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MotoGP / Interview

Folger nach Assen-GP selbstkritisch: Habe alles kaputt gemacht

Jonas Folger beendet in Assen zum ersten Mal ein MotoGP-Rennen nicht. Sein Ärger über sich selbst war groß.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - In seinen ersten sieben Grands Prix in der MotoGP fuhr Jonas Folger jedes Mal in die Punkte. Diese Serie endete nun in Assen. Folger kam schon in Runde eins von der Strecke ab und fiel weit zurück, wieder auf dem Weg nach vorne stürzte er im zehnten Umlauf in Kurve eins. Mit Motorsport-Magazin.com sprach Deutschlands MotoGP-Hoffnung über ein Rennen zum Vergessen:

Jonas, du bist im Rennen in deiner Aufholjagd vom Ende des Feldes gestürzt. Hast du zu viel riskiert?
Jonas Folger: Nein, eigentlich gar nicht. Es war ein ganz normaler Sturz über das Vorderrad. Ich hatte damit auch nicht gerechnet, weil ich überhaupt nicht mit der Brechstange gefahren bin. Das war leider eine negative Überraschung für mich.

Es war ein blöder Fehler von mir, mit dem ich ein ansonsten wirklich gutes Wochenende vollkommen kaputt gemacht habe.
Jonas Folger

Deine Probleme haben ja schon in Runde eins begonnen, als du in Kurve sechs von der Strecke abgekommen bist und dich am Ende des Feldes erst wieder einreihen konntest. Was ist da passiert?
Jonas Folger: Ich habe mich einfach verbremst. Es war ein blöder Fehler von mir, mit dem ich ein ansonsten wirklich gutes Wochenende vollkommen kaputt gemacht habe. Ohne diesen Fehler wäre ich wohl von Anfang an vorne dabei gewesen und hätte ein richtig starkes Rennen fahren können. So hat es eben in einem Sturz geendet.

Du hast dich also gut gefühlt auf dem Bike?
Jonas Folger: Ja, in der einen freien Runde die ich hatte war ich richtig schnell unterwegs.

Bis zum Rennen lieferte Folger ein starkes Wochenende ab - Foto: Tech3

Körperlich hattest du nach dem heftigen Highsider am Samstag auch keine Probleme mehr?
Jonas Folger: Nein, überhaupt nicht.

In der Gruppe da hinten wird ganz anders gefahren als vorne.
Jonas Folger

Du hast trotzdem eine Weile gebraucht, bis du an den Fahrern am Ende des Feldes vorbeiwarst. Was war der Grund dafür?
Jonas Folger: Ich musste mich da mit Rabat und Co. abkämpfen. In der Gruppe da hinten wird ganz anders gefahren als vorne. Die Fahrer haben sehr wenig Kurvenspeed, bremsen aber trotzdem spät. Sie fahren auch komplett andere Linien. Dadurch war es für mich wirklich schwierig, zu überholen.

Kannst du aufgrund deiner guten Pace Assen zumindest mit einem guten Gefühl verlassen?
Jonas Folger: Ja, das auf alle Fälle. Das Wochenende an sich war super. Jetzt müssen wir am Sachsenring genau so weitermachen.

Dort wirst du in diesem Jahr als einziger Deutscher in der MotoGP zum ersten Mal der ganz große Star. Wie gehst du in dieses besondere Wochenende?
Jonas Folger: Ich versuche einfach, es so wie jedes andere Rennen auch zu nehmen. Es ist zwar wirklich schön, wenn man viele Fans und Unterstützer vor Ort hat, aber davon darf ich mich nicht ablenken lassen. Das wichtigste für mich als deutschen Piloten ist, dort stark Motorrad zu fahren und ein gutes Ergebnis abzuliefern. Alles andere zählt nicht.


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