genau im richtigen Moment, aber alles hat irgendwann ein Ende und unsere Mission ist es, dass unsere Jungs dann übernehmen."

Damit meint Jarvis natürlich Maverick Vinales und Fabio Quartararo, die ab 2021 gemeinsam im Yamaha-Werksteam ihren Fight gegen die Übermacht Marquez starten werden. Aber auch in diesem Jahr haben die beiden schon gut vorgelegt, auch wenn sie natürlich von dem verletzungsbedingten Ausfall des Spaniers profitieren.

Dennoch liegt Quartararo mit 50 Zählern als WM-Führender ganz vorne in der Gesamtwertung, Markenkollege Vinales aus dem Werksteam mit nur zehn Punkten weniger direkt dahinter auf P2. Einen so großen Vorsprung in der verkürzten Saison 2020 einzufahren, dürfte auch für Marquez keine einfache Aufgabe werden.

Zumal die Leistungen von Quartararo und Vinales durch die Rückkehr des Champions ja nicht schlechter werden, wie Jarvis betont. Quartararo braucht nach seinen zwei ersten Rennsiegen in der Königsklasse ohnehin keine Motivation von außen, um weiter um den WM-Titel und Rennsiege kämpfen zu wollen und auch Vinales traut der Yamaha-Renndirektor einiges zu. Mittlerweile weiß man im Team nämlich auch, mit den Schwächen des Spaniers umzugehen.

"Maverick hat eine Menge Potenzial, wenn er konstant und positiv bleibt", so Jarvis über seinen Fahrer. "Manchmal wird er wütend, aber er hat eine Menge Talent. Man muss ihn in einer Umgebung halten, in der er sich wohl fühlt. Dann hat er auch die Fähigkeit, mehr als einen WM-Titel zu gewinnen."


Weitere Inhalte:
Tissot
Motorsport-Magazin.com Plus