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Blog: GZSZ im MotoGP-Paddock

Harte Kerle, große Egos und hübsche Frauen - hin und wieder wird das Fahrerlager der MotoGP zur Bühne einer Seifenoper. Ein Blog:
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Das tägliche Brot von uns MotoGP-Journalisten sind normalerweise Fragerunden mit Fahrern und Teamchefs über Reifenmischungen, die Legalität der neuen Winglets oder den aktuellen Vertragspoker. Von Zeit zu Zeit driftet die eine oder andere Medienrunde aber auch auf andere Themen ab, die mit Motorsport nicht viel zu tun haben.

Denn so manche Geschichte aus dem Fahrerlager gleicht eher einer schlechten Episode aus "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (wobei: gibt es gute Episoden?). Exemplarisch seien an dieser Stelle die finalen Minuten von Scott Reddings Medienrunde am Donnerstag vor dem Grand Prix von Österreich erwähnt. Auf die Frage nach dem Hintergrund eines von Reddings Posts auf Instagram, legte dieser einen regelrechten Seelen-Striptease hin und gab Einblicke in ein reibungsgeladenes Liebesdreieck.

Der Hintergrund: Anfang der Woche zeigte sich Redding auf Instagram mit der Ex-Freundin von Maverick Vinales, der spanischen Motocrosserin Kiara Fontanesi, in eindeutiger Pose. Im Text wurde er noch eindeutiger und verfiel in Liebesbekundungen (siehe Bild). Im Gegenzug bekamen sein vermeintlicher Freund Jack Miller und Ex-Freundin Marielle Tjalsma ihr Fett weg. Eine Passage, die Redding viele abfällige Userkommentare später wieder von Instagram löschte.

Redding stellt Miller wegen seiner Ex zur Rede

Reddings Instagram-Post in voller Länge - Foto: Instagram/Scott Redding

Redding erklärte die Aktion am Donnerstag in bester GZSZ-Manier: "Ich habe mich von meiner Ex-Freundin getrennt und nicht einmal eine Woche später ist sie bei Jack. Ich bin ehrlich mit euch: Ich war verdammt sauer und bin zu ihm gegangen. Wir haben darüber gesprochen, dann wurde mir klar, dass ich das besser nicht getan hätte. Aber ich gebe einen Scheiß drauf, was die Leute von mir denken, ich mache was ich will."

Seine Standpauke an Miller sei an dieser Stelle im englischen Original wiedergegeben (man stelle sich das Ganze auch noch mit Reddings markantem Gloucestershire-Akzent vor): "I said, listen! You disrespected me as a mate. Do what the fuck you want, but i am not really happy with that." Vor allem der Umstand, dass sich die Miller'sche Affäre hinter seinem Rücken anbahnte und nicht einmal eine Woche nach dem offiziellen Beziehungsende öffentlich wurde, bringt Redding auf die Palme.

Dass er im Gegenzug nun mit der Ex von Vinales liiert ist, rechtfertige der Brite: "Wie lange sind sie und Maverick bereits auseinander? Deutlich länger als nur eine beschissene Woche! Ich verstehe sowieso nicht, wieso er sie ziehen ließ, denn sie ist etwas ganz Besonderes. Ich habe die Möglichkeit erkannt und das Gas voll aufgezogen", beendete er sein Liebesplädoyer mit einer Motorrad-Metapher.

Freundin weg, Motorrad weg

Am Ende der Runde bat uns Pramacs Pressesprecher noch scherzhaft, bitte nur eines der im 30-Sekunden-Takt gefallenen "fuck" in unseren Texten zu verwenden. Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner wusste: Wenige Stunden später sollte Miller sich nicht nur Reddings Ex bemächtigt haben, sondern auch dessen Ducati-Sattel für die kommende Saison erobert haben.

Redding nahm es auf Instagram diesmal mit Galgenhumor: "Er nahm mein Mädchen, er nahm meinen Sattel. Witzig, Mann. Ich musste lachen. Viel Glück mit dem Biest", kommentierte er unter Millers Jubel-Posting zu seinem neuen MotoGP-Vertrag. Des einen Fahrer gute Zeiten, sind eben oft des andern Fahrer schlechte Zeiten.


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