Moto2

Morbidelli schlägt Lüthi auf der letzten Runde

Tom Lüthi hatte in Assen die große Chance auf die WM-Führung. Doch Franco Morbidelli schlug mit einer grandiosen letzten Runde zurück.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Franco Morbidelli holt in Assen seinen fünften Saisonsieg und baut damit seine WM-Führung aus. Tom Lüthi liegt in der letzten Runde zwar in Führung, muss sich dem Italiener aber geschlagen geben. Das Podest komplettierte zunächst Mattia Pasini, der es aufgrund einer Strafe noch an Takaaki Nakagami verlor.

Die Schlüsselszene

Eineinhalb Runden vor Schluss sah es so aus, als würde Franco Morbelli seine WM-Führung an Tom Lüthi verlieren. Während der Schweizer führte, lag der Italiener nur auf dem dritten Rang und lag in der WM-Wertung virtuell zwei Punkte hinter Lüthi zurück. Doch dann zündete Morbidelli den Turbo: Im letzten Sektor der vorletzten Runde schnappte er sich Pasini, eine Minute später war auch Lüthi fällig. Aus zwei Punkten Rückstand wurden dadurch zwölf Zähler Vorsprung. So etwas nennt man Big Point.

Der Rennfilm

Start: Lüthi kommt als Führender aus der ersten Kurve-Kombination. Dahinter folgen Morbidelli und Nakagami.

1. Runde: Morbidelli kassiert Lüthi, der wenig später auch hinter Oliveira und Nakagami zurückfällt. Aegerter hält Rang 10 nach einer Runde. Cortese und Schrötter sind außerhalb der Top-20.

2. Runde: Marini und Corsi geraten in Kurve 10 aneinander und verabschieden sich in den Kies. Schrötter kratzt al 16. bereits an den Punkterängen.

3. Runde: Oliveira und Morbideli touchieren sich, doch der WM-Leader behauptet seine Führung. Schrötter bereits auf Patz 14 und damit in den Punkterängen.

4. Runde: Eine Gruppe von sieben Fahrern gibt das Tempo vor. Lüthi fällt auf Rang sechs zurück.

5. Runde: Oliveira quetscht sich an Morbidelli vorbei, dahinter folgen Marquez, Pasini, Nakagami, Lüthi und Simeon in Schlagdistanz. Schrötter hat sich bereits auf Rang 11 nach vorne gekämpft, Aegerter hält Rang 9.

6. Runde: Nächster Führungswechsel: Pasini lässt Oliveira stehen.

7. Runde: In Kurve 9 ist Sandro Corteses Rennen bereits zu Ende. Er lag aber ohnehin außerhalb der Punkteränge.

9. Runde: Nakagami übernimmt die Spitze. Zunächst verteidigt er sich aggressiv gegen Morbidelli und kassiert dann in der letzten Schikane Pasini. Simeon reißt allmählich ab, bekommt von hinten auch Druck von Syahrin.

12. Runde: Die schnellsten Rennrunden purzeln plötzlich! Damit setzen sich die Top-6 endgültig vom Rest des Feldes ab: Nakagami liegt vor Pasini, Morbidelli, Lüthi, Oliveira und Marquez. Dieses Duo wird sich in der zweiten Rennhälfte nun den Sieg ausmachen.

14. Runde: Pasini und Morbidelli attackieren Nakagami, doch der zieht seine Linie an der Spitze durch und behauptet Platz eins. An einigen Stellen kommt wieder die rot gekreuzte Fahne raus.

16. Runde: Nakagami setzt sich an der Spitze ab: 0,4 vor Morbidelli, der wiederum 0,7 vor Lüthi und den weiteren Verfolgern über Start/Ziel kommt.

17. Runde: 1:38,223 - Morbidelli zeigt die schnellste Runde des bisherigen Rennens! Damit ist die Jagd auf den Sieg so richtig eröffnet.

18. Runde: Morbidelli geht in der ersten Kurve an Nakagami vorbei, geht einige Kurven aber weit und muss den Japaner wieder durch lassen.

19. Runde: Lüthi kann Morbidelli überholen und setzt sich in den Windschatten von Leader Nakagami.

20. Runde: Lüthi zum ersten Mal in diesem Rennen in Führung! In der letzten Schikane schnappt er sich Nakagami.

21. Runde: Nakagami muss in der ersten Kurve weit gehen. Die Top-6 machen in den letzten vier Runden richtig ernst. Nur eine knappe Sekunde trennt sie.

22. Runde: Eine Attacke von Pasini auf Morbidelli bringt Lüthi ein bisschen weg von seinen Verfolgern. Auf 0,2 Sekunden kann man sich aber nicht ausruhen. Pasini kürzt die letzte Schikane ab - das könnte ihm noch zum Verhängnis werden.

Letzte Runde: Lüthi geht vor Morbidelli und Pasini auf die letzte Runde. Im dritten Sektor schiebt sich der WM-Leader an Lüthi vorbei. Das ist die entscheidende Attacke.

Zieleinlauf: Morbidelli fährt den Sieg vor Lüthi ein. Dahinter bremst sich Nakagami bei Pasini durch, der neuerlich die Schikane abkürzt und vorerst als Dritter ins Ziel kommt. Oliveira holt vor Marquez den vierten Rang.


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