MotoGP

Die Top-5 Wandervögel der MotoGP

Unser Rückblick auf die Highlights unserer Printausgabe 2019. Heute: Teamwechsel sind nichts ungewöhnliches. Doch wer ist der König des Fahrerkarussels?
von Markus Zörweg

5 Carlos Checa

Der spanische Dauerbrenner Carlos Checa fuhr in der 2002 beginnenden MotoGP-Ära für nicht weniger als fünf Teams in der Königsklasse. Die ersten drei Jahre verbrachte er in der Werkstruppe von Yamaha, wo er in der letzten Saison deutlich im Schatten von Superstar Valentino Rossi stand. 2005 musste Checa daher für Colin Edwards Platz machen und dockte bei Ducati an, wo er im teaminternen Duell mit Loris Capirossi aber ebenfalls chancenlos war. So zog der Mann mit der Startnummer 7 nach nur einem Jahr weiter zum Yamaha-Kundenteam Tech 3, eine Saison später stand er in Diensten von LCR Honda. Nach ausbleibenden Erfolgen beendete Checa 2007 seine Karriere in der Königsklasse, wo er zu 500ccm-Zeiten noch zwei Rennen für Pons Honda gewinnen konnte. Fortan ging er in der Superbike-WM an den Start, wo er 2011 Weltmeister wurde. Zuvor kam Checa aber noch zu einem Kurzcomeback in der MotoGP, als er 2010 für zwei Rennen den verletzten Mika Kallio bei Pramac Ducati ersetzte.

4 Colin Edwards

Als zweifacher Superbike-Weltmeister kam Colin Edwards 2002 in die MotoGP und machte fortan seinem Spitznahmen 'Texas Tornado' alle Ehre. Er wirbelte im Lauf seiner zwölf Saisons in der Königsklasse regelrecht durch die Teamliste und heuerte bei fünf Rennställen dauerhaft an. Sein MotoGP-Debüt gab Edwards 2003 auf der in vielen Belangen revolutionären, aber dennoch wenig erfolgreichen Aprilia RS Cube. Entnervt warf er nach nur einem Jahr bei Aprilia das Handtuch und wechselte zu Gresini Honda, wo ihm in Großbritannien und Katar zweimal Platz 2 gelang. So schaffte Edwards für 2005 der Sprung ins Yamaha-Werksteam, wo er in seiner ersten Saison mit Platz vier das beste Gesamtergebnis seiner MotoGP-Karriere einfuhr. Nach drei Jahren im Factory-Rennstall wurde der Texaner schließlich aber ins Kundenteam von Tech 3 degradiert, wo er weitere vier Jahre eine Yamaha M1 pilotierte. Von 2012 bis 2014 klang Edwards Karriere bei Forward Racing auf kaum konkurrenzfähigen Maschinen wie Suter BMW, FTR Kawasaki oder der Open-Yamaha aus.

3 Aleix Espargaro

Als einziger aktiver MotoGP-Pilot hat es Aleix Espargaro in unsere Liste geschafft. Der ältere der beiden Espargaro-Brüder hat einen durchaus kuriosen Werdegang vorzuweisen. Für 2009 hatte er einen Vertrag bei Campetella Racing in der 250ccm-Klasse unterschrieben, doch das Team zog seine Teilnahme zurück und Espargaro war arbeitslos. Er kam aber zu vier MotoGP-Einsätzen als Ersatzpilot bei Pramac Racing und fuhr dabei ohne jegliche Vorerfahrung vier Mal in die Punkte. Das reichte dem Team, um Espargaro für die Saison 2010 dauerhaft unter Vertrag zu nehmen. Für 2011 schnürte Pramac mit Loris Capirossi und Randy de Puniet aber eine völlig neue Fahrerpaarung und Espargaro musste zurück in die Moto2. Nach einem Jahr in der mittleren Klasse gelang ihm mit dem Aspar-Team der Wiederaufstieg. Auf Aprilias ART-Maschine holte er zwei Mal den Titel in der CRT-Wertung. 2014 wechselte Espargaro zu Forward und krönte sich zum Open-Champion. 2015 dann der endgültige Ritterschlag für den temperamentvollen Katalanen: Suzuki holte ihn ins Werksteam. Die hohen Erwartungen konnte er aber nicht erfüllen, unterlag im zweiten Jahr Stallgefährte Maverick Vinales deutlich und musste sich für 2017 mit Aprilia einen neuen Arbeitgeber suchen. In diesem Jahr geht er in seine dritte Saison mit den Italienern - so lange stand Espargaro noch bei keinem Team unter Vertrag.

2 Shinya Nakano

Wie Colin Edwards und Aleix Espargaro war auch Shinya Nakano in der MotoGP als Stammfahrer für fünf unterschiedliche Teams engagiert. Während seine Kollegen dafür aber zehn beziehungsweise acht Jahre brauchten, schaffte Nakano das in nur sieben Saisons. Im ersten Jahr der neuen MotoGP ging er für Tech 3 Yamaha auf einer YZR500-Zweitaktmaschine und später auf einer M1 an den Start, im Folgejahr fuhr er beim d'Antin-Team ebenfalls eine M1. Von 2004 bis 2006 war der Japaner Werkspilot bei Kawasaki, wo er zwei Podiumsplatzierungen einfahren konnte. Ab 2007 fuhr er mit Honda für einen dritten Hersteller in der MotoGP. Sein erstes Jahr auf der RC212V bestritt er im Japan Italy Racing Team, kurz JiR, von Gianluca Montiron. 2008 wechselte er zur Truppe von Fausto Gresini. Es war Nakanos letzte Station in der MotoGP, 2009 wechselte er zu Aprilia in die Superbike-WM und beendete dort mit Saisonende seine aktive Karriere.

1 Marco Melandri

2003 konnte sich Marco Melandri als MotoGP-Rookie direkt einen Platz im Yamaha-Werksteam sichern. Er beendete die Saison aber als schlechtester Pilot des japanischen Herstellers. Da gleichzeitig Superstar Valentino Rossi an die Tür der Factory-Truppe klopfte, wurde Melandri ins Tech-3-Kundenteam abgeschoben. Dort fing er sich und holte seine ersten beiden Podien, was ihm für 2005 einen Platz im starken Gresini Honda Team einbrachte. In den drei Saisons mit diesem Rennstall sollte Melandri seine größten Erfolge in der MotoGP feiern. Er gewann insgesamt fünf GPs und wurde 2005 Vizeweltmeister. Für 2008 landete Melandri den scheinbar großen Coup: Er wurde Stallgefährte von Casey Stoner bei Ducati, wo man in der Vorsaison die WM-Titel in der Fahrer-, Team- und Herstellerwertung gewonnen hatte. Doch Melandri kam mit der GP8 nie zurecht und landete nur auf Gesamtrang 17. So musste er nach nur einem Jahr seinen Hut nehmen und wechselte zum Kawasaki-Nachfolgeteam Hayate. Als dieses am Saisonende sein MotoGP-Projekt einstellte, kehrte Melandri für ein Jahr zu Gresini zurück, ehe er sich vier Jahre lang in die WSBK verabschiedete. 2015 gab er sein MotoGP-Comeback bei Aprilia. Nach acht desaströsen Rennen wurde er aber gefeuert und fährt seither wieder in der Superbike-WM.

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