MotoGP

MotoGP - VR46, MM93 & AD04 verteidigen Strafe gegen Crutchlow

Cal Crutchlow war nach seiner Ride-Through-Strafe in Argentinien stinksauer. Die Stars der MotoGP verteidigen die Entscheidung der Stewards aber.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - "Meine Meinung über Freddie als Steward hat sich extrem verschlechtert. Ich dachte, durch seine Ankunft werden wir bessere Entscheidungen sehen, weil er ein besseres Verständnis für den Sport hat. Das ist aber anscheinend nicht der Fall. Ich will nicht respektlos sein, denn was er als Fahrer geleistet hat ist fantastisch. Hier kann ich ihm aber nicht rechtgeben. Ich frage mich auch, ob er Marquez, Rossi oder Dovizioso dieselbe Strafe gegeben hätte."

So schimpfte Cal Crutchlow nach dem Argentinien-GP über den neuen Chef-Steward der MotoGP, Freddie Spencer. Der hatte ihm für einen Frühstart im MotoGP-Rennen eine Ride-Through-Strafe aufgebrummt. Spencer handelte damit absolut dem Reglement entsprechend. Denn Crutchlow hatte sich vor dem Start bewegt und das ist zu bestrafen.

"Das Motorrad muss stillstehen, wenn die roten Lichter ausgehen. Ein Frühstart liegt vor, wenn sich das Motorrad zu diesem Zeitpunkt vorwärts bewegt. Im Fall einer geringen Bewegung und einem darauf folgenden Anhalten obliegt es den Offiziellen, zu bestimmen, ob ein Vorteil gewonnen wurde", steht unter Absatz 1.18.14 im sportlichen Regelwerk der MotoGP geschrieben.

Cal Crutchlow: Strafe zu hart?

Crutchlow verlor dadurch etwa 25 Sekunden, was ihm statt dem möglichen zweiten Platz im Rennen nur Rang 13 einbrachte. Der LCR-Honda-Pilot sah sie Strafe deshalb als viel zu hart an und setzte daraufhin zum medialen Schlag gegen Spencer an und stellte die MotoGP-Legende nach dem Rennen auch zur Rede.

Crutchlows Crewchief Christophe Bourguignon und Teamboss Lucio Cecchinello stimmten dem Briten vollkommen zu, von seinen Fahrerkollegen erhält er aber keine Unterstützung. "Die Regeln sind klar. Cal hat sich zwar meiner Meinung nach keinen Vorteil erarbeitet, aber er hat sich vor dem Start bewegt und somit einen Fehler gemacht", meint Crutchlows ehemaliger Teamkollege bei Tech3 und Ducati, Andrea Dovizioso.

"Ich stimme Dovi vollkommen zu", erklärte Marc Marquez, der selbst schon des Öfteren ins Visier der Stewards geriet. "Cal hat dadurch nichts gewonnen, aber wenn du dich bewegst, dann wirst du eben bestraft." Auch Valentino Rossi gab in der Pressekonferenz von Austin seinen Vorrednern recht: "Cal hat sich vor dem Start bewegt und damit die Regeln gebrochen."

Crutchlow kündigte bereits in Argentinien an, das Thema beim Meeting der Safety Commission in Austin zur Sprache zu bringen. Er fordert eine Regeländerung, die Starts betreffend. Auch dafür hält sich die Begeisterung in Grenzen. "Ich verstehe, dass Cal sauer ist, denn ein Rennen so zu verlieren ist hart. Wenn man aber bei jedem Start interpretieren muss, ob jemand einen Vorteil gewonnen hat, dann wird es sehr schwierig", ist Dovizioso überzeugt und erhält Rückendeckung von Marquez: "Für mich ist die aktuelle die beste Lösung, auch wenn sie hart ist. Sonst gibt es ständig Diskussionen." Auch Valentino Rossi will die bestehende Regelung beibehalten, könnte sich aber einen anderen Strafrahmen vorstellen: "Darüber können wir diskutieren. Cal hat bei seiner Ride-Through 25 Sekunden verloren. Vielleicht wäre die Longlap-Penalty besser."

Derzeit keine Longlap-Penalty für Frühstarts

Die Longlap-Penalty wurde zur MotoGP-Saison 2019 ja neu eingeführt. Auf jeder Strecke gibt es in einer Kurve einen vorgegebenen Umweg, der bei Verfehlungen anstatt einer Zeitstrafe befahren werden muss. Aktuell ist diese Strafe aber nur für Vergehen wie die Missachtung der Streckenbegrenzung, nicht aber für Fehlstarts vorgesehen."


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