MotoGP

MotoGP Brünn - Marc Marquez: Warum er Andrea Dovizioso kopiert

Marc Marquez hat eine neue Strategie für die MotoGP-Rennwochenenden. Die hat er von seinem letztjährigen WM-Rivalen Andrea Dovizioso übernommen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Marc Marquez ist auf eine schnelle Runde eigentlich der stärkste Pilot im MotoGP-Feld. Und doch schnitt er in den Zeitenjagden der Freien Trainings zuletzt nie gut ab. Marquez Platzierungen nach den beiden Freitags-Sessions an den letzten vier Rennwochenenden: Platz 12 in Barcelona, Platz 8 in Assen, Platz fünf am Sachsenring und nun Platz 10 in Brünn.

Warum liegt Marquez in dieser Zeitenjagd stets so weit zurück? Ganz einfach - er beteiligt sich einfach nicht daran. Normalerweise nutzen die Fahrer nur einen Teil der Freien Training für die Vorbereitung auf das Rennen, der Rest der Zeit geht für den Kampf um eine gute Rundenzeit und Position und somit in weiterer Folge den direkten Einzug in Q2 verloren.

Marquez macht das nicht, verzichtet auch regelmäßig auf die Verwendung des weichsten Reifens am Sessionende. Er arbeitet lieber an der Renn-Pace. Eine Strategie, die er von Andrea Dovizioso kopiert hat, der damit 2017 bis zum letzten Rennen gegen Marquez um den Weltmeistertitel kämpfte. "Ich habe im letzten Jahr verstanden, dass das die richtige Strategie ist, denn es für Dovi hat es super funktioniert", gesteht Marquez.

Marc Marquez: Neue Strategie ein Risiko

Er kennt aber auch die Schattenseiten dieser Taktik. "Es kann riskant sein", so Marquez. "Du hast nur eine Chance am Samstag, um den direkten Einzug in Q2 zu schaffen." In Barcelona etwa konnte der amtierende Weltmeister diese nicht nützen und musste durch Q1. Dovizioso bestätigt Marquez' Bedenken: "Man kann das wirklich nur machen wenn man sehr schnell ist, sonst fällt man ganz leicht aus Q2."

In Barcelona musste Marquez um den Einzug in Q2 bangen - Foto: Repsol

Dass Marquez sich seine Strategie zu Eigen gemacht hat, verwundert Dovizioso nicht. Er ging in der Vergangenheit oft gleich vor. "Ich habe immer versucht, meine Gegner genau zu studieren und zu analysieren", erklärt er. "Das ist ein ganz wichtiger Teil meiner Karriere, beginnend schon in der 125ccm-Klasse. Ich habe von vielen Fahrern gewisse Dinge übernommen. Etwa von Manuel Poggiali, Dani, Valentino oder Marc. Aber auch von Fahrern, die langsamer sind als ich, habe ich einiges gelernt."


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