MotoGP

MotoGP-Start unsicher: Jorge Lorenzo entscheidet am Samstag

Jorge Lorenzo war im MotoGP-Training am Freitag abgeschlagen Letzter. Aufgeben will er in Sepang vorerst aber noch nicht.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Jorge Lorenzo wird erst am Samstag entscheiden, ob er im MotoGP-Rennen in Sepang antritt. "Morgen Früh werden wir beschließen, ob ich weitermache oder ob ich mein Motorrad an Michele geben werde", sagte der Ducati-Star am Freitag nach den beiden Trainings.

13 Runden hatte er im ersten Training absolviert, nur noch neun in der zweiten Session. Beide Male war er Letzter im Klassement und in der Tageswertung schloss er mit dreieinhalb Sekunden Rückstand auf die Spitze und einem Abstand von 1,2 Sekunden auf den Vorletzten (Rabat-Ersatz Jordi Torres) ab.

Eine komplizierte Entscheidung für Lorenzo: "Die Situation ist schwierig und ich bin frustriert. Ich bin hier zwar in besserer Verfassung angekommen als in Japan, aber selbst wenn wir die Hälfte unserer Probleme lösen würden und ich nur halb so viel Schmerzen hätte, wäre ich nicht wirklich konkurrenzfähig."

Kommt Pirro zum Einsatz?

Ducati hat zur Sicherheit Test- und Ersatzfahrer Michele Pirro nach Sepang eingeflogen, der jederzeit einspringen könnte. Laut Reglement dürfte Lorenzo am Samstag das 3. MotoGP-Training bestreiten und müsste sich erst danach entscheiden, ob er für Pirro Platz macht.

Denn laut Paragraf 1.11.3.2 des Sportlichen Reglements (Seite 19) ist die Nominierung eines Ersatzfahrers für einen nicht einsatzfähigen Piloten in der MotoGP-Klasse bis zwei Stunden vor Beginn des Qualifyings möglich. Das wäre 13.10 Uhr Ortszeit bzw. 6.10 Uhr unserer Zeit.

"Morgen wird es davon abhängen, wie ich mich nach dem Aufstehen fühle", erklärte Lorenzo. "Je nachdem, ob ich mich viel besser, nur etwas besser oder gleich wie heute fühle. Wenn ich fahre, dann wird es sicher besser laufen als zuletzt in Japan. Aber ich werde körperlich nicht bei hundert Prozent sein, sondern vielleicht bei 65 bis 70 Prozent."

Lorenzo seit Aragon außer Gefecht

Jorge Lorenzo bestritt seit dem Aragon-GP Ende September kein MotoGP-Rennen mehr. Dort verletzte er sich bei einem Highsider in der ersten Kurve am Fuß. Zwei Wochen später stürzte er aufgrund eines Defekts seiner Ducati im 2. Training in Thailand erneut und brach sich dabei Knochen im linken Handgelenk.

In Motegi versuchte er angeschlagen zwar sein Glück, brach diesen Versuch aber bereits nach dem 1. Training ab und entschied sich zu einer Operation. Diese erfolgte vergangene Woche in Barcelona. Auf eine Reise nach Phillip Island verzichtete Lorenzo aus diesem Grund komplett, um sich auf Sepang zu konzentrieren.

Denn diese Strecke liegt nicht nur der Ducati (zuletzt zwei Siege in Folge), sondern auch Lorenzo, der beim Malaysia-GP seit 2010 bei jedem Start (2011 fehlte er verletzt) auf dem Podest stand. Davon ist er nun freilich weit entfernt, was den ehrgeizigen Mallorquiner schmerzt.

Lorenzo fehlt die letzte Motivation

"Ich wollte es hier unbedingt versuchen, denn diese Strecke ist gut für mich und für mein Motorrad. Wenn du fühlst, dass du ein gutes Ergebnis erzielen kannst, dann macht es auch Sinn, Risiko zu nehmen. Aber wenn du alles gibst und drei Sekunden hinter der Spitze liegst, dann macht es auch keinen Sinn, noch härter zu pushen", gab Lorenzo zu.

Spätestens um 6.10 Uhr unserer Zeit haben die MotoGP-Fans Gewissheit, ob Lorenzo es versuchen wird, oder ob er doch Michele Pirro ranlassen muss.


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