MotoGP

MotoGP: Die größten Erfolge von Marc Marquez

Unser Rückblick auf die Highlights unserer Printausgabe 2019. Heute: Was waren die größten Leistungen des scheinbar unbesiegbaren Marc Marquez?
von Markus Zörweg

5 Herr im Haus

2019 war Marc Marquez' zwölfte Saison in der Motorrad-Weltmeisterschaft. Und wie die ersten elf, beendete er auch diese als bester Fahrer seines Teams. Zugegeben, in diesem Jahr machte es ihm Jorge Lorenzo im stallinternen Duell nicht wirklich schwer, doch in der Vergangenheit wies Marquez schon andere große Namen deutlich in die Schranken. In seiner Rookie-Saison 2008 schlug er Tito Rabat, der damals bereits etablierter 125ccm-Pilot und später Moto2-Champion war. Im Folgejahr musste er sich nur gegen Cameron Beaubier zur Wehr setzen und schaffte das mit 94 zu 3 Punkten ganz klar. 2010 fuhr Marquez mehr als doppelt so viele Punkte ein wie der spätere Moto3-Champion Sandro Cortese, Adrian Martin war nur eine Randnotiz. Nach zwei Jahren ohne Teamkollegen in der Moto2 bildete Marquez von 2013 bis 2018 mit Dani Pedrosa das Repsol-Honda-Gespann in der Königsklasse. Im Schnitt holte Marquez in jedem dieser sechs Jahre über 100 Punkte mehr als MotoGP-Legende Pedrosa.

4 Ein neuer Fahrstil

Als in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts erstmals Grands Prix mit Motorrädern veranstaltet wurden, lehnten sich die Fahrer auf ihren starren Maschinen sitzend noch aus den Kurven. Fahrer wie Geoff Duke nahmen später dieselben Schräglagen wie ihre Bikes ein, Ende der 1970er Jahre führte Kenny Roberts den 'Knee Down'-Stil ein. Mehr als drei Jahrzehnte später sorgte Marc Marquez für die nächste Revolution in der Königsklasse. Er schliff mit seinem Ellbogen über den Asphalt. Zunächst von manchen Kritikern abschätzig als überflüssige Showeinlage bezeichnet, zeigten sich schnell die Vorteile des neuen Fahrstils. Ein zusätzlicher Kontaktpunkt mit dem Asphalt sorgt für mehr Balance und ein besseres Gefühl auf dem Motorrad, bei richtigem Einsatz des Ellbogens können damit sogar Stürze verhindert werden. Heute fährt die gesamte MotoGP, wie es 2013 nur Marc Marquez praktizierte. 'Ellbow Down' gehört zum Standardrepertoire jedes Piloten.

3 King of the Ring

"Ich liebe dich, Sachsenring", ließ Marc Marquez nach seinem Sieg ebendort 2018 die Fans wissen - in lupenreinem Deutsch wohlgemerkt. So viel Liebe ist in diesem Fall auch nicht schwer nachzuvollziehen. Seit 2010 ist Marquez beim Deutschland-Grand-Prix ungeschlagen, er feierte zehn Siege in Serie. Der erste Erfolg gelang ihm noch auf der 125ccm-Derbi, die nächsten beiden holte er auf Kalex in der Moto2. Ab 2013 gewann er alle MotoGP-Rennen am Sachsenring für Honda. Noch dazu hatte Marquez bei jedem seiner zehn Siege auch die Pole Position geholt. Eine derartige Dominanz auf einer Strecke hat die Motorrad-Weltmeisterschaft in ihrer modernen Ära nicht erlebt. Valentino Rossi hatte einst sieben Mal in Serie den Italien-Grand-Prix in Mugello gewonnen, Casey Stoner fünf Mal auf Phillip Island.

2 Der Rookie düpiert die MotoGP

Nirgends sind die Motorräder stärker, die Gegner härter, der Druck größer - die MotoGP ist der Gipfel der Zweiradwelt. Ein Umfeld, das schon so manchem hochmotivierten Neueinsteiger gehörig den Wind aus den Segeln genommen hat. Valentino Rossi machte in seiner Debütsaison mehrmals unsanfte Bekanntschaft mit dem Streckenbelag. Jorge Lorenzo ereilte das gleiche Schicksal. Fehler gehören zum Aufstieg in die Königsklasse, das hatte man im Paddock als allgemeingültigen Fakt akzeptiert. 2013 machte sich aber ein Rookie auf, diese Scheinwahrheit zu widerlegen. Marc Marquez fuhr in seinem ersten MotoGP-Rennen auf das Podium, beim zweiten Auftritt in Austin räumte er Pole Position und Rennsieg ab. Marquez gewann im Laufe der Saison sechs von 18 Rennen und stand bei all seinen Zielankünften auf dem Podium - insgesamt 16 Mal! Seine routinierten Konkurrenten Jorge Lorenzo und Dani Pedrosa verletzten sich hingegen bei selbstverschuldeten Stürzen und machten Marquez so zum ersten Rookie-Champion seit Kenny Roberts 1978.

1 Zehn in Serie

Elf Saisons war die 2002 eingeführte MotoGP-Klasse alt, als Marc Marquez ihre Bühne betrat. Dominante Darbietungen gab es in dieser Zeit immer wieder, in den Anfangsjahren von Valentino Rossi oder später von Casey Stoner und Jorge Lorenzo. Kein Fahrer war aber so lange unbesiegt wie Marquez zu Beginn der Saison 2014. Egal ob Highspeed-Strecke oder Stop-and-Go-Kurs, ob Regen oder Sonnenschein - der Mann mit der Nummer 93 war nicht zu schlagen. Er gewann die ersten zehn Saisonrennen und pulverisierte damit den MotoGP-Rekord von Valentino Rossi, der 2002 sieben Mal in Folge siegte. Um ähnliche Zahlen zu finden, muss man in den Geschichtsbüchern der Königklasse schon weit zurückblättern. Mick Doohan und Giacomo Agostini gelangen in den 1990er beziehungsweise 1970er Jahren ebenfalls zehn Erfolge en suite, damals aber auch auf drückend überlegenen Maschinen.

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