MotoGP

Marc Marquez: Wieso er Bruder Alex in anderem MotoGP-Team will

Die Marquez-Brüder werden 2020 Teamkollegen bei Repsol Honda. Marc hätte Alex aber auch gerne in einem anderen MotoGP-Rennstall gesehen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Alex Marquez folgt 2020 seinem älteren Bruder Marc ins Repsol-Honda-MotoGP-Team. Obwohl sich Alex in diesem Jahr bereits ein Rennen vor Schluss zum Moto2-Weltmeister krönte, sind viele Beobachter überzeugt, dass ihm Honda den Platz im Werksteam nur überlassen hat, um MotoGP-Dominator Marc zufriedenzustellen.

Honda-Teamchef Alberto Puig und auch Marc Marquez selbst bekräftigen hingegen, dass es keinerlei Einmischung des achtfachen Weltmeisters in die Personalwahl von HRC nach dem Lorenzo-Rücktritt gab. Ob das der Wahrheit entspricht, ist freilich fraglich.

Gestützt wird diese Version allerdings doch von Aussagen Marc Marquez', die er zur Verpflichtung seines Bruders tätigte. "Einerseits ist es natürlich ein Traum, mit meinem Bruder im selben Team zu fahren. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass es so etwas gibt - und vielleicht auch das einzige Mal. Andererseits hätte ich ihn aber auch gerne in einem anderen Team, völlig von mir getrennt", stellte er im Gespräch mit 'MotoGP.com' klar.

Marc Marquez erklärte auch, wieso er seinen geliebten Bruder gerne in einer anderen Box sehen würde: "Ich weiß, dass er viel Druck haben wird. Die Leute werden ihn mit mir vergleichen. Ich hoffe, dass er damit klarkommt. Es ist nicht einfach, in dieses Team zu kommen. Viele Fahrer haben auch bereits abgesagt, weil sie wissen, dass ihr Teamkollege hier sehr schnell ist und in jedem Rennen um den Sieg kämpfen wird. Das ist natürlich eine schwierige Situation, die dir als Fahrer etwas Angst macht. Alex ist aber überzeugt davon, dass er es schaffen kann. Das respektiere ich sehr."

Im Valencia-Test bekam Alex bereits eine Lehrstunde von Bruder Marc - Foto: HRC

Außerdem weiß Marc über die Stärken, aber vor allem auch die Schwächen der Honda RC213V besser Bescheid als jeder andere MotoGP-Fahrer. "Ich glaube, dass die Honda für einen Rookie das schwierigste MotoGP-Bike ist", sagt er. "Suzuki oder Yamaha sind da sicher einfacher. Man muss sich nur ansehen, welche Probleme Crutchlow, Lorenzo, Nakagami oder auch Zarco dieses Jahr hatten."

Für Marquez hingegen lief 2019 überragend. Dennoch will er sich in der Vorbereitung auf die kommende Saison auf keinen Fall durch den Bruder in der Repsol-Box ablenken lassen: "Natürlich werde ich versuchen, ihm Ratschläge zu geben. Mein Ziel und meine Einstellung bleibt aber die gleiche: Ich will Weltmeister werden. Dafür muss ich mich vollkommen auf meine Arbeit konzentrieren. Und auf der Strecke draußen ist Alex ohnehin auf sich allein gestellt. Da wird es schwer für ihn. Er muss an sich glauben, alles andere vergessen und seinen Weg gehen."


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