MotoGP

MotoGP - Marc Marquez: Warum ihm der Thailand-Crash egal ist

Marc Marquez sorgte im FP1 zum Thailand-GP für einen der schlimmsten Stürze der MotoGP-Saison. Er konnte ihn aber schnell abhaken.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Die MotoGP-Welt hielt den Atem an, als Marc Marquez im 1. Training zum Thailand-GP wenige Minuten vor Sessionende in hohem Bogen von seiner Honda geworfen wurde. Er hatte in Kurve sieben die Kontrolle über das Hinterrad verloren, was in einem spektakulären Highsider resultierte. Marquez blieb zunächst benommen liegen und wurde dann ins Medical Center transportiert, von wo aus man ihn weiter ins nächstgelegene Krankenhaus brachte. Dort gab es wenig später Entwarnung: Marquez hatte keine Brüche oder Bänderverletzungen, lediglich mehrere Prellungen davongetragen.

"Die größten Schmerzen habe ich im Bereich des Rückens, der Wirbelsäule", verriet Marquez am Freitagabend in Thailand. "Das ist eine heikle Körperstelle. Auch wenn es nicht besonders weh tut, kann es schwerwiegende Konsequenzen haben. Deshalb haben sich Dr. Charte und das Ärzteteam hier an der Strecke auch dazu entschieden, eine genaue Untersuchung im Krankenhaus durchzuführen. Glücklicherweise ist nichts gebrochen."

Die ersten Momente nach dem Sturz waren aber auch für Marquez selbst bange: "Ich wusste zunächst nicht, ob ich mich verletzt hatte. Ich habe aber keine Luft bekommen. Es waren nur etwa fünf Sekunden, aber es hat sich angefühlt wie 20. Ich wollte atmen, aber ich konnte nicht. Da hatte ich schon Angst. Als ich im Medical-Center angekommen bin, war mir aber schon klar, dass es mir gut geht. Ich hatte Prellungen, wusste aber, dass ich mir nichts gebrochen hatte."

Marquez in FP2 ohne Probleme

So saß Marquez keine vier Stunden nach dem heftigen Crash schon wieder im Sattel seiner Repsol Honda und bestritt das 2. Freie Training in Buriram. In seiner dritten Runde unterbot er direkt die Vormittags-Bestzeit von Maverick Vinales. Der Sturz bremste ihn offensichtlich nicht. "Nein, das beeinträchtigt mich nicht", bestätigte Marquez. "Es ist ein Unterschied, ob so etwas passiert wie heute oder ob man voll pusht. Ich bin gestürzt, weil der Reifen schmutzig war und ich an einer Stelle vom Gas gegangen bin, an der man das normalerweise nicht macht. Ich war sogar langsamer unterwegs als normal. Die Schuld liegt also bei mir. Es ist meine Verantwortung, den Reifen beim Verlassen der Box sauber zu halten. Wenn du bei so einem Crash unverletzt davonkommst, hat das keine weiteren Auswirkungen."

Marquez fuhr in der Folge ein beeindruckendes Training. Trotz Schmerzen spulte er mit 23 Runden die meisten Umläufe aller Fahrer ab. In der Endabrechnung fehlten ihm als Sechster nur 0,487 Sekunden auf die Bestzeit von Fabio Quartararo und das obwohl Marquez im Gegensatz zur Konkurrenz die gesamte Session auf demselben Satz Reifen durchfuhr. "Ich habe keinen wirklichen Angriff auf die Bestzeit gestartet", erklärt er seine Strategie. "Zu Beginn bin ich mit neuen Reifen auf die Strecke und konnte damit meine schnellste Runde fahren. Ich war aber mit vollem Tank und im Rennmodus unterwegs, nicht im Trimm für eine Time-Attack. FP2 war auf jeden Fall eine gute Session, um den Sturz und die Schmerzen zu Vergessen und zu versuchen, wieder an die Spitze zu kommen."

Dass ihm das gelingen wird, bezweifelt nun wohl niemand mehr.


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