MotoGP

MotoGP - KTM: Spannende Gründe für Johann Zarcos Verpflichtung

Johann Zarco überzeugte die Führungsetage von KTM in der MotoGP. Ausschlaggebend für seine Verpflichtung war aber nicht nur sein hervorragender Speed.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - KTM hat mit der Verpflichtung von Johann Zarco für die MotoGP-Saisons 2019 und 2020 den ersten großen Coup am Fahrermarkt dieses Jahres gelandet. Zarco war die heißeste Aktie im Transferpoker, auch das Weltmeisterteam von Repsol Honda hatte an ihm Interesse. Kein Wunder, sprechen die Ergebnisse des Franzosen auf dem Satelliten-Motorrad bei Tech3-Yamaha doch eine deutliche Sprache.

Für KTM war der beeindruckende Speed Zarcos aber bei weitem nicht der einzige Grund, um ihn unter Vertrag zu nehmen. "Wir haben nach dem bestmöglichen Fahrer gesucht, um den nächsten Schritt zu machen. Dafür brauchen wir einen Piloten, der ein Motorrad entwickeln kann", überlegt Pit Beirer. Etwas, dass Zarco in der MotoGP als Satellitenpilot bislang eigentlich nicht wirklich machen musste beziehungsweise konnte.

Dennoch erkennt Beirer diese Fähigkeit in ihm. "Man muss sich nur an ansehen, mit welchem Modelljahrgang er arbeitet", so der KTM-Motorsportchef. Zarco fährt bei Tech3 ja mit seit dem Vorjahr mit einem Motorrad, das größtenteils auf dem technischen Stand von 2016 ist, damals also von Valentino Rossi und Jorge Lorenzo im Yamaha-Werksteam bewegt wurde. "Er ignoriert die Informationen die er zur Verfügung hat aber konsequent, arbeitet an dem Paket und versucht es zusammen mit seiner Crew zu verbessern."

KTM starker Kontrast zu Yamaha - Risiko für Zarco?

Die Yamaha M1, auf der Zarco bislang so überzeugt, ist ein gänzlich konträres Motorrad zur KTM RC16. Die Yamaha belohnt einen flüssigen, sauberen Fahrstil, wohingegen die KTM eher aggressiv gefahren werden muss. Behält die RC16 diese Charakteristik, erwartet Zarco eine ähnlich große Umstellung wie Jorge Lorenzo beim Wechsel zu Ducati. Zarco hatte wiederholt klargestellt, dass er versuche, den Fahrstil des Spaniers zu kopieren.

Ein ähnliches Desaster, wie es Lorenzo bei Ducati erlebt, erwartet Beirer bei KTM für Zarco nicht. "Es ist nicht unser Zugang, dass sich Fahrer an unser Motorrad anpassen müssen", erklärt er. "Wir wollen ein Bike bauen, dass in einem großen Rahmen funktioniert und das von vielen Fahrern bewegt werden kann. Das haben wir noch nicht geschafft, aber das ist unser Ziel und ich bin mir sicher, dass wir Johann glücklich machen können. Er wird auf unser Motorrad passen."

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KTM erwartet von Zarco nichts geringeres, als mit ihm die Lücke zu den führenden Herstellern der MotoGP zu schließen. "Wenn man einen besseren Fahrer bekommt, wird der immer andere Fragen aufwerfen", glaubt Beirer. "Kann man diese Fragen beantworten, wird man stärker. Das passiert Schritt für Schritt. Man kann Erfahrung nicht kaufen. Nichts wird sich über Nacht ändern. So etwas muss man sich erarbeiten. Das wird mit Johann passieren. Er wird die richtigen Fragen stellen."


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