MotoGP

MotoGP - Marc Marquez hat kein Interesse an einfacher Honda

Mit Bruder Alex in der Rolle des Teamkollegen würde Marc Marquez eine fahrbarere MotoGP-Honda wollen - dachten einige Beobachter. Dem ist aber nicht so.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Über die Gründe für die Verpflichtung von Alex Marquez für das Repsol-Honda-Werksteam zur Saison 2020 wurde in den vergangenen Tagen viel spekuliert. Einen Rookie in dieselbe Box zu setzen wie Marc Marquez, der in den letzten Jahren seine Rivalen nach und nach regelrecht zerstört hat, ist zweifelsohne eine Risiko.

Doch viele Beobachter waren der Meinung, dass bei Honda der Blick auf das große Ganze ausschlaggebend für die Entscheidung war. Zum einen könne man durch die Verpflichtung von Alex Pluspunkte bei Marc sammeln und so die Wahrscheinlichkeit eines Abgangs minimieren. Und zum anderen hätte Marc, nun mit seinem eigenen Bruder im Team, vielleicht auch Interesse, ein MotoGP-Bike zu entwickeln, welches nicht nur schnell, sondern auch gut fahrbar ist.

Schließlich war Honda in der MotoGP zuletzt immer mehr zu einer One-Man-Show durch Marc Marquez geworden. Er hat die letzten 21 Rennen für die Japaner gewonnen. In der abgelaufenen Saison holte er mit 420 Punkten 166 Zähler mehr als die restlichen Honda-Fahrer Jorge Lorenzo, Cal Crutchlow, Stefan Bradl, Takaaki Nakagami und Johann Zarco zusammen. Und hinter diesen Namen verstecken sich immerhin acht Weltmeistertitel und 96 Grand-Prix-Siege.

MotoGP-Honda als Sturzgarant

Lorenzo, Crutchlow und Co. hatten aber trotz ihres zweifelsohne großen Talents stets mit der Honda RC213V zu kämpfen, die als das zickigste Motorrad der MotoGP gilt. Oft verlieren die Fahrer ohne jegliche Vorwarnung die Kontrolle über das Vorderrad - und gehen zu Boden. Nur Marc Marquez kann sich aufgrund seiner katzenartigen Reflexe regelmäßig aus diesen Situationen retten.

Die Marquez-Brüder drehten in Valencia einige gemeinsame Runden - Foto: HRC

Wie es aussieht, werden wir aber auch 2020 wieder viele derartige Saves von Marc Marquez sehen - und wohl zahlreiche Stürze seiner Markenkollegen. Denn der amtierende Weltmeister zeigt wenig Interesse daran, seiner Honda RC213V einen ruhigeren Charakter zu verpassen. "Natürlich arbeiten wir am Chassis, um zu versuchen, konstanter zu werden. Nach dem Jerez-Test werden wir das neue Bike noch besser verstehen, aber ich denke, dass der Charakter mehr oder weniger gleichgeblieben ist. Ein einfacher zu fahrendes Motorrad würde sicher allen anderen Honda-Fahrern helfen, aber mein Ziel ist es, das schnellstmögliche Bike zu haben. Mir ist egal, ob es schwierig ist oder nicht - wichtig ist nur, dass ich gewinne", fand er am zweiten Testtag in Valencia klare Worte.

Marc Marquez scheint also auch nach der Ankunft des Bruders im Team vollen Fokus auf seine eigene Arbeit zu legen. Auch wenn er am Dienstag einige Runden gemeinsam mit Alex drehte - und dabei die altbekannten Schwächen erkannte: "Er hat in der letzten Phase des Bremsvorgangs Probleme. Das ist der schwierigste Punkt an unserem Motorrad. Da bin ich oft gestürzt und auch Cal."


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