MotoGP

MotoGP Silverstone: Marc Marquez hadert mit Honda-Motorschaden

In Silverstone flog Marc Marquez der Motor seiner MotoGP-Honda um die Ohren. Besonders bitter: Er hatte bis dahin sein Rennen voll im Griff.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Etwas mehr als 13 Runden dauerte der Großbritannien-Grand-Prix für Marc Marquez nur. Dann ging der V4 seiner Honda RC213V auf der Hangar Straight von Silverstone in einer Rauchwolke auf. Die Diagnose Motorschaden - für Honda übrigens der erste in einem Rennen seit Nicky Hayden im Australien-GP 2007 - war nicht schwer zu stellen. Marquez musste sein Bike direkt am Streckenrand abstellen und per Scooter den Weg zurück an die Box antreten.

"Das war heute richtig großes Pech", musste ein für seine Verhältnisse sehr zerknirscht wirkender Marquez feststellen. "Im Rennen ist so ein Defekt natürlich besonders bitter, aber auch das gehört zu unserem Sport dazu." Vorwarnung hatte Marquez von seinem Triebwerk keine bekommen: "Am Ende der Geraden ist der Motor einfach kaputtgegangen. Es muss ein mechanisches Problem im Inneren gewesen sein."

Defekt an frischem Honda-Motor bei Marquez

Die genaue Diagnose von Honda steht noch aus, eine Spätfolge von Marquez' schlimmem Abflug am Freitag schließt man aber aus. Fest steht auf jeden Fall, dass es sich bei Marquez' Motor um ein recht frisches Modell handelte. Es war erst in sieben Trainings, zwei Qualifyings, einem Warm Up und einem Rennen im Einsatz.

Ich habe gespürt wie das Hinterrad blockiert. Bei 300 Stundenkilometern will ich da nicht durch die Luft fliegen.
Marc Marquez

Insgesamt sieben Motoren stehen Marquez für die gesamte Saison ja zur Verfügung. Die Modelle 1 und 2 davon sind bereits am Ende ihres Lebenszyklus, 3 nähert sich dem. 4 und 5 waren zuletzt im Einsatz. Zwei völlig frische Motoren stehen also noch zur Verfügung, Nummer 5 hat elf Sessions in den Knochen. Ob der in Silverstone geplatzte Motor noch repariert werden kann, ist ungewiss. Marquez zog beim ersten Anzeichen eines Defekts aber natürlich sofort die Kupplung: "Ich habe gespürt wie das Hinterrad blockiert. Bei 300 Stundenkilometern will ich da nicht durch die Luft fliegen."

Marquez lag in Silverstone immer in der Spitzengruppe - Foto: LCR

Der Defekt ärgerte Marquez vor allem, weil er sich im Rennen in eine hervorragende Ausgangsposition gebracht hatte. Er fuhr in der fünf Mann starken Spitzengruppe mit Rossi, Vinales, Dovizioso und Crutchlow mit, ohne dabei allzu großes Risiko eingehen zu müssen oder seinen Reifen zu viel abzuverlangen. "Ich habe mich sehr gut gefühlt und konnte gut haushalten. Mein Plan war es, in den letzten Runden dann anzugreifen", erläutert Marquez. Dazu sollte es nicht mehr kommen.

Marquez nimmt Positives aus Silverstone mit

Optimist Marquez sieht aber auch nach diesem bitteren Runden die für ihn positiven Aspekte des Wochenendes: "Wir konnten einmal mehr gegen Yamaha und Ducati um den Sieg kämpfen. Wir waren hier auf einem sehr guten Level und müssen nun einfach diesen Weg weitergehen, denn ich glaube, dass es der richtige ist." In der Weltmeisterschaft liegt Marquez nun neun Punkte hinter Dovizioso auf Rang zwei.


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