MotoGP

Stefan Bradl: 2019 zwei bis drei MotoGP-Rennen mit Wildcard

Stefan Bradl bereitet beim MotoGP-Test in Sepang die neue Honda für Jorge Lorenzo vor. 2019 soll er aber auch Rennen fahren - und als TV-Experte ran.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Stefan Bradl ist beim MotoGP-Test in Sepang im Dauereinsatz. Der Honda-Testpilot wird sowohl am Shakedown (1.-3. Februar) als auch beim offiziellen Test (6.-8. Februar) teilnehmen. Als Ersatz für den verletzten Jorge Lorenzo teilt sich Bradl kommende Woche die Box mit Weltmeister Marc Marquez. Bei ServusTV wird er 2019 als Experte über die Fernsehbildschirme flimmern. Doch auch Renneinsätze sind geplant, wie Stefan Bradl im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com erklärt:

Stefan, du hast in der vergangenen Woche bereits den ersten MotoGP-Test in Jerez absolviert. Wie sind deine ersten Eindrücke?

Stefan Bradl: Mir war vor allem wichtig, dass ich gut vorbereitet zum Malaysia-Test komme. Für Honda war es wichtig, auf dem neuen Asphalt in Jerez Daten zu sammeln. Damit sie wissen, wie das generelle Gefühl ist und was man beim Setup tun muss. Wie haben einige Dinge ausprobiert, die positiv waren und ich bin mit diesem Test glücklich.

Für dich steht in Sepang nun ein ausgiebiges Testprogramm an. Nach dem Shakedown am Wochenende musst du beim offiziellen Test kommende Woche den verletzten Jorge Lorenzo im Werksteam ersetzen. Weißt du schon im Detail, wie deine Arbeit mit Repsol Honda in Sepang aussehen wird?

Stefan Bradl: Es wartet jedenfalls viel Arbeit auf mich. Beim ersten Test (dem Shakedown ab Freitag; Anm.) arbeite ich mit meiner Truppe vom HRC-Testteam, dann wechsle ich in die Box von Repsol Honda und arbeite mit den Jungs von Lorenzo. Es wird in erster Linie darum gehen, die Abläufe innerhalb des Teams vorzubereiten. Als Testfahrer wird mir HRC sicherlich auch konkrete Aufgaben geben, denn ich bin ja zum Ausprobieren neuer Teile da. Ich werde also auch 2019 testen und entwickeln und einspringen, falls einer der Fahrer ausfallen sollte.

Jorge Lorenzo muss sich von einem Kahnbeinbruch erholen. Du hattest eine derartige Verletzung im Sommer 2015, kennst diese Situation also. Rechnest du damit, eventuell auch beim ersten Saisonrennen in Katar für Lorenzo einzuspringen? Oder hat er bis dahin genug Zeit zur Regeneration?

Stefan Bradl: Darüber mache ich mir noch keine Gedanken. Lorenzo fehlt auf jeden Fall beim MotoGP-Test in Malaysia. Danach muss man abwarten, wie die Regeneration verläuft. Er hat seinen Kahnbeinbruch in der linken Hand erlitten - das ist nicht ganz so schlimm wie rechts, wo man doch mehr Gefühl aufbringen muss. Man wird sehen, wie der Katar-Test für ihn verläuft und selbst danach hat er noch genug Zeit, um zu reagieren.

Wirst du den Katar-Test auch dann bestreiten, wenn Lorenzo wieder fit ist?

Stefan Bradl: Das weiß ich aktuell noch nicht. Es wird sich wohl während der Testfahrten in Malaysia entscheiden.

Kannst du uns schon verraten, ob und wo du 2019 Wildcard-Einsätze bestreiten wirst?

Stefan Bradl: Auch das ist noch nicht fixiert. Es wird in Malaysia ein Meeting geben, wo sich das gesamte Team zusammensetzt. Dort wird festgelegt, wo und wann wir fahren. Geplant sind zwei bis drei Wildcards auf Strecken, auf denen wir auch testen werden. Es sollte also keine allzu großen Überraschungen geben.

Neben deiner Tätigkeit als Honda-Testfahrer wirst du auch wieder für ServusTV arbeiten. 2019 hat der Sender nicht nur die Rechte für Österreich, sondern wird die MotoGP auch in Deutschland begleiten. Was können die deutschen Fans von eurer Übertragung erwarten?

Stefan Bradl: Die Fans können viel erwarten, da wir mit großer Manpower bei den Rennen vor Ort sind. Unsere Truppe ist gut aufgestellt und das Konzept sieht gut aus. Wir werden versuchen, dem Zuschauer die Faszination MotoGP näher zu bringen, wobei wir aber einen Spagat schaffen müssen: Einerseits müssen wir die echten Insider vor den TV-Schirmen mit interessantem Hintergrundwissen versorgen. Andererseits wollen wir aber auch neue Zuschauer begeistern, denen man aber zunächst die Grundlagen des Sport erklären muss. Daher wollen wir eine gesunde Balance finden. Alex Hofmann und ich werden auch versuchen so nahe wie möglich an die Fahrer ranzukommen und gute Statements zu bekommen.

Wie würdest du deine Rolle in den Live-Übertragungen von ServusTV beschreiben?

Stefan Bradl: Ich werde alles so weitermachen, wie bislang für das österreichische Publikum. Ich gehe davon aus, dass ich wieder mit der jeweiligen Moderatorin in der Boxengasse unterwegs sein werde und von dort den Zuschauern die Live-Action näher bringen darf. Aber wir treffen uns Mitte Februar um final abzuklären, was genau der Job jedes Einzelnen in der neuen Saison sein wird.

Wirst du an allen MotoGP-Wochenenden, an denen du nicht selbst auf der Rennstrecke unterwegs bist, im Einsatz für ServusTV sein?

Stefan Bradl: Nein, ich werde mich wieder mit Gustl Auinger abwechseln. Ich muss durch meine Testfahrerrolle flexibel bleiben, weil immer wieder mal spontan ein Test eingelegt dazukommen kann. In etwa bei der Hälfte der Rennen sollte ich aber für ServusTV im Einsatz sein.


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