MotoGP

MotoGP: Top-5 der besten Saisons in der Geschichte

2002 wich die 500ccm-Klasse der MotoGP. 15 Saisons liegen im neuen Format mittlerweile hinter uns. Wir blicken auf die fünf bisher aufregendsten Jahre:
von Markus Zörweg

Platz 1: 2015 - Die ultimative Eskalation

Die Hauptprotagonisten 2015: Rossi, Lorenzo und Marquez - Foto: Milagro

Die Geschehnisse der MotoGP-Saison 2015 muss man nicht im Detail nacherzählen, in zu guter Erinnerung sind noch jedem Motorradfan die unglaublichen Momente dieses Jahres. Von Regenkrimis in Misano und Motegi über den unfassbaren Vierkampf auf Phillip Island bis hin zum Sepang-Clash und dem an Dramatik nicht zu überbietenden Saisonfinale in Valencia - die Saison raste von einem Höhepunkt zum nächsten. Egal welche Position man im persönlichen Krieg zwischen Valentino Rossi, Jorge Lorenzo und Marc Marquez einnimmt oder ob man die Vorkommnisse, die sich in der Saison 2015 ereigneten, gutfindet - es war dieses Jahr, das die MotoGP auf eine völlig neue Ebene hob. Das Interesse an der Königsklasse des Motorradsports explodierte im Finale ebenso wie die eine oder andere Sicherung in den Köpfen der beteiligten Fahrer und machte die MotoGP größer, als sie jemals zuvor war. Alleine dafür hat sich 2015 den Titel als legendärste Saison seit Einführung der Klasse, ja vielleicht sogar als bestes Jahr in fast sieben Dekaden Motorrad-Weltmeisterschaft verdient.

Platz 2: 2013 - Marquez schockt die MotoGP

Marc Marquez wurde 2013 sofort Weltmeister - Foto: Repsol Media

Dass Marc Marquez ein ganz besonderes Talent ist, wurde bereits in den kleineren Klassen der Motorrad-Weltmeisterschaft klar. Was er aber in seiner ersten MotoGP-Saison ablieferte, raubte der Konkurrenz regelrecht den Atem. Podium beim Auftakt in Katar, Sieg in Saisonlauf zwei in Austin. Nur je ein selbstverschuldeter Ausfall durch den Sturz in Mugello sowie eine Disqualifikation wegen des zu späten Boxenstopps im Reifenchaos von Phillip Island machten Marquez zum konstantesten Piloten des Jahres. Sechs Rennen gewann er und stand bei jeder Zielankunft auf dem Podium. Eine unglaubliche Bilanz für einen Neueinsteiger im Haifischbecken MotoGP. So krönte sich Marquez zum ersten Rookie-Champion seit Kenny Roberts sr. 1978 und zum bislang jüngsten Weltmeister in der Königsklasse überhaupt. Im Alter von nur 20 Jahren und 266 Tagen durfte er den WM-Pokal in den Himmel von Valencia stemmen und unterbot somit die bisherige Bestmarke von Freddie Spencer um fast ein ganzes Jahr.

Platz 3: 2007 - Stoner führt Ducati ins Glück

2007 war kein Kraut gegen Ducati und Stoner gewachsen - Foto: Ducati

Ein Jahr nach dem Weltmeistertitel von Nicky Hayden 2006 ging der nächste Stern am MotoGP-Himmel auf. Und er schoss mit Ducati-Power in die Höhe. 2007, im ersten Jahr nach der Hubraumreduktion auf 800ccm, hatten die Ingenieure in Borgo Panigale wahrlich eine Rakete konzipiert. Auf den Geraden flog Casey Stoner damit an der Konkurrenz vorbei und in den Kurven bewegte der einst aufgrund seiner häufigen Stürze als 'Rolling Stoner' verspottete Australier die störrische Ducati, wie es nur er konnte. Mit nicht weniger als 125 Punkten oder umgerechnet ganzen fünf Rennsiegen Vorsprung holte sich Stoner am Ende des Jahres den Titel. Einen Titel, der in vielerlei Hinsicht ein geschichtsträchtiger war. Nicht nur, weil es der erste für Stoner - ohne Zweifel einer der talentiertesten Piloten, die die Motorrad-Weltmeisterschaft je erlebt hat - war. Auch Ducati gewann erstmals eine Gesamtwertung in der WM, und dann gleich direkt in der Königsklasse MotoGP. Dort beendete Ducati somit auch die Serie der japanischen Hersteller Honda, Yamaha und Suzuki, die von 1975 bis 2006 jeden einzelnen Titel holten.

Platz 4: 2016 - Das Siegerroulette

Die glorreichen 9 der MotoGP-Saison 2016 - Foto: Tobias Linke

9 Sieger in 18 Saisonrennen - eine unglaubliche Zahl, die es in der MotoGP noch nie gegeben hat und so wohl auch nicht mehr so schnell geben wird. Marc Marquez, Dani Pedrosa, Valentino Rossi, Jorge Lorenzo, Andrea Dovizioso, Andrea Iannone, Maverick Vinales, Cal Crutchlow und Jack Miller gewannen 2016 alle mindestens ein Rennen, was neben neun Saisonsiegern mit Honda, Yamaha, Ducati und Suzuki auch Erfolge für vier Hersteller brachte. Die Siege von Crutchlow, der in Brünn und auf Phillip Island gleich zwei Mal gewann, sowie Assen-Triumphator Miller waren die ersten für Satellitenteams seit 2006. Die Saison verdient definitiv das Prädikat der abwechslungsreichsten der Geschichte. Der Dank dafür gebührt neben Fahrern, Teams und Herstellern vor allem den Verantwortlichen der MotoGP, die durch die Einführung der Einheitselektronik und Michelin als neuem Reifenlieferanten das Feld deutlich ausgeglichener gestalteten.

Platz 5: 2006 - Der Doktor wird entthront

In Jerez begann ein Seuchenjahr für Valentino Rossi - Foto: Milagro

Die frühen 2000er Jahre dominierte Valentino Rossi nach Belieben. Von 2001 an fuhr er auf Honda und Yamaha fünf Weltmeistertitel in Serie ein und fuhr teilweise Kreise um die Konkurrenz. 2006 wehte ihm aber erstmals wieder strenger Gegenwind um die Ohren, hauptsächlich in Form seiner Yamaha M1, die ihn in diesem Jahr gleich in drei Rennen - Le Mans, Shanghai und Laguna Seca - im Stich ließ. Auch ein gewisser Toni Elias hatte Schuld daran, dass Rossi mit 'nur' acht Punkten Vorsprung auf Nicky Hayden zum Saisonfinale nach Valencia kam. Elias hatte Rossi nämlich nicht nur in der ersten Kurve des Jahres in Jerez abgeschossen, sondern ihm im letzten Rennen vor Valencia, dem Portugal GP, auch noch um zwei Tausendstelsekunden den Sieg weggeschnappt. Im selben Rennen wurde übrigens Hayden von seinem Teamkollegen Pedrosa abgeräumt. Rossi qualifizierte sich mit der WM-Führung im Gepäck in Valencia auf Pole, hatte also alles in der Hand. Er verpatzte den Start aber völlig und stürzte in Runde vier auch noch. Hayden wurde Dritter und krönte sich sensationell zum bislang letzten US-Champion.

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