MotoGP

MotoGP - Ducati kontert: Protest gegen Honda-Flügel?

Der Herstellerkrieg in der MotoGP hat begonnen. Nach dem Protest gegen seine Maschine geht Ducati nun in die Offensive und will Honda anschwärzen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Das Klima im MotoGP-Fahrerlager ist in der Saison 2019 schon nach einem Rennen gehörig vergiftet. Honda, Suzuki, KTM und Aprilia protestierten ja nach dem Katar-Grand-Prix gegen Ducatis Desmosedici GP19, weil diese an der Schwinge einen kleinen Spoiler verbaut hatte, die die Konkurrenz als illegal einstufte. Der Protest wurde vom technischen Direktor Danny Aldridge wenig später abgewiesen, doch die vier Hersteller legten Berufung gegen dieses Urteil ein. Nun wandert der Fall zum Berufungssenat der FIM, wo man vor dem Argentinien-GP eine Entscheidung treffen will.

Bei Ducati zeigt man sich verärgert über diese Entwicklungen. Der Zorn richtet sich vor allem gegen Honda, die man als Rädelsführer des Protests ausgemacht hat. "Ich bin vom Verhalten Hondas immer noch sehr - sagen wir einmal - überrascht", erklärte Technikchef Gigi Dall'Igna im Gespräch mit 'Sky Sport Italia'.

Dall'Igna zeigte sich enttäuscht davon, wie der Protest der Konkurrenz ablief. Ducati zeigte den strittigen Spoiler ja bereits bei den Testfahrten, wo ihn Technikdirektor Aldridge als regelkonform absegnete. Die Mitbewerber forderten daraufhin eine Klarstellung des Reglements, welche acht Tage vor dem Rennen in Katar an die Teams verschickt wurde. Protest wurde aber erst nach dem Grand Prix eingelegt.

"Honda ist seit Gründung der MotoGP mit dabei und bislang konnten alle technischen Streitigkeiten entweder innerhalb der MSMA oder durch Diskussionen mit dem technischen Direktor gelöst werden. Wir haben immer eine Antwort auf alle Fragen gefunden, die ein Teilnehmer hatte", so Dall'Igna.

MotoGP-Streit: Ducati illegal? Darum gibt es Proteste: (14:39 Min.)

Ducati will Hondas Flügel verbieten lassen

Nun will man bei Ducati in die Offensive gehen und seinerseits ein Verfahren gegen Honda anstoßen: "Wenn Honda an der Entscheidung des technischen Direktors zweifelt, müssen wir uns überlegen, ob wir nicht auch einen Protest gegen die Flügel von Honda einbringen. Wir halten sie für gefährlich. Es geht nicht nur um ihre Form, sondern auch darum, wie dünn sie sind. Aufgrund der großen Last könnten sie sich verformen und wären somit mobile Anbauten."

Damit würde Honda eindeutig gegen das technische Reglement der MotoGP verstoßen. Dort steht in Paragraph 2.4.4.7.8, dass sämtliche bewegliche Aerodynamikteile verboten sind. Ob Ducati den Protest tatsächlich einreichen wird, könnte wohl auch vom Urteil des Berufungssenat bezüglich des Schwungarm-Spoilers abhängen. Es bleibt spannend - und hitzig!


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