MotoGP

MotoGP: Wechselt Marc VDS von Honda auf Suzuki?

Das Kundengeschäft in der MotoGP nimmt ordentlich Fahrt auf. Nun ist auch das Marc VDS Team auf Partnersuche. Das sagt der Teamchef dazu.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Der Wechsel von Tech3 von Yamaha-Maschinen auf KTM hat Schwung in die altbewährten Kunden-Beziehungen der Hersteller gebracht. Mit Saisonende könnte nun ein weiteres Privatteam seinen Motorrad-Lieferanten für die kommenden Jahre wechseln: das belgische Marc VDS Team.

"Wir müssen uns alle Möglichkeiten ansehen. Ich will das nicht zu spät entscheiden und hätte gerne alle Komponenten im Laufe des März auf dem Tisch, sodass ich im April oder Mai entscheiden kann", sagte Teamchef Michael Bartholemy im Rahmen der Teampräsentation in Madrid am Montag.

Marc VDS hält Honda seit dem MotoGP-Aufstieg im Jahr 2015 die Treue, Jack Miller sorgte mit seinem Sieg in Assen 2016 für den bisherigen Höhepunkt dieser Kooperation. Doch die Beziehung erhielt zuletzt Risse, da Honda mit LCR seinen zweiten Kunden deutlich näher an das Werk band. Honda zahlt 2018 nicht nur die Gehälter beider LCR-Fahrer (Cal Crutchlow & Taka Nakagami), sondern stattet Crutchlow auch mit einem vollwertigen Werks-Motorrad inklusive aller Updates aus.

Honda zieht LCR vor

Marc VDS bekommt hingegen nur Material aus der Saison 2017 - im Zuge eines Vertrags, der im Vorjahr nur für ein Jahr unterzeichnet wurde. "Wir waren damals ein wenig enttäuscht und hätten uns mehr Unterstützung vom Werk erhofft", gab Bartholemy offen zu. "Nun haben sich die Dinge aber geändert und wir sehen uns alle Optionen an."

Honda, KTM und Ducati sind bei Marc VDS wohl aus dem Rennen, wie es bei Yamaha nach dem Verlust des Langzeit-Kunden Tech3 weitergeht ist offen. Die wahrscheinlichste Alternative für die Belgier ist daher Suzuki, die zuletzt laut artikulierten, ab 2019 einen Kunden beliefern zu wollen. "Ja, Suzuki ist einer der Hersteller, mit denen wir sprechen", bestätigte Bartholemy am Montag.

Aber auch Yamaha könnte eine Option sein, insofern die Japaner nicht mittelfristig mit Valentino Rossis Rennstall in der MotoGP spekulieren. Zuletzt gab Rossi aber in Katar bekannt, dass er 2019 und 2020 mit Sicherheit nicht sein eigenes Team in die Königsklasse führen werde.

Bartholemy stellt aber Bedingungen an seinen künftigen Partner aus der Reihe der Hersteller: "Ich denke, wir sind das beste Privatteam, das ab 2019 frei ist. Ich möchte einen Partner, mit dem ich für die nächsten drei Jahre planen kann und nicht nur für eines." Die Brautschau ist somit offiziell eröffnet.


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