MotoGP

MotoGP - KTM völlig verloren: Brauchen radikale Lösung

Nach starken Rennen zur Saisonmitte hat sich KTM zuletzt in eine kleine MotoGP-Krise manövriert. Sepang ist der bisherige Tiefpunkt, die Fahrer sind ratlos.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Enttäuschender Auftakttag für KTM am MotoGP-Wochenende in Sepang: Pol Espargaro wurde als bester Mann des österreichischen Herstellers 16. von 20 Piloten - mit über zwei Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Fabio Quartararo. Hafizh Syahrin und Mika Kallio landeten ganz am Ende des Feldes und verloren mehr als drei Sekunden. Miguel Oliveira nahm nach seinem schweren Crash von Phillip Island an FP1 teil, musste aber schließlich aufgeben.

Eine heftige Ohrfeige für KTM, die die Fahrer ratlos zurückließ. "Wir haben viel größere Probleme als alle anderen Hersteller", stellte Espargaro schonungslos fest. "Wir sind zwar schneller als im Vorjahr, aber es ist nicht annähernd genug. Unsere Konkurrenten haben einen viel größeren Schritt gemacht - alle von ihnen. So weit weg wie hier waren wir seit unserem ersten Jahr 2017 an keinem Wochenende mehr."

Espargaro und auch Teamkollege Kallio klagten über dieselben Probleme. "Wir bekommen einfach nicht genug Grip aus den Reifen heraus", erklärt Kallio. Espargaro führt die Schwächen weiter aus: "Uns fehlt es an Grip. In der Kurvenmitte können wir das Motorrad so nicht richtig steuern, am Ausgang fehlt es uns an Beschleunigung und beim Anbremsen hilft uns das Hinterrad überhaupt nicht beim Verzögern. All das sorgt dann im Rennen zusätzlich noch für höheren Reifenverschleiß."

KTM tappt im Dunkeln

Die Probleme sind also klar, eine Lösung aktuell jedoch nicht ersichtlich. "Schon in Motegi und auf Phillip Island waren wir viel schlechter als erwartet", gesteht Espargaro. "Wir müssen also überprüfen, was da schiefgelaufen ist und dann versuchen, zusammen mit den Michelin-Jungs eine Lösung dafür zu finden. Wir haben eine Idee für Samstag, aber wir wissen nicht, ob es funktionieren wird. Es ist ziemlich radikal."

Für Mika Kallio aber der einzig denkbare Ausweg. "Wir müssen eine radikale Änderung vornehmen", sagte er. "Wir haben von FP1 auf FP2 schon viele Dinge probiert und neue Teile getestet, aber es hat nichts geholfen. Ich glaube, dass wir einen Schritt zurückgehen müssen. Also prüfen, wo wir im Wintertest waren und welche Richtung wir seither eingeschlagen haben, die diese Probleme verursacht." Syahrin war am Freitag rund acht Zehntelsekunden langsamer als in seiner besten Runde bei den Wintertests, Espargaro verlor in diesem Vergleich 0,9 und Kallio gar 1,4 Sekunden. Die Tagesbestzeit hingegen liegt nur etwa drei Zehntelsekunden unter der Marke aus den Wintertests.


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