MotoGP

MotoGP - Valentino Rossi: Gefährliches Verhalten nach Defekt?

Valentino Rossi ereilte im FP2 der MotoGP in Brünn ein Defekt am Motor seiner Yamaha. Er fuhr trotz ausströmendem Rauch weiter.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Nach den schwierigen Rennen vor der Sommerpause lief auch der erste MotoGP-Trainingstag in Brünn für Valentino Rossi nicht problemlos ab. Zur Halbzeit des zweiten Trainings war er gerade auf der Geraden zwischen Kurve zwei und drei unterwegs, als Rossi plötzlich langsamer wurde.

In den Aufnahmen der Onboard-Kamera war ein ungewöhnliches Geräusch zu hören, Rauch strömte aus dem Auspuff der Yamaha M1. Ein kapitaler Motorschaden war es aber nicht, wahrscheinlich dürfte es Probleme mit einem der vier Zylinder im Yamaha-Triebwerk gegeben haben. Denn Rossi musste seine M1 nicht abstellen, sondern konnte die ganze restliche Runde fertig fahren und so selbstständig an die Box zurückkehren.

Genau dafür erntete der mit Abstand routinierteste Mann im Feld Kritik, ist es doch normalerweise üblich, die Maschine in so einem Fall schnellstmöglich am Streckenrand abzustellen, um nicht Öl am Asphalt zu verteilen und so nachfolgende Fahrer in Gefahr zu bringen.

Rossi rechtfertigt sich

Rossi hatte aber eine Erklärung für sein Verhalten parat: "Ich konnte zum Glück rechtzeitig die Kupplung ziehen und so einen schlimmeren Schaden vermeiden. Wenn dir das gelingt, verlierst du normalerweise kein Öl, weil der Motor nicht völlig kaputt geht. Ich habe zwar gespürt, dass nicht mehr die volle Leistung zur Verfügung steht, aber meiner Meinung nach bestand keine Gefahr. Ich habe auf beiden Seiten nachgesehen und wenn du Öl verlierst, sammelt sich das normalerweise an deinen Stiefeln. Da war aber nichts, also bin ich weiter gefahren."

Für Rossi gab es keinen Grund, seine Yamaha abzustellen - Foto: LAT Images

Rossis Crew parkte die Maschine - es war sein Nummer-Eins-Bike - in der Box, wechselte die Reifen auf das zweite Motorrad und 'Il Dottore' konnte die Session direkt fortsetzen. Schließlich sogar mit einem versöhnlichen Ende, denn mit seinem 16. Und letzten Umlauf schaffte er noch den Sprung auf Platz neun und somit aller Voraussicht den direkten Einzug in Q2. Für das FP3 am Samstagvormittag wird nämlich mit Regen gerechnet.

"Es war ein ziemlich guter erster Tag", stellte Rossi am Abend zufrieden fest. "Wir konnten verschiedene Reifen ausprobieren und meine Pace ist nicht schlecht. Wir können beruhigt schlafen."


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