MotoGP

Maverick Vinales crasht auf Phillip Island: Alles oder nichts

Maverick Vinales hat das MotoGP-Wochenende auf Phillip Island dominiert, den Sieg aber nach einem Sturz verpasst. Platz zwei wäre ihm egal gewesen.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Für Yamaha-Pilot Maverick Vinales war an diesem Wochenende die Chance auf den ersten MotoGP-Sieg seit der Dutch TT in Assen nie größer. Und das wusste der Spanier genau. Er diktierte die Pace beim Australien-GP auf Phillip Island in allen Trainings und führte auch den Großteil des Rennens vor Marc Marquez an.

Doch es wurde wieder nichts mit einem Sieg für Vinales und Yamaha. Marquez ging in der letzten Runde auf Start-Ziel aus dem Windschatten vorbei und warf danach an jeder Ecke die Tür zu. Vinales wollte sich aber nicht so einfach geschlagen geben - für ihn zählte an diesem Tag nur der Sieg. "Heute war ein Rennen zum Gewinnen, keines um als Zweiter ins Ziel zu kommen. Ich sah eine Chance, also habe ich es auch versucht", unterstreicht der Yamaha-Pilot.

Aufgrund der Stärken und Schwächen seines Motorrads hatte sich Vinales bereits einen Schlachtplan für einen Zweikampf in der letzten Runde zurechtgelegt. "Ich hatte nur Kurve 10 im Sinn. Da war ich stark. Aber ich musste für einen Angriff sehr nahe dran sein. Deshalb habe ich mir ein wenig Reifen aufgespart, und so konnte ich im dritten Sektor aufschließen. Egal ob auf dem Randstein oder nicht: Ich hatte vor, ohne zu bremsen in die Kurve zu stechen und dann zu schauen, was passiert. Also wenn mein Sturz nicht über Luckey Heights passiert wäre, dann wahrscheinlich zehn Meter später", beschrieb Vinales seine Herangehensweise.

Maverick Vinales: Sturz wertvolle Lektion

Exakt diesen Plan befolgte Vinales auch strikt, übertrieb es dabei aber bei der Anfahrt zu Kurve 10 und rutschte über das Hinterrad weg. Statt mit 20 oder 25 Punkten nach Malaysia zu reisen schreibt der Spanier so einen Nuller an, den vierten in der laufenden Saison.

Trotzdem reist der Yamaha-Pilot mit Zuversicht und Optimismus aus Australien ab. Den Crash in der letzten Kurve verbucht er als wertvolle Lektion auf dem Weg an die Spitze. "Ich muss verstehen, wie ich mit der Yamaha im Zweikampf agieren kann. Wenn ich dieses Mal stürze, dann klappt der Angriff vielleicht beim nächsten Mal. Heute war es wichtig, zu lernen", bekräftigt Vinales, der damit seinen Vorjahreserfolg auf Phillip Island nicht wiederholen konnte.

Die nächste Chance auf einen Sieg bietet sich Maverick Vinales in einer Woche beim Malaysia-GP in Sepang. Dort wurde er im Vorjahr Vierter. Was ihm aber Zuversicht geben sollte: Teamkollege Valentino Rossi kämpfte bis zu seinem Sturz kurz vor Schluss gegen Marc Marquez um den Rennsieg.


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter