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MotoGP 2021: Andrea Dovizioso denkt über Pause nach

Andrea Dovizioso ist in den letzten Jahren neben Marc Marquez der heißeste Titelanwärter gewesen. 2021 könnte er ganz im Grid fehlen.
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - Niemand konnte in den vergangenen Jahren Marc Marquez über eine komplette Saison hinausfordern. Niemand, bis auf Andrea Dovizioso. Der Ducati-Pilot ist in den letzten drei Jahren dreimal zum Vize-Champion geworden. Und doch könnte Marquez' Rivale in der kommenden MotoGP-Saison im Grid fehlen.

Doviziosos Manager Simone Battistella verriet im Podcast "Cambia el Mapa' kürzlich, dass der Italiener darüber nachdenkt, für die MotoGP-Saison 2021 eine Pause einzulegen, wenn ihm kein passendes Angebot seitens Ducati vorgelegt wird. Aktuell sind die Vertragsverhandlungen zwischen Dovizioso und dem italienischen Hersteller erneut zum Erliegen gekommen, da man in Borgo Panigale erst die ersten Rennergebnisse abwarten will, um weiter über eine Vertragsverlängerung nach 2020 zu verhandeln.

Sollte man nicht zu einer Einigung kommen, wäre es für Dovizioso durchaus denkbar, die Saison 2021 auszusetzen. "Das ist eine Option, die wir im Hinterkopf haben", sagt Battistella. "Wenn Andreas Bedingungen nicht erfüllt werden, würde er lieber nicht weitermachen."

Diese Aussagen klingen erst einmal nach einem endgültigen Aus von Dovizioso in der MotoGP, falls die Vertragsverhandlungen mit Ducati scheitern sollten. Einen so drastischen Schritt würde der 34-Jährige allerdings nicht gehen. Von der Rennfahrer-Rente kann im Fall Dovizioso noch keine Rede sein, ob er 2021 eine Pause einlegen sollte oder nicht.

"Andrea denkt nicht daran, zurückzutreten", beschwichtigt sein Manager. "Er fühlt sich stark und ist in der besten Verfassung seiner Karriere. Er will nicht gehen, aber wenn man kein interessantes Projekt in Aussicht hat, an dem man arbeiten möchte, ist es besser zu warten, bis sich eine Möglichkeit auftut."

Das würde konkret bedeuten, dass Dovizioso für die Saison 2021 vorerst keinen Vertrag unterschreibt und stattdessen so lange wartet, bis sich ihm eine Chance bei einem Hersteller bietet, der alle seine Anforderungen erfüllt. "Diese Pause würde nicht seinen Rücktritt bedeuten, sondern das er kein Team haben wird, in dem er fährt und dann auf das richtige Projekt warten wird", erläutert Battistella den Plan B seines Piloten genauer.

Andrea Dovizioso konnte mit Ducati bisher viele Erfolge feiern - Foto: gp-photo.de / Ronny Lekl

MotoGP 2022: Wohin mit Dovizioso?

Es stellt sich nur die Frage, wie erfolgreich Doviziosos Warte-Strategie sein wird. Natürlich ist der Italiener einer der Spitzenpiloten der MotoGP und dementsprechend für fast jedes Team ein potenzieller Vertrags-Kandidat. Aber in einer derart umkämpften und starken MotoGP wie der aktuellen kann auch schon ein Jahr ohne Fahrpraxis zum Problem werden. Hinzu kommt, dass viele große MotoGP-Hersteller bereits über 2021 hinaus ihre Plätze vergeben haben, wie beispielsweise Suzuki oder Yamaha.

Lediglich bei KTM haben alle vier Piloten nur für ein Jahr unterschrieben, aber dort waren die Vertragsverhandlugen Doviziosos bereits zur Saison 2021 gescheitert. Bei Ducati ist Jack Miller nur auf einem Ein-Jahres-Vertrag für das Werksteam der Roten. Je nachdem, wie die Saison 2021 für den Australier läuft, hätte Dovizioso also dort vielleicht noch eine Chance, die Verhandlungen unter anderen Umständen für die Saison 2022 wieder aufzunehmen. Ein einfaches Unterfangen wird Doviziosos Plan B aber gewiss nicht.

Für die Saison 2020 bleibt der Italiener jedoch nach wie vor Ducati-Pilot. Am 19. Juli soll Dovizioso, der sich kürzlich einer Schlüsselbein-OP infolge eines Motocross-Crashs unterziehen musste, beim MotoGP-Saisonstart in Jerez den nächsten Kampf um den lang ersehnten WM-Titel starten.


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